Uster ZH

11. Januar 2016 13:46; Akt: 11.01.2016 19:21 Print

Passantin rettet Joggerin vor Vergewaltigung

Ein abgewiesener Asylbewerber (28) hat in einem Wald in Uster eine Joggerin sexuell belästigt. Sie soll nicht sein einziges Opfer sein. Die Polizei konnte den Mann verhaften.

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Der Übergriff ereignete sich in einem Waldstück in Uster. (Bild: rad)

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Eine Frau wurde laut der Kantonspolizei Zürich auf einem Spaziergang am Sonntagmittag unverhofft zur Retterin: Sie war mit ihren Hunden unterwegs, als sie plötzlich Hilfeschreie im nahen Wald hörte. Als sie in die Richtung, aus der die Schreie kamen, rannte, sah sie einen Mann nordafrikanischen Aussehens, der eine Joggerin (37) mit Gewalt zu Boden drückte. Er liess darauf von seinem Opfer ab und flüchtete mit einem Fahrrad.

Zwei Verkehrspolizisten der Kantonspolizei Zürich konnten den Täter kurze Zeit später stellen. Beim Verhafteten handelt es sich um einen 28-jährigen, abgewiesenen Asylbewerber aus Marokko.
Kapo-Sprecher Werner Schaub: «Er wurde bereits von der Polizei befragt und ist geständig.»

Polizei vermutet weitere Opfer

Noch gleichentags meldete sich ein weiteres Opfer bei der Polizei. Die Frau gab an, dass sie während eines Spaziergangs in Uster durch einen Unbekannten sexuell angegangen wurde. Aufgrund der Ermittlungen bestand der Verdacht, dass es sich in diesem Fall um den gleichen Täter handelt. In einer ersten Befragung hat der 28-Jährige auch diese Tat gestanden.

«Aufgrund unserer Ermittlungen und der vorliegenden Erkenntnissen ist es nicht auszuschliessen, dass noch weitere Frauen Opfer des Mannes wurden», sagt Schaub. Er bittet Betroffene, sich bei der Polizei zu melden und eine Anzeige zu erstatten.

Passanten in Uster sind beunruhigt

Viele Passanten sind besorgt, die 20 Minuten am Montag im Ustemer Wald antrifft. Eine 30-Jährige aus Wetzikon sagt: «Ich habe ein ziemlich mulmiges Gefühl. Ich gehe schliesslich hier im Wald regelmässig mit meinem Hund nach der Arbeit laufen.»

Auch eine junge Frau, die in diesem Wald oft joggen geht, will in Zukunft noch vorsichtiger sein: «Schon heute gehe ich im Wald nur zu zweit joggen.» Dass so etwas ausgerechnet in Uster passiert, schockiere sie. Ein Mitarbeiter der Stadt Uster wundert sich, dass die Hilfeschreie der Joggerin überhaupt gehört wurden: «Schliesslich ist der Wald dermassen weitläufig. Sie hatte grosses grosses Glück.»

(ced/rad)