Zürcher Budget 2011

17. März 2011 11:04; Akt: 17.03.2011 11:31 Print

Personalvertreter rufen zu Protest auf

Keine Lohnerhöhung, keine Vergünstigungen: Als Trauerspiel hat der VPOD Zürich den ersten Teil der Budgetdebatte im Zürcher Gemeinderat genannt.

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Auch nach mehrstündiger Debatte war es amMittwochabend dabei geblieben: Die städtischen Angestellten erhalten für dieses Jahr keine Lunch-Checks, keine Reka-Checks, müssen auf Lohnanstiege und Weiterbildungen verzichten. Die bürgerliche Sparallianz hat sämtlichen Anträge von Links-grün zu Gunsten des Personals abgeblockt.

Zwar kam etwa bei den Lohnmassnahmen durchaus eine knappe Mehrheit zustande. 61 Ratsmitglieder votierten dafür, die im überarbeiteten Budget gestrichenen 14,5 Millionen wieder in den Voranschlag aufzunehmen. Zwei EVP-Vertreter legten leer ein.

Da die damit entstehende Verschlechterung des Budgets aber der Ausgabenbremse unterlag, war das qualifizierte Mehr nötig. Und das beträgt im 125-köpfigen Parlament 63 Stimmen.

Keine Vergünstigungen

Der Sparblock aus SVP, FDP, GLP, CVP und EVP vereinte am Mittwoch exakt 63 Personen, weil ein SVP-Mitglied fehlte. Links-grün stellte 59 Stimmen. Dazu kamen zwei SD-Vertreter, welche die Verbesserungen für das Personal mittrugen.

Als es um die Lunch-Checks ging, wurde auf Antrag der AL geheim abgestimmt - und prompt lief jemand aus der Sparallianz über: 62 Ratsmitglieder wollten die 11 Millionen wieder im Budget sehen, 59 waren dagegen - aber wieder hatten zwei leer eingelegt und wieder scheiterte die Aufstockung an der Ausgabenbremse. Bei Reka-Checks und Weiterbildungen kamen keine Mehrheiten zu Stande.

Wie der VPOD nun im Einzelnen vorgehen will, ist noch offen. Am Donnerstagvormittag war niemand erreichbar, der hätte Auskunft geben können.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Betroffene am 17.03.2011 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Umsatz Gastronomie?

    Keine Lunch-Checks bedeutet auch, dass die städtischen MitarbeiterInnen weniger Geld in der Gastronomie ausgeben. Was wiederum bedeutet, dass diese weniger Umsatz machen und dies führt zu weniger Steuereinnahmen in der Kasse der Stadt Zürich. Die Frage ist nur, hat man wirklich sparen können?

  • Berti Zemp am 21.03.2011 08:00 Report Diesen Beitrag melden

    nur immer jammern

    Diese Angestellten haben nicht zu jammern! Nur wenn man die sichere Stelle berücksichtigt, sollen die nicht so raffgierig nach Lunch-Checks etc. sein. In Rezessionen haben die immer den Lohn, andere müssen darum bangen.

  • Mike. am 17.03.2011 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Echtzeitsimulation...

    Jetzt sehen die Staatsangestellten mal, wie das bei uns in der Privatwirtschaft läuft.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Berti Zemp am 21.03.2011 08:00 Report Diesen Beitrag melden

    nur immer jammern

    Diese Angestellten haben nicht zu jammern! Nur wenn man die sichere Stelle berücksichtigt, sollen die nicht so raffgierig nach Lunch-Checks etc. sein. In Rezessionen haben die immer den Lohn, andere müssen darum bangen.

  • Morgri am 20.03.2011 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich, es wurde auch an der Zeit!

    Richtig so! Wurde auch Zeit dass man hier mit Sparmassnahmen beginnt! Seid 6 Jahren keine Lohnerhöhung, keine subventionierte Kantine, Umsatz und Kostenorientiert so läufts in der Privatwirschaft. 50-60 Stunden Woche ist ganz normal. Wieso sollen die anderen mit genau 40 stunden Woche so viele goodies haben, sind nicht unter umsatz und kosten druck. Wir sehen auf die Steuermitarbeiter 8 Uhr kommen 17 Uhr heimgehen, dazwischen noch 1 stunde pause, am weekend niemand am arbeiten! Endlich wird am richtigen Ort gespart! Keine Leistung, keine Goodys! recht so!

    • Daniel am 21.03.2011 12:25 Report Diesen Beitrag melden

      Büro

      Ihnen sollte aber bewusst sein, dass der grosse Teil der Angestellten, weder um 1700 Uhr Feierabend. Dazu viele auch an den Wochenenden arbeiten. Sie müssen nicht nur welche ansehen, welche im Büro arbeiten.

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  • H. N. am 20.03.2011 00:49 Report Diesen Beitrag melden

    Leistung muss sich lohnen...

    ..ist einer der Hauptwahlkampfsätze der FDP - auch der Stadtpartei - nun ja, immerhin lohnt sich die gute Leistung des letzten Jahres (sprich die gute Quali) für all die betroffenen städtischen Angestellten dahingehend, dass sie im nächsten Jahr wohl etwas weniger Steuern zahlen müssen, da man uns die gute Leistung ja nicht nur nicht belohnt, sondern wir effektiv sogar weniger verdienen wie im Vorjahr. Tolle Leistung! Verzichten die Damen und Herren Gemeinderäte eigentlich auch auf ihre (Sitzungs-) Zulagen? Das wäre doch auch ein Beitrag zu den ausgeglichenen Finanzen...

  • Meister Shifu am 18.03.2011 22:31 Report Diesen Beitrag melden

    Spitze vom Eisberg

    Diese ganzen schadensfreudigen Privatwirtschafter, die haben gut reden. Sie kennen nichts anderes als umsatzorientiert zu schaffen und tun jetzt auf wichtig. Wenn den Stadtangestellten das Geld obertses Ziel wäre, würden die meisten auch einen prolligen Porsche im Seefeld fahren, aber sie lieben eben ihren Beruf und nicht das Geld. Wenn man ihnen dieses "Bisschen Geld" noch streicht, limitiert und Angst verbreitet, es sei die Spitze vom Eisberg...Dann ist es nicht mehr gut!

  • Barbara am 18.03.2011 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Entlassung ala USZ

    klar ist es schön einen Lunchcheck zu erhalten, aber lieber kein Lunchcheck als eine Entlassungswelle a la Unispital Zürich.