06. April 2005 14:30; Akt: 06.04.2005 14:32 Print

Pfarrer Sieber mit neuen Plänen

Nach der Gründung des Vereins «Pfuusbus» lanciert er das Wohnprojekt «Baumgärtli» in Rüschlikon.

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Sieber wird aber weiterhin mit den Sozialwerken zusammenarbeiten. «Baumgärtli» ist ein provisorisches Anschlussprojekt für den «Pfuusbus» beim Zürcher Albisgüetli. Bis zu zehn Personen, die den Winter im «Pfuusbus» verbracht haben, können in nächster Zeit in Rüschlikon ein Haus mit Garten bewohnen. Der Besitzer hat das Haus bis November zur Verfügung gestellt, danach wird es umgebaut.

«Für dieses Projekt braucht es kein Geld», sagte der Zürcher Obdachlosenpfarrer am Mittwoch vor den Medien. Die Wohngemeinschaft im «Baumgärtli» solle sich selber organisieren und finanzieren. Die künftigen Bewohner gingen teilweise einer bezahlten Arbeit nach.

Laut Pfarrer Sieber ist das Wohnprojekt dringend nötig. Er hat festgestellt, dass sich die Situation der Personen, die im Winter den «Pfuusbus» aufsuchen, über den Sommer wieder verschlechtert. Dann müsse die Integrationsarbeit wieder von neuem begonnen werden.

Verein «Pfuusbus» gestartet

Um administrative und rechtliche Belange des «Baumgärtli» kümmert sich der am letzten Samstag gegründete Verein «Pfuusbus». Er setzt auf die Arbeit von Freiwilligen und will sich aus Mitgliederbeiträgen, Spenden und andere Zuwendungen finanzieren.

Der Verein wird den «Pfuusbus» ab dem nächsten Winter in Zusammenarbeit mit den Sozialwerken betreiben. Die Sozialwerke werden weiterhin finanzielle Unterstützung leisten sowie Infrastruktur und wenn nötig Fachpersonal zur Verfügung stellen.

Dies erklärte Paul Wellauer, Mitglied des Stiftungsrats der Sozialwerke von Pfarrer Ernst Sieber, auf Anfrage. Die Details der Verantwortlichkeiten würden zu einem späteren Zeitpunkt geklärt.

Das Projekt «Pfuusbus» ist aus den Sozialwerken ausgegliedert worden, nachdem die Sanierung der Finanzen unumgänglich wurde. Im letzten Jahr kämpften die Sozialwerke mit Liquiditätsproblemen in Millionenhöhe. Der Stiftungsrat will laut Wellauer nach Pfingsten die Öffentlichkeit über den Stand der Sanierung informieren.

Sieber: «SWS ist ein Teil von mir»

Obwohl Sieber wegen der finanziellen Schieflage von seinen Sozialwerken entmachtet wurde, wollen beide Seiten weiter zusammen arbeiten. Grundsätzlich sieht Sieber eine Übereinstimmung in den Zielen. Der Zweckartikel der SWS entspreche seinen theologischen und biblischen Überzeugungen, erklärte der 78-jährige Pfarrer.

Für die Sozialwerke wird sich Sieber weiterhin in den Bereichen Frontprojekte, Seelsorge und Schulung engagieren. Er will darüber hinaus aber auch den Bedürftigen helfen. «Darum bin ich kein Teil der SWS, sondern die SWS ist ein Teil von mir», sagte Sieber.

Der Obdachlosenpfarrer hegt auch wieder grössere Pläne. Er sprach zum Beispiel davon, Land im Baurecht erwerben zu wollen, um eine Art Dörfli für Obdachlose zu realisieren. Geld dafür steht allerdings nicht zur Verfügung, zumindest im Moment nicht.

(sda)