Aarau

26. September 2019 15:50; Akt: 26.09.2019 15:50 Print

Pfarrer berührte Kinder an Geschlechtsteilen

Ein ehemaliger Pfarrer verübte über Jahre sexuelle Handlungen an Minderjährigen. Die Opfer leiden immer noch stark an den Folgen der Übergriffe.

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Ein 70-jähriger Mann musste sich am Mittwoch vor dem Bezirksgericht Aarau verantworten. Der reformierte Pfarrer, der in den Kantonen Aargau, Solothurn und Schwyz tätig war, wird wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern angeklagt wie die «Aargauer Zeitung» berichtet.

Wie TeleM1 berichtete, habe er drei Mädchen und einen Buben aus dem Kreis der Familie jahrelang an den Geschlechtsteilen berührt. Ausserdem soll es zu weiteren, durchaus schlimmeren sexuellen Handlungen gekommen sein.

5 Jahre Freiheitsstrafe gefordert

Der Beschuldigte wurde bereits im Frühling 2017 verhaftet und kam nach vier Monaten U-Haft unter Auflagen wieder frei. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine unbedingte Freiheitsstrafe von 3,5 Jahren beantragt.

Staatsanwältin Barbara Loppacher kündigte bei der Gerichtsverhandlung am Mittwoch jedoch an, dass sie die Anklage auf den Straftatbestand der Schändung ausweiten werde, und forderte entsprechend eine höhere Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Grund für die Verlängerung von 1,5 Jahren sei, dass die Übergriffe über einen langen Zeitraum stattgefunden hätten und die vier Opfer im Alter von 5 bis 12 Jahren immer noch stark an den Folgen leiden würden. Zudem sei der 70-Jährige eine nahe Bezugsperson der Opfer gewesen.

«Tatbestand ruft Abscheu hervor»

Der bei Gericht befragte Gutachter diagnostizierte beim Beschuldigten einen Pädophilie und sprach von einem mittleren Rückfallrisiko im einstelligen Prozentbereich.

Wie die «Aargauer Zeitung» schreibt, betonte der Verteidiger des Beschuldigten zu Beginn seines Plädoyers, dass der Tatbestand der sexuellen Handlungen mit Kindern völlig zu Recht Abscheu hervorrufe. «Widerlich, abstossend und ekelerregend» seien die Taten gewesen. Mit der Höhe der geforderten Strafe ist der Verteidiger aber nicht einverstanden. Er beantragte eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern.

Das Gericht wird in den nächsten Tagen entscheiden, wie es weitergeht.

(lar)