Wegen Junkies

21. März 2011 21:39; Akt: 21.03.2011 21:52 Print

Pingpong-Tische aus «Bäcki» entfernt

von David Torcasso - Die Stadt hat am Montag Pingpong-Tische und Sitzbänke aus der Bäckeranlage entfernt. Dort hätten sich zu viele Randständige aufgehalten.

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Dominique Rohr vermisst die seit gestern demontierten Pingpong-Tische in der Bäckeranlage – sie waren rege genutzt worden. (tor)

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Arbeiter der Stadt montierten am Montag Nachmittag in Begleitung von acht Polizisten die Sitzbänke im hinteren Teil der Bäckeranlage ab. An gewissen Tagen hätten sich dort mehr als 40 Randständige aufgehalten, sagt Rolf Vieli, Leiter des Projekts Langstrasse Plus. «Wir haben viele Beschwerden von besorgten Eltern und dem Quartierzentrum erhalten.» Viele befürchteten, in der ­«Bäcki» entwickle sich wieder eine offene Drogenszene. «Die Sicherheit von Kindern und Familien steht an oberster Stelle», sagt Vieli.

Von der Entfernung der Bänke erhofft sich die Stadt, dass sich künftig weniger Randständige im Umfeld des Kinderspielplatzes aufhalten und der Einsatz eines mobilen Polizeipostens wie im Frühling 2010 nicht mehr notwendig ist. Nicht nur die Bänke, sondern auch die Pingpong-Tische sind seit gestern aber weg: «Die Tische wurden als Abstellfläche für Alkohol und Unterlage zum Dealen verwendet», erklärt Vieli.

Gar nicht erfreut über das Verschwinden der Tische ist Dominique Rohr, der den Tischtennis-Anlass Chreislauf organisiert: «Die Bäckeranlage ist ein wichtiger Treffpunkt von Zürichs Pingpong-­Spielern.» Hier habe er jederzeit jemanden zum Spielen getroffen. «Im Sommer fanden Turniere mit über hundert Spielern statt.» Wo diese jetzt hingehen sollen, wisse er nicht.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • siko am 25.03.2011 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht alles gefallen lassen

    Der Artikel hat 32 Kommentare wie ich sehe. Und fast ausschliesslich alle Kommentatoren sind über diese Aktion der Stadtverwaltung masslos verärgert! 32 Leute sind eine Menge Potenzial, wenn jeder noch ein bis zwei Leute mitbringt! Wieso die Schreibwut nicht umwandeln in eine Aktionswut? Ein gemeinsamer Nenner und Solidarität untereinander ist vorhanden - es fehlt nur noch an ein paar kreativen Ideen, um die SV zu überzeugen, die Tische zurückzugeben :-) Also! Ich bin dabei!

  • Bild am 22.03.2011 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Schönes Bild

    Viele Polizisten - keine Junkies - ein Tischtennisspieler ohne Tisch.

  • Wenzin am 22.03.2011 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Das bedeutet doch

    nichts anderes, als dass die Stadt kapituliert hat.

Die neusten Leser-Kommentare

  • siko am 25.03.2011 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht alles gefallen lassen

    Der Artikel hat 32 Kommentare wie ich sehe. Und fast ausschliesslich alle Kommentatoren sind über diese Aktion der Stadtverwaltung masslos verärgert! 32 Leute sind eine Menge Potenzial, wenn jeder noch ein bis zwei Leute mitbringt! Wieso die Schreibwut nicht umwandeln in eine Aktionswut? Ein gemeinsamer Nenner und Solidarität untereinander ist vorhanden - es fehlt nur noch an ein paar kreativen Ideen, um die SV zu überzeugen, die Tische zurückzugeben :-) Also! Ich bin dabei!

  • Armin F. am 25.03.2011 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Inkompetenz

    Die gewählte Lösung erscheint mir radikal und gleichzeitig billig! Ich finde es bedenklich, dass es der Stadt nicht gelingt, eine Lösung zu finden, die mehreren Anspruchsgruppen gerecht wird. Die Freizeit-Tischtennis-Szene hat einen gewissen kulturellen Wert für die Stadt Zürich, der hier durch solche Aktionen beträchtlich geschädigt wird. Es dürfte ja kein Problem sein, die Tische ein Stück weiter weg vom Spielplatz wieder aufzustellen. Es wird sich zeigen, wie egal der Steuerzahler "Tischtennisspieler" der Stadt ist...

  • Dominique R. am 24.03.2011 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Zuasmmenleben in der Bäcki

    Teil 2: Wir bemühten uns einen Treffpunkt zu schaffen,einen Ort wo wir unseren Sport ausüben konnten und jederzeit ein Ping Pong Spieler anzutreffen war. Natürlich gibt es in Zürich über 50 weitere TischtennisTische, jedoch oft heruntergekommen, kaum wer anzutreffen und ausser zum pingpongspielen nicht sehr einladend. Zuerst wurden uns das aufstellen der mobilen Tische untersagt und nun auch die Festinstallierten genommen. Natürlich musste etwas geschehen, aber es wurde NIE das Gespräch* mit uns für eine gemeinsame Problemlösung in der Bäcki gesucht. *Herr Vieli/Polizei D. Rohr

  • Dominique R. am 24.03.2011 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Zusammenleben in der Bäcki

    Teil 1: Wir Ping Pong Spieler haben es versucht/geschafft das Zusammenleben der einzelnen Gruppen zu fördern; Familien, Kinder, Anwohner, Randständige, Junkies, Besucher Wir haben uns stehst mit allen gut verstanden, zusammen gespielt, Gespräche geführt und wenns nötig war geschlichtet. Wir haben den Kontakt mit den Behörden, den Verantwortlichen der Bäcki und der Grünstadt Zürich gepflegt. Wir haben Turniere für Freizeitsportler & Kinder veranstaltet. Netze, Bälle, Mobile Pingpong Tische selber finanziert um mehr Spielmöglichkeiten anzubieten.

  • ada lauer am 24.03.2011 01:10 Report Diesen Beitrag melden

    So lieber nicht

    Der Gipfel ist somit erreicht: Diese stete Verbesserung des Quartiers ist nicht mehr auszuhalten: alles wird eingezäunt, umgebaut verschlechtert: Ich wohne seit 20 Jahren im Kreis 4, und bin täglich auf der Becki, mit Kindern, anzutreffen. Die Randständigen haben mich nie gestört und haben bei allen unseren Aktionen mitgeholfen. Die Ping-Pong-Spieler haben da nur Gutes bewirkt, was das Zusammenleben anbelangt...Diese Tische müssen wieder her...und die Polizei, welche immer um 17.00 nach Hause geht, kann sich die Aufenthalte dort auch sparen.