Abstimmung in Schaffhausen

06. April 2015 17:04; Akt: 06.04.2015 18:00 Print

Plakate ähneln M-Budget – Migros mahnt Komitee ab

Kurz vor der Budget-Abstimmung im Kanton Schaffhausen fordert die Migros das Ja-Komitee auf, alle Plakate an den Rändern zu überkleben. Grund: Das Design erinnert zu sehr an M-Budget.

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Stein des Anstosses sind die Plakate des bürgerlichen Komitees Ja zum Kantonsbudget 2015, über das die Schaffhauser am nächsten Sonntag befinden. Darauf zu sehen ist ein grosses oranges «Ja», umrandet von einem grünen Streifen, in dem diagonal Dutzende Male «Budget 2015» geschrieben steht.

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Dieser Look ist der Migros ein Dorn im Auge – sie beklagt eine Rechtsverletzung. In einem Schreiben der Rechtskonsulentin, das «20 Minuten» vorliegt, heisst es unter anderem: «Wir bestehen (...) insbesondere wegen der Verwässerungsgefahr unserer Marken auf der Abmahnung und der Aufforderung zum Entfernen der Plakate oder Überkleben des grünen Randes der Plakate (beispielsweise mittels eines einfachen Pack-Klebebands).» Zeit dafür habe man bis am 7. April um 18 Uhr, ansonsten würden rechtliche Schritte eingeleitet.

Plakate werden überklebt

Beim Ja-Komitee wundert man sich darüber: «Ich hielt es zunächst für einen schlechten Aprilscherz», sagt CVP-Kantonsrat Franz Marty. «Auch der Zeitpunkt war ungünstig gewählt, da es vor Ostern ziemlich schwierig ist, die Verantwortlichen zu erreichen.» Man werde aber einlenken und die Plakate dem Rand entlang wie gefordert überkleben.

Dass diese Ähnlichkeiten mit M-Budget haben sollen, ist für Marty unbegreiflich: «Die Farben sind total anders. Das M-Budget-Logo hat ein viel dunkleres Grün.» Lediglich der schräge, weisse Schriftzug an den Rändern sei ein wenig ähnlich.

«Die Ähnlichkeit ist verblüffend»

Er ist zudem überzeugt, dass das gegnerische Referendumskomitee für das Intervenieren der Migros verantwortlich ist: «Die Linken haben bestimmt mit einem Boykott gedroht, wenn die Migros nichts dagegen unternehme.» Damit habe er schon persönliche Erfahrungen gemacht. «Die Aktion ist fast schon peinlich», so Marty.

Patrick Portmann (SP), Kampagnenleiter des gegnerischen Komitees, bestreitet jedoch, die Migros auf die Plakate aufmerksam gemacht zu haben: «Ich habe keine Ahnung, wie es dazu kam.» Für ihn sei es aber schon fragwürdig, mit solchen Mitteln zu kämpfen. «Die Plakate weisen eine frappante Ähnlichkeit mit dem M-Budget-Logo auf, was vielleicht auch so gewollt war.»

(fro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mahn Finger am 06.04.2015 17:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man kann ja...

    ...bei vielen solchen Fällen geteilter Meinung über Designkopien sein. In diesem Fall ist es aber eindeutig. Migros hat zurecht abgemahnt.

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  • Steven E am 06.04.2015 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    Die Beste Werbung

    Und somit haben die Plakate ihr Ziel erreicht: Migros meckert, alle Zeitungen drucken die Plakate ab ;)

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  • H. Keller am 06.04.2015 17:19 Report Diesen Beitrag melden

    Unbegreiflich ???

    Natürlich is es für Marty unbegreiflich, im Delikatessen - Laden gibt es kein M-Budget. Für mich war es klar, das erste wo ich dachte, "Was macht den die Migros hier für eine Reklame"

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hil Billi am 07.04.2015 07:35 Report Diesen Beitrag melden

    KEINE WERBUNG

    Wann gibt es endlich ein Gesetz, das "SÄMTLICHE WERBUNG" die mit Politik, und / oder Wahlen zu tun hat verboten wird. Es sollte nur noch das "Info-Material", welches jedem Nachhause geschickt wird erlaubt sein. So spart man viel Geld und es gibt weniger Missverständnisse....

  • bernd das brot am 07.04.2015 06:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja klar

    ja klar. Reiner Zufall und völlig ungewollt das der Rand der Plakate an das Label Migros Budget erinnert zumal dann in der Mitte auch noch gross Budget steht. Jetzt sind sie alle überrascht und können es nicht nachvollziehen das die Migros reagiert, dabei war es in meinen Augen volle Absicht. Dazu stehen ist aber was anderes. Solche Politik will die Schweiz regieren? Danke...

  • Bernhard Strässle am 07.04.2015 06:38 Report Diesen Beitrag melden

    Professionell - unprofessionell

    Steven E hat recht: Solche Plagiate sind beste Werbung von professionellen Werbern. Nur müssten die auftraggebenden Politiker ebenso professionell sein. Wenn die angeschossene Partei unschuldig von Zufälligkeiten redet und dann noch die Gegenpartei als Anstifter für die Migros-Klage ortet, so wirkt sie auf den Stimmbürger unglaubwürdig. Die Werbebotschaft verkehrt sich ins Gegenteil.

  • Eric am 07.04.2015 05:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Plagiat - Debatte - Aufmerksamkeit

    Ziel jeder Kampagne ist die Aufmerksamkeit. Dass nun eine Woche vor Abstimmung die Plagiatsdebatte die mediale Aufmerksamkeit erhöht und die Plakate mit dem Signalrand eine Veränderung erfahren ist eine Top-Leistung der Macher.

  • grafiker am 07.04.2015 04:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ohne zweifel

    Absolut eindeutig eine vorsätzliche Nachahmung. Als Grafiker wählt man das Design ganz bewusst. Sie gehen mit anderen Augen durch die Welt und schauen viel bewusster Marken, Designs und Plakate anderer an. Das liegt an der Natur. Das weiss auch die Migros. Bei einer Nachahmung wird das Design bewusst leicht verändert, um Abstreiten zu können.