Theaterhaus Gessnerallee Zürich

07. März 2017 19:18; Akt: 07.03.2017 19:37 Print

Podium mit AfD-Vordenker nach Drohungen abgesagt

Die massiven Proteste aus Kulturkreisen zeigen Wirkung: Das Theaterhaus Gessnerallee hat das Podium mit AfD-Vordenker Marc Jongen gestrichen.

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Das umstrittene Podium mit Marc Jongen, Philosoph und Chefstratege der Rechtspartei Alternative für Deutschland (AfD), vom 17. März im Zürcher Theaterhaus Gessnerallee findet nicht statt. Das haben die Verantwortlichen des Theaters laut NZZ.ch am Dienstagabend mitgeteilt. Als Gründe nennen sie «Diffamierungen, persönliche Beleidigungen und Erpressung».

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Diese hätten trotz differenzierter Medienberichte nicht abgenommen und seien im Gegenteil noch heftiger geworden. Genauer wollte sich der Theater-Sprecher nicht dazu äussern. Nur soviel: Die Veranstaltung wurde als Sicherheitsrisiko für Teilnehmer, Mitarbeiter und Zuschauer betrachtet. Sie hätte gemäss der Mitteilung nur unter dem Schutz der Polizei oder einer Security stattfinden können.

Mitinitiant und Kunstwissenschafter Jörg Scheller sagte gegenüber der NZZ.ch: «Indem man Diskussionen verhindert, erreicht man nur, dass sich die Leute in Filterblasen zurückziehen und sich radikalisieren.» Und die AfD könne sich nun als Opfer zelebrieren. Genau dies habe er verhindern wollen.

«Ziemlich deprimierend»

Die Ankündigung des Podiums hatte unter Kulturschaffenden in der Schweiz und Deutschland zu einem Sturm der Entrüstung geführt: Hunderte forderten in einem offenen Brief das Theaterhaus dazu auf, Jongen keine Plattform zu bieten. Dieser bezeichnete den Widerstand als «ziemlich deprimierend».

Die Initanten des Podiums hatten eigentlich nach den vielen Kritiken eine Vorveranstaltung geplant. An dieser hätte geklärt werden sollen, ob Jongen auftreten soll oder nicht. Dieser Anlass ist nun obsolet geworden.

Das linke Lager war in der Frage, ob man debattieren soll oder nicht, gespalten. Juso-Chefin Tamara Funiciello sagte: «Wer das Gespräch mit Rechten verweigert, gibt ihnen nur Futter für ihre antidemokratischen Positionen.» Wichtig sei aber, dass das Podium ausgewogen besetzt sei.

Politgeograf Michael Hermann hatte für Toleranz plädiert: «Wir reden hier nicht von Mördern oder Verbrechern: Die AfD ist keine verbotene Partei.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jean De Bolle am 07.03.2017 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Demokratisch?

    Die Linken dürfen ungestraft ganze Städte verwüsten, doch ein Rechter darf nicht mal ein Podiumsgespräch abhalten. Wo ist da unsere hochgejubelte Demokratie und Rechtstaat?

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  • zuffi16 am 07.03.2017 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lächerlich

    soviel zum thema freie meinungsäusserung. schön zu sehen wie intolerant die selbsternannten toleranten sind. die leute die eine andere ansicht/meinung vertreten werden mundtot gemacht. merkt ihr was?

  • René B. am 07.03.2017 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Bumerang wird kommen

    Das haben die Linken noch nicht begriffen. Sie werden das wohl erst dann realisieren wenn sie voll getroffen werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Steph. am 08.03.2017 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Reden

    Tötet Köppel ist legal. Ein Gespräch mit einem der rechts steht aber wird verweigert. Die Linkspopulisten sind also nicht besser als die rechten. Sie verweigern etwas vom wichtigsten in einer Demokratie. Miteinenader sprechen.

  • Simon S. am 08.03.2017 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    antidemokratisch?

    Ich verstehe das nicht ganz, kann mich da jemand aufklären? Wieso wird die rechte, speziell die AfD als antidemokratisch dargestellt? Das habe ich jetzt schon mehrmals gelesen. So wie ich das verstanden habe wünscht sich die AfD mehr Demokratie für Deutschland (Vorbild Schweiz). Jedoch von linker Seite schon mehrfach gehört, dass das Volk bei "komplizierten" Abstimmungen (MEI, Staatsverträge etc.) wohl nicht in der Lage sei differenziert zu entscheiden und dass man diese Entscheidungen vermehrt der Elite überlassen soll.

  • John Doe am 08.03.2017 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Die Gedanken sind frei...

    Sicherheitsrisiko? Von welcher Gesinnung-Seite wird da wohl Gewaltpotenzial befürchtet? Gewalt, nicht nur Protest! Wir brauchen wieder mehr Staatsbürger die sich für die Freiheit aller einsetzen und nicht nur Biomasse mit Internetanschluss die von einer Ideologie vergiftet ist. (gilt für rechts und links). Seid Eidgenossen!

  • Rolf am 08.03.2017 08:02 Report Diesen Beitrag melden

    Toleranz?

    Mein Lieblingsspruch: Ich bin ein sehr toleranter Mensch... ... wenn du die gleiche Meinung wie ich hast.

  • werner am 08.03.2017 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Wolf lässt grüssen

    ...warum muss es den genau Zürich sein für einen rechtsdenkenden...die Stadt ist soo links ,mehr geht nicht!!!