Zürich

05. August 2008 23:42; Akt: 06.08.2008 11:09 Print

Polizei-Offensive an der Langstrasse

von David Torcasso - Der Drogenhandel im Langstrassenquartier nimmt wieder zu: Die Polizei reagiert nun mit Massnahmen wie während der Euro 08.

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Seit einigen Tagen steht an der Ecke Militär-/Langstras­se abends und in der Nacht ein mobiler Polizeiposten der Stadtpolizei. Von dort aus patrouillieren Beamte durch das Quartier. Dabei tragen sie auffällig leuchtende Westen in Neonfarbe. «Die Polizei tritt verstärkt mit einer klar sichtbaren Präsenz auf», sagt Sprecherin Judith Hödl. Wie viele Beamte zusätzlich im Einsatz stehen, möchte sie aus taktischen Gründen nicht sagen.

Das Polizeiaufgebot an bevölkerten Plätzen entlang der Langstrasse ist laut Rolf Vieli vom Projekt Langstrasse Plus auch bitter nötig: «In den letzten Monaten gab es wieder eine Zunahme von Drogenhandel im Quartier.»

Kampf dem Drogenhandel

Die verstärkte Polizeipräsenz zeigt Wirkung: Seit Juni kam es im Langstrassenquartier zu keinem Tötungsdelikt, die Zahl gewalttätiger Konflikte habe ebenfalls merklich abgenommen, sagt Hödl. «Dem Kampf gegen den Drogenhandel gilt aber nach wie vor ein spezielles Augenmerk.»

Der Quartierverein Aus­sersihl-Hard freut sich über die Massnahmen: «Solange es weiterhin zahlreiche Junkies und Dealer im Quartier hat, muss die Polizei handeln», sagt Präsidentin Renata Taiana. Für Rolf Vieli ist das Ziel klar: «Das Langstrassenquartier soll keine Anlaufstelle mehr sein für Dealer und Drogenkonsumenten aus der halben Schweiz.»