Zürich

25. August 2014 06:00; Akt: 25.08.2014 12:54 Print

Polizei entzieht Party kurzfristig die Bewilligung

Erstmals hat die Zürcher Stadtpolizei einer Outdoor-Party die Bewilligung entzogen – nur wenige Stunden vor dem Start. Die Veranstalter missachteten offenbar eine Auflage.

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So hätte es am vergangenen Freitagabend unter der Autobahnbrücke aussehen sollen: Schnappschuss von einer früheren Maxxximal-Party. (Bild: Maxxximal)

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Die Hiobsbotschaft kam am frühen Freitagabend, nur wenige Stunden vor dem geplanten Start der Party: «Die Polizei meldete sich bei mir telefonisch und beschied mir, sie müssten mit uns reden», sagt der Veranstalter der Maxxximal Outdoor, der seinen Namen nicht im Bericht lesen will. Kurz darauf erhielt er eine schriftliche Bestätigung, wonach ihnen die Bewilligung für die Party auf der Allmend entzogen wird.

«Das war für uns der Horror – der Techniker wollte gerade die Soundanlage abladen», sagt der Veranstalter. Doch nicht nur das: Man habe DJs gebucht, Personal organisiert, Alkohol eingekauft. «Ein massiver Verlust für uns.» Dabei führe man regelmässig Outdoor-Partys mit Bewilligung durch. «Nie gab es Probleme mit der Polizei, schon gar keine Gewaltvorfälle – und jetzt das.»

Nicht über 400 Besucher

Die kurzfristige Absage begründet die Polizei damit, dass Maxxximal eine wichtige Auflage ignoriert haben soll. «Wir stellten im Vorfeld dieser Party fest, dass auf Social-Media-Kanälen öffentlich für den Anlass geworben wird, obwohl dies gemäss Rahmenbedingungen der Stadt nicht erlaubt ist», sagt Stadtpolizei-Sprecher Marco Bisa.

Wer öffentlich werbe, könne den Zulauf nicht mehr kontrollieren, damit verbunden seien allfällige Sicherheits- und Lärmprobleme. «Es macht ein Unterschied, ob 250 Leute kommen oder plötzlich 1000», sagt Bisa. Zumal eine bewilligte Outdoor-Party eigentlich nicht über 400 Personen anziehen darf. Es sei das erste Mal, dass die Polizei Veranstaltern die Jugendbewilligung wieder entzogen hat. «Wir werde mit diesen Leuten im Hinblick auf künftige allfällige Gesuche zusammensitzen müssen», sagt Bisa.

«Unsere Partys sind nicht kommerziell»

Der Maxxximal-Veranstalter widerspricht der Darstellung der Polizei: «Es handelte sich um eine geschlossene Facebook-Gruppe, die wir erst wegen der Absage öffneten.» Dass schon mal 400 und mehr Personen kämen, sei bei Outdoor-Partys nicht ungewöhnlich. «Es spricht sich halt herum.» Der Veranstalter beteuert aber: «Unsere Partys sind nicht kommerziell – wir sind froh, wenn wir die Unkosten decken können.»

Am vergangenen Wochenende war dies bestimmt nicht der Fall. Wegen der entzogenen Bewilligung musste die Maxxximal in den UG-Club nach Bülach umziehen. «Dort kam nur ein Bruchteil der Leute, die wir outdoor gehabt hätten – doch wenigstens fanden wir in der kurzen Zeit noch eine Alternativlocation», so der Veranstalter. Auf der Allmend blieb es derweil die ganze Nacht ruhig – wie Patrouillen der Polizei bei Kontrollen feststellten.

(rom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Johann am 25.08.2014 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    super vielen Dank

    Somit war das wohl die letzte legale Outdoor Party. Kein Organisator kann garantieren, dass niemand die Party auf Facebook erwähnt. Das Risiko ist viel zu gross, wenn die Getränke bezahlt sind, die Miete für die Soundanlage überwiesen ist und dann die Polizei fast schon willkürlich eine Absage erteilt ist der Verlust einfach zu gross. Willkürlich, weil die Party sicher schon lange auf Facebook erwähnt wurde. Wenn die Absage 3 Tage im Voraus kommt, dann ok, aber nicht ein paar stunden vor Anfang.....Schade! Aber ok, auch illegal machen diese Outdoor parties spass.

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  • kiki am 25.08.2014 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    Partys im Industriegelände

    Warum können nicht alle Partys einfach in Industriegebiete verlegt werden? Und das in jeder Stadt! Das wäre punkto Lärm wohl das Beste! Parkplätze hätte es auch und die Bevölkerung würde nicht belästigt.

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  • kopfschüttel am 25.08.2014 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    danke polizei 

    und was hats gebracht?? due jungen saufen und pöbeln bei dem bahnhof. bravo

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Die neusten Leser-Kommentare

  • denker am 25.08.2014 20:39 Report Diesen Beitrag melden

    viele

    für die meisten Menschen von Zürich scheint das Leben nur aus Party zu bestehen - viele kennen das Leben anders - also seriöser

  • Reto am 25.08.2014 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jugendtreff

    Ab in Jugendtreff... Spitzbuebezügs

  • Tobix am 25.08.2014 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Na zum glück konnte die Party ins UG Bülach verlagert werden..Haha peindlich und traurig dieser Veranstalter..

  • Tea am 25.08.2014 16:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Polizei..

    ...dein Freund und Helfer. Oder so. Man könnte fast glauben das die auch mal eine entspannte Nacht wollten. Ist ja ihr gutes Recht, ich sag den Kunden jeweils auch das ich heute nix verkaufen kann, weil ich sonst sooo viel Arbeit habe. Oder so.

  • arumi rizlav am 25.08.2014 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    an maxxxxxxxxxxximal

    danke der polizei für die absage dieser veranstaltung. Nebst der umverschämten werbung auf Fb und anderen sozialen netzwerken, überschreitet maximal auch andere regelungen der jugendpartybewilligung. so zahlt man für den eintritt bei einer maxximal outdoor-party 20 franken -gemäss JPB heisst es: Parties nicht-kommerzieller Ausrichtung - Können sich die maxximal-veranstalter nicht an eine gewisse demo im jahre 2011 am bellevue erinnern? dort demonstrierte man ja auch gegen teure eintrittspreise in clubs und für gratis alternativen? am besten maxximal ganz die erlaubnis entziehen