Wolffs Weisung

19. Januar 2018 09:43; Akt: 19.01.2018 12:57 Print

Zürcher Polizei im Stress wegen Täter-Nationalität

Sicherheitsvorsteher Richard Wolff will die Nationalität von Tätern nicht mehr nennen. Das bedeutet für die Zürcher Stadtpolizei viel Arbeit.

Stadtrat Richard Wolff erklärte an der Medienkonferenz im November, weshalb die Stadtpolizei Zürich in Zukunft nicht mehr die Nationalität von Tätern nennt.
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AL-Stadtrat Richard Wolff ordnete im November 2017 an, dass in Polizeimeldungen die Nationalität von Tätern nicht mehr automatisch genannt wird. Auskunft gibt es nur noch auf Nachfrage.

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Das tun Interessierte nun auch ständig, wie der «Blick» schreibt. Laut Medienchef Marco Cortesi hat die Stadtpolizei im November und Dezember 2017 36 für die Herkunftsthematik relevante Polizeimeldungen verschickt. Dazu habe man rund 100 Nachfragen von Medien und Bürgern zur jeweiligen Nationalität erhalten.

SVP will alte Praxis mit Initiative zurück

Auf die Frage nach dem Mehraufwand sagt Cortesi, dass man die Entscheide der Politik neutral umsetzt. Nach dem Versand von Medienmitteilungen müsse man nun Statistiken zu den Nationalitäten führen, um entsprechende Anfragen unmittelbar, aber auch im Nachhinein beantworten zu können. So oder so hält Wolffs Sicherheitsdepartement weiterhin an der neuen Praxis fest. Laut Sprecher Mathias Ninck ist es noch zu früh, um eine Bilanz zu ziehen.

Der Stadtzürcher SVP-Präsident und Nationalrat Mauro Tuena hat hingegen den Mehraufwand befürchtet. Anstatt transparentere Informationen habe man nun einen sinnlosen Bürokratie-Leerlauf. Unter dem Strich wüssten die Leute trotzdem Bescheid, da viele Medien aktiv nachfragen. Die SVP des Kantons Zürich hat eine Volksinitiative lanciert, welche die Rückkehr zur automatischen Nationalitäten-Nennung fordert. Geht es nach der SVP, soll die Polizei neu auf Anfrage auch den Migrationshintergrund bei Eingebürgerten angeben müssen.

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leser am 19.01.2018 10:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Witzig

    Fördert Vorurteile? Ist ja kein Vorurteil, wenn einer ein Verbrechen begeht, dann ist es doch Tatsache.

    einklappen einklappen
  • Ephraim Lercher am 19.01.2018 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wolff muss weg

    Wolff sollte von seinem Amt enthoben werden.

    einklappen einklappen
  • Hubi am 19.01.2018 10:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnfreie Regelung

    Kein Recht wird geschützt und keins verletzt. Sofort retour zum alten Modus.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Xardas am 19.01.2018 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    umgekehrte Wirkung

    Die Nationalität nicht zu nennen steigert wohl vielmehr die Vorurteile. Sonst würde man es janicht verheimlichen. Aber schön für die Statistik.

  • Max der Schöne am 19.01.2018 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Der grosse Rate-Spass

    Kennen Sie den Unterschied von einem Kapuzineräffchen und einem Wolf? Beide sind sehr lustig.

  • Typhoeus am 19.01.2018 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Volk hat Anrecht auf Trsnsparenz.

    Wo ist der rechtliche Hintergrund für die Selbstherrlichkeit?

  • ES Kommentiert am 19.01.2018 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsinn abwählen

    Auch die Nennung des Geschlechts und Alters, sowie sozialer Status, Vorleben und Beruf ist diskriminierend!! Offizielle Meldung ist dann immer gleich "ES fand eine Straftat statt, ihre Polizei". - Empfehlung: Einfach bei der nächsten Wahl Wolff ABWÄHLEN!

  • Aline am 19.01.2018 12:20 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrheit verboten?

    Uns soll also bewusst sie Wahrheit verschwiegen werden. Was bitte soll das bringen? Man kann doch frei im Netz nachlesen, das fast um die 70 % aller Gefangnisinsassen Menschen mit ausländischen Wurzeln sind. Was vesucht man also schön zu reden? Ich habe übrigens ganz liebe Freunde mit ausländischen Wurzeln, die sind ALLE total in Ordnung. Aber die andere Seite gibt es leider auch, auch wenn man sie nun nicht mehr beim Namen nennen darf.