Kanton Zürich

08. Januar 2016 18:27; Akt: 08.01.2016 18:27 Print

Polizei prüft über 60 Diebstahl-Anzeigen

Im Kanton Zürich sind nach der Silvesternacht insgesamt über 60 Diebstahl-Anzeigen eingegangen. Die Polizei überprüft alle auf allfällige sexuelle Belästigungen.

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Die Polizei markierte in der Silvesternacht an diversen Orten Präsenz - so wie hier auf der Polyterrasse. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

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Bei der Zürcher Stadtpolizei sind rund ein halbes Dutzend Anzeigen von Frauen eingegangen, die in der Silvesternacht in Zürich von Männern «mit dunklerer Hautfarbe» bestohlen und sexuell belästigt worden sind. Um mögliche weitere Opfer zu eruieren, hat die Polizei am Donnerstag einen Aufruf gestartet. «Bis jetzt sind keine weiteren Anzeigen diesbezüglich eingegangen», sagte Judith Hödl, Sprecherin der Stadtpolizei, am Freitag. Auch sei es bislang zu keiner Verhaftung gekommen.

Die Polizei geht aber aus aktuellem Anlass bei allen Diebstahl-Anzeigen im ganzen Kanton Zürich, die die Silvesternacht betreffen, nochmals über die Bücher – insgesamt sind es über 60. «Wir überprüfen bei all diesen Anzeigen, ob allenfalls weitere sexuelle Belästigungen vorliegen», so Hödl.

Diebstähle immer ein Thema

Eine Durchsicht der Medienmitteilungen der Stadtpolizei Zürich zum Silvesterzauber in den vergangenen fünf Jahren zeigt: Diebstähle wurden in der Vergangenheit jeweils kaum erwähnt. Meist ging es um «Streitereien, Tätlichkeiten und leichte Körperverletzungen in Zusammenhang mit übermässigem Alkoholkonsum».

Dies bedeutet laut Hödl aber nicht, dass es keine Diebstähle gab – die Polizei registriere jedes Mal sehr wohl Dutzende. Es seien dieses Jahr sogar leicht weniger gewesen als in den Vorjahren. «Zum Zeitpunkt dieser ersten Bilanz liegen diese Zahlen jeweils schlicht noch nicht vor», sagt Hödl.

Züri-Fäscht und Street Parade

Dass es in einer grossen Menschenmenge wie dem Silvesterzauber mit bis zu 200'000 Besuchern Diebstähle gebe, sei üblich. «Das gibts auch an der Street Parade oder am Züri-Fäscht», so Hödl. Zudem käme es in Zusammenhang mit Diebstählen auch immer zu Berührungen. «Gerade wenn der Dieb jemanden ablenken will, um etwa an das Handy zu kommen.»

Daher sei nach wie vor schwierig zu beurteilen, ob es sich bei den nun gemeldeten Fällen der Frauen mit Diebstählen und sexueller Belästigung tatsächlich um ein neues Phänomen handle.

«Auch Zürich ist Köln»

Bei der Stadtzürcher SVP reagiert man erwartungsgemäss bereits empört über die Vorkommnisse am unteren Seebecken: «Auch Zürich ist Köln» und «Die Folgen der ‹Willkommenskultur› werden immer gefährlicher», schreibt die Partei in einer Mitteilung und spielt damit auf die Täter an, die bei ähnlichen Vorfällen in Deutschland wahrscheinlich Asylsuchende waren. Und weiter: Man werde das Ganze mit einem Vorstoss parlamentarisch aufarbeiten.

(rom)