Zürich

17. März 2015 05:54; Akt: 17.03.2015 05:54 Print

Polizei soll mit Drohne Krawalle filmen dürfen

Der Multikopter der Zürcher Polizei soll nicht nur fotografieren, sondern auch filmen dürfen – und zwar bei Krawallen. Polizisten begrüssen die Forderung der SVP, linke Politiker gar nicht.

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Rund 200 Chaoten, weit über eine Million Franken Schaden, sieben verletzte Polizisten und vier Verhaftungen – das sind die nackten Zahlen der beispiellosen Gewalt- und Zerstörungsorgie vom 12. Dezember rund um die Europaallee in Zürich. Um solche Krawalle früher stoppen und die Teilnehmer zur Rechenschaft ziehen zu können, will die SVP bei der Polizei technisch aufrüsten.

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Konkret soll der Multikopter der Stadtpolizei anstelle der heutigen Fotokamera eine hochauflösende Videokamera erhalten, die auch bei Nacht gutes Filmmaterial liefert. «Damit könnte man Beweise sichern, welche Personen Sachschäden und/oder Gewalt ausgeübt haben», sagt Mauro Tuena, SVP-Fraktionschef im Zürcher Gemeinderat, «und die Polizei wüsste schneller, wohin sich die Krawallanten bewegen.»

Hier reut es die SVP nicht

Dass viele der Demonstranten vermummt und dadurch kaum identifizierbar sind, ist Tuena bewusst: «Dennoch wäre eine hochauflösende Videokamera hilfreich.» Auch die zusätzlichen Kosten betrachtet man bei der sonst fürs Sparen bekannten Volkspartei als vertretbar. «Insbesondere mit Blick auf die verletzten Polizisten und die hohen Schäden», sagt Tuena, «die Zürcher Bevölkerung und die Gewerbetreibenden haben genug von randalierenden Saubannerzügen.»

Geht es nach der SVP, soll die Polizei den Multikopter neu sofort einsetzen können, wenn sich ein Demozug mit Gewaltpotenzial bildet. Heute ist der Einsatz nur bei grösseren Unfällen erlaubt oder auf Anordnung des Kommandanten in Ausnahmefällen wie etwa einer Geiselnahme. Es bräuchte denn auch eine Änderung der Polizeiverordnung. Die entsprechenden Vorstösse will Tuena am Mittwoch im Parlament einreichen.

Bedienpersonal aufbieten als Knackpunkt

Für Werner Karlen, Präsident des Stadtzürcher Polizeibeamtenverbandes, wäre die technische Aufrüstung «hochinteressant und begrüssenswert». «Ich frage mich, ob bei solch kurzfristigen Einsätzen das Personal, das das Gerät bedienen kann, auch verfügbar sein wird», gibt er aber zu bedenken. Als Ergänzung sähe er daher fixe Videoüberwachungen an neuralgischen Orten wie der Langstrasse. Karlen: «So oder so müsste die Datenauswertung aber gesetzlich klar geregelt sein.»

Gar nichts von einem Multikopter mit hochauflösenden Videoaufnahmen hält Grünen-Gemeinderat Markus Knauss: «Ich bin grundsätzlich gegen eine generelle Überwachung und gegen ein Gerät, mit dem die Polizei Einzelpersonen aus grosser Distanz identifizieren kann.» Zumal es nichts bringe, da der harte Kern der Krawallanten derart vermummt sei, dass man sie ohnehin nicht erkennen könne.

Vorstellen kann er sich hingegen, dass der Multikopter – egal ob mit Foto oder Video – der Einsatzleitung als Hilfsinstrument bei gewalttätigen Demos dienen könnte: «So wüsste die Polizei, wohin sich die Demonstranten bewegen, damit sie schnell genügend Einsatzkräfte an den richtigen Ort aufbieten kann – das ist nämlich entscheidend dafür, dass weniger Schaden entsteht.»

Der Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich, Bruno Baeriswyl, war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

(rom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ed am 17.03.2015 06:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Big Brother

    Bin zwar kein Fan von totaler Überwachung, finde die Idee jedoch gut solange sie wirklich nur für Ausschreitungen eingesetzt wird.

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  • Martin am 17.03.2015 07:10 Report Diesen Beitrag melden

    1+1 zusammenzählen

    Wenn ich das richtig verstehe, dann mögen die Linken also keine Selfies?

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  • Zürcher am 17.03.2015 06:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Grundsätzlich gute Idee! Wer nicht gefilmt werden soll, soll auf diesen Müll verzichten. Aber die meisten sind ja eh vermummt, also verstehe ich denn Sinn nicht ganz..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Michael Lieberman am 18.03.2015 09:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dürfen Alles fast alles

    Zählt lieber auf was die Polizei nicht darf !! Da ist man extrem schnell fertig mit aufzählen !!

  • Martin Budi am 17.03.2015 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drohnen

    Die beste Idee des angefangenen Jahres ! Hoffentlich werden die "Radaububis " endlich gefasst , verhaftet , und die Rechnung zu gestellt ! Oder Arbeiten bis zum geht nicht mehr !

  • Sebi am 17.03.2015 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Why not?

    Ich denke, dass das eine gute Idee ist, verstehe aber auch die Bedenken wegen der Privatspäre und Datenschutz. Jedoch muss man sich ja eigentlich keine sorgen machen wenn man eine saubere Weste und nichts zu verbergen hat. Oder täusche ich mich da? Die Idee ist gut, jedoch müsste das Gesetz verschärft werden damit es einen Sinn hat

  • Oma am 17.03.2015 17:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drohnen

    Was nützen denn die Drohnen wenn die Chaoten nicht bestraft werden. Die sind ja meistens am andern Tag wieder auf freiem Fuss. Steckt die einmal ein paar Monate in ein Arbeitslager. So dass auch der Arbeitgeber vernimmt was da in der Freizeit abgeht.

    • OPA am 18.03.2015 07:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Jep...

      Genau bin gleicher Meinung! Am Besten so lange, bis sie alle ihre Schäden verdient und bezahlt haben

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  • Nicht zu Verschenken am 17.03.2015 15:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer nichts zu Verbergen hat

    Jeden Hooligans CHIPPEN lassen und bei der NSA registrieren lassen!