1. Mai in Zürich

01. Mai 2012 18:01; Akt: 01.05.2012 21:55 Print

Polizei sorgt für Ruhe in der Stadt

Der Tag der Arbeit 2012 wird als einer der ruhigen in die Geschichte eingehen. In Zürich kam es bloss zu einzelnen Scharmützeln. So bleibt vor allem eine kreative Aktion mit farbigen Luftballons im Gedächtnis.

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Die befürchtete Nachdemo am 1. Mai in Zürich ist ausgeblieben. Es gab lediglich einzelne Scharmützel im Stadtkreis 4. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort und griff sofort ein. 50 Personen wurden verhaftet und etliche weggewiesen.

Während mehrere hundert Personen auf dem Zeughausareal den Tag der Arbeit mit einem friedlichen Fest feierten, bezog die Polizei im Verlauf des Nachmittags in der Nähe Stellung mit einem Grossaufgebot. Am Helvetiaplatz und an der Langstrasse riegelte sie sämtliche Querstrassen ab und brachte Wasserwerfer in Stellung.

Strategie der Polizei ging auf

Dank starker Präsenz von Stadt- und Kantonspolizei Zürich habe eine Nachdemo verhindert werden können, hiess es in einer Mitteilung. Durch konsequentes Eingreifen hätten Sachbeschädigungen weitgehend abgewendet werden können.

Polizeivorsteher Daniel Leupi (Grüne) zeigte sich über den friedlichen Verlauf sehr erfreut. Die Polizeistrategie sei aufgegangen, schrieb er in einer weiteren Mitteilung. Sorge bereitet hätten die vielen, oft sehr jungen Krawalltouristen, deren einziges Ziel es offenbar sei, sich mit der Polizei anzulegen oder dabei zuzusehen. Diese Tatsache zeige, dass Gewaltbereitschaft nach wie vor festzustellen sei und einen entsprechend aufwendigen Polizeieinsatz leider notwendig mache.

Gegen 16.30 Uhr hatten einige Vermummte Plastikcontainer in Brand gesteckt und mehrere Fahrzeuge beschädigt. Randalierer bewarfen zudem Einsatzkräfte mit Gegenständen und es gab Auseinandersetzungen mit zivilen Einsatzkräften. Bei einer Verhaftung wurde ein Polizist durch einen Stein am Kopf verletzt.

Luftballons statt Pflastersteine

Für Aufsehen sorgten Anwohner der Langstrasse: Sie warfen tausende bunte Luftballons auf die Strasse, wo sie von Passanten zum Platzen gebracht wurden. Die Knallgeräusche lockten schnell zahlreiche Schaulustige an, die offenbar davon ausgingen, dass die Situation eskaliert sei.

Kurzzeitig setzte die Polizei einen Wasserwerfer ein, nachdem sich am Helvetiaplatz eine Handvoll junger Leute unmittelbar vor das Fahrzeug gesetzt hatte. Etliche Passanten und Fotografen konnten sich vor dem Wasserstrahl nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Die Polizei griff auch in anderen Situationen sofort ein. So etwa als ein offensichtlich angetrunkener Mann versuchte, die Polizeisperre zu durchbrechen. Er wurde von mehreren Einsatzkräften niedergerungen und seine Hände mit Kabelbindern auf dem Rücken fixiert, bevor er abgeführt wurde.

Einsatzkräfte blieben präsent

Gegen 18 Uhr entspannte sich die Situation und die Polizei zog sich zurück. Auch am späten Abend noch schirmten die Einsatzkräfte das Zeughausareal ab, «um zu verhindern, dass Chaoten ins Festgelände gelangen und das friedliche Volksfest stören können», wie die Polizei mitteilte.

Der Stadtrat hatte im Vorfeld des diesjährigen 1. Mai die Polizei angewiesen, allfällige Nachdemos und Ausschreitungen bereits im Keim zu ersticken. Eine ähnliche Strategie verfolgten die Einsatzkräfte im vergangenen Jahr. Damals wurden mehr als 500 Personen eingekesselt und festgenommen.

Mehr als 2000 farbige Luftballons wurden losgelassen, als die Situation kurzzeitig zu eskalieren drohte. (Leser-Reporterin)

(sda)