Winterthur

29. März 2019 09:40; Akt: 29.03.2019 19:23 Print

Polizei warnt vor TikTok und macht selbst mit

Die Stadtpolizei Winterthur warnt vor der Video-App TikTok. Versuchsweise ist sie sogar selbst im Netzwerk präsent.

Social-Media-Polizistin Rahel Egli verbreitet auf der Video-Plattform Präventionstipps.

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«Hey, bist du aus Winti. Wusstest du, dass die Stadtpolizei eine Jugendpolizei hat? Wenn du Probleme hast, belästigt oder gemobbt wirst, dann melde dich bei uns.» So spricht die Winterthurer Social-Media-Polizistin Rahel Egli Jugendliche auf der Video-App TikTok an. Das soziale Netzwerk ist derzeit besonders bei Teenagern beliebt. Nutzer können dort selbst gedrehte Handy-Videos mit Musik unterlegen und verbreiten.

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Nun aber warnt die Stadtpolizei Winterthur davor. Zwar seien konkrete Straftaten, die via TikTok verübt wurden, nicht bekannt. In letzter Zeit hatte die Jugendpolizei aber wiederholt mit dem Netzwerk zu tun, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag. Es komme offenbar vermehrt vor, dass Kinder auf diesem Weg blossgestellt, beleidigt oder gemobbt würden. Ebenfalls kann laut der Stapo nicht ausgeschlossen werden, dass sich auch erwachsene Personen, allenfalls mit schlechten Absichten, auf dem Netzwerk tummeln.

Einzigartiges Projekt

Seit Februar 2019 ist die Stadtpolizei Winterthur daher versuchsweise selbst auf dem Netzwerk präsent und ansprechbar, heisst es weiter. Rahel Egli verbreite Präventionstipps und stehe bei Fragen und Anliegen zur Verfügung.

Tatsächlich sind bisher über diesen Weg viele Fragen und Kommentare eingegangen, sagt Stapo-Sprecher Michael Wirz auf Anfrage. Dabei beschäftigen die Jugendlichen unterschiedliche Themen – sie wollen etwa Rechtsauskünfte zum Thema Imitationswaffen oder mehr über den Polizeiberuf wissen. Ebenfalls kommentieren sie, wie sie die Videos finden. «Strafanzeigen müssen aber immer noch bei der Polizei selbst eingereicht werden», so Wirz.

Bisher wurden die Kurzvideos der Stadtpolizei auf der Plattform bereits mehr als 300'000 Mal angesehen. «Viele Jugendliche erkennen wegen TikTok Rahel Egli auf der Strasse», so Wirz. Der Pilotversuch wird voraussichtlich noch bis zu den Sommerferien weitergeführt und dann ausgewertet. «Soweit ich weiss, ist das Projekt schweizweit einzigartig.»

Hinschauen und thematisieren

Die Stadtpolizei Winterthur appelliert in ihrer Mitteilung auch an die Erziehungsberechtigten. Sie sollen genau hinschauen und das Thema TikTok mit ihren Kindern ansprechen. «Insbesondere sollten sich die Jugendlichen bewusst sein, dass sich auch Erwachsene unter Umständen mit schlechten Absichten auf dem Netzwerk tummeln», heisst es.

Auch rät die Polizei davon ab, persönliche Daten wie Namen, Adressen oder Telefonnummern zu verbreiten. Ausserdem sollten keine allzu freizügigen Videos veröffentlicht werden.

Das Unternehmen TikTok schreibt zu den Mobbingvorwürfen: «TikTok hat sicherheitsrelevante Dienste in seine App integriert: Nutzer können auf einfache Weise Inhalte, Profile und Kommentare, die gegen die Community-Richtlinien des Unternehmens verstossen, melden. Diese Inhalte werden daraufhin geprüft und, falls sie gegen die Richtlinien verstossen, von der Plattform entfernt.» Ergänzend heisst es: «TikTok beschäftigt weltweit Moderatorenteams, die Inhalte und Profile rund um die Uhr prüfen.»

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • R. Bättig am 29.03.2019 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Du gefährliches Tiktok Du....

    Ob TikTok oder andere Social Plattformen, ist Hans was Heiri....auf allen Plattformen passieren Blosstellungen, Mobbing, etc......Schulung, Schulung und nochmals Schulung ist das einzig Richtige. Zudem funktioniert alles plus minus ähnlich, mit Videos oder Bildern, Komentaren und Likes...somit ist TikTok nicht besser oder schlechter...und auch nichts Neues.

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  • Matti am 29.03.2019 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Werbung?

    Sind wohl doch nicht so viele die TikTok nutzen, wenn man hier massiv dafür Werbung macht. Ich brauche das nicht, denn ich muss mich und Andere nicht präsentieren.

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  • Maria am 29.03.2019 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Mist

    Noch so ein Mist der niemand braucht. Hat schon genug von diesen Plattformen bei dem die Menschen erniedrigt werden, braucht kein Mensch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alt mit 30 am 03.04.2019 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Jugend von Heute

    Es ist eindeutig an der Zeit zu sagen, ich bin alt. Ich hab von diesen Apps keine Ahnung und es kommt mir vor als ob jeden Tag ein neues Hirngespinst auftaucht. Was ist falsch an einem guten alten Treffen? Einem Telefonat?

  • KvB am 29.03.2019 16:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politiker haben nur Geldinteresse

    Verbietet endlich die Brutalo Games. Die Hemmschwelle wird immer kleiner und die Kohle fliest für die Geldgierigen immer mehr.

    • Ma Schine am 29.03.2019 16:06 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Ahnung

      Diesen Kommentar kann ich nicht ernst nehmen.

    • Nubinu am 11.04.2019 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @KvB

      Es handelt sich bei dieser App nicht um ein Ballergame...

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  • Aliz am 29.03.2019 14:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tik Tok

    Meine Tochter hat auch Tik Tok leider hat es immer wieder Erwachsene die sie anfragen ob sie Nacktfotos schicken kann.. Sie hät kein Video drin indem man sie sieht..

  • beschämend am 29.03.2019 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Erwachsenen in den Kommentaren hie

    Ihr checkt nicht worums geht das merkt man sogar hier !

  • Mensch am 29.03.2019 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Socialmedia

    Hey, ich komme aus Luzi. Hast du gewusst, dass ich keine Socialmedias benutze? Toll. Dann brauchst du keine Angst zu haben, gemobt zu werden. Ich bin übrigens ein Mensch der lieber mit Menschen redet und nicht mit Bildschirmen.

    • Selse am 29.03.2019 20:33 Report Diesen Beitrag melden

      +Mensch

      So, wie Du jetzt hier virtuell mit virtuellen Menschen unpersönlich chattest - wenn auch über eine Kommentarspalte und nicht über Facebook oder eins von diesen Dingern. Einer von uns beiden hat etwas nicht verstanden.

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