Fussball-Krawalle

18. August 2011 12:38; Akt: 18.08.2011 13:00 Print

Polizei will Fotos von Hooligans veröffentlichen

Vor dem Super-League-Spiel FC Zürich gegen FC Basel am 11. Mai kam es zu Ausschreitungen. Die Zürcher Stadtpolizei will nun die Fotos der gewaltsamen Fans am Montag ins Internet stellen.

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Bilder von 16 Basler Fussball-Hooligans stellt die Zürcher Stadtpolizei am kommenden Montag ins Internet - ausser die Gesuchten würden sich bis dahin noch melden. Die Internet-Fahndung wurde von der Staatsanwaltschaft angeordnet.

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Vor dem Super-League-Spiel FC Zürich gegen FC Basel am 11. Mai 2011 im Zürcher Letzigrund-Stadion kam es zu wüsten Ausschreitungen: Kurz vor dem Anpfiff stürmten rund 1500 FCB-Fans den Gästeeingang und gelangten so ins Stadion. Auch ein Grosseinsatz der Stadtpolizei mit Wasserwerfern konnte sie nicht aufhalten.

Die Randalierer zerstörten elektronische Geräte zur Eingangskontrolle, stürmten und plünderten Catering-Stände und zertrümmerten WC-Anlagen. Die Schäden beliefen sich auf bis zu 200 000 Franken, wie Stadionmanager Peter Landolt tags darauf sagte. Zehn Personen wurden leicht verletzt, darunter private Sicherheitskräfte, die sich den Vandalen in den Weg stellten.

Von den Ausschreitungen gab es zwar gute Video- und Fotoaufnahmen. Trotz aller Ermittlungsarbeiten konnten aber 16 der gesuchten Randalierer nicht gefunden werden. Nun setzen die Behörden auf das Internet, wie die Stadtpolizei am Donnerstag mitteilte.

Aus diesem Grund ordnete die zuständige Staatsanwaltschaft Zürich- Limmat an, die Bilder dieser Gesuchten ins Internet zu stellen. Ab 09.00 Uhr am Montagmorgen sind sie nun auf www.stadtpolizei.ch veröffentlicht. Vorgeworfen werden den Verdächtigten Landfriedensbruch, Sachbeschädigung und Diebstahldelikte.

Zurückhaltende Anwendung von Netz-Fahndung

Internet-Fahndungen werden von den Behörden zurückhaltend angewandt. Die Polizei darf Bilder jeweils nicht von sich aus ins Netz stellen, sondern nur im Auftrag der Staatsanwaltschaft, und nur, wenn alle anderen polizeilichen Ermittlungsbemühungen erfolglos geblieben sind. Sie sind jeweils recht erfolgreich.

Letztes Jahr etwa hatten die Basler Behörden nach Ausschreitungen bei einem FCB-FCZ-Spiel im St.-Jakob-Stadion im November 2009 ebenfalls per Internet nach 17 Fussball-Hooligans gesucht. Elf wurden gefunden oder meldeten sich selbst. Sechs konnten laut Staatsanwaltschaft Basel trotz allem nicht aufgespürt werden.

Erfolgreich verlief auch die Internet-Fahndung nach mutmasslichen Randalierern vom 1. Mai 2011 in Zürich, wie die Stadtpolizei Anfang dieser Woche mitteilte. Von den 13 Gesuchten konnten neun ermittelt werden.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ultras Liberi am 18.08.2011 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Gott...

    ..haben wir hier in der Schweiz Probleme.. Und an jene, die immer sagen man soll nach England/Ausland schauen, schaut doch jetzt mal was dort los ist..

  • Serge am 18.08.2011 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht?!

    Im Aussland werden schon längst Bilder von Hooligans oder Gesuchten veröffentlicht...warum nicht in der Schweiz?! Vielleicht haben diese dann mehr Respekt.

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  • Züzi am 18.08.2011 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    Naja..

    Hmm.. 16 Leute müssen geradestehen, was 1500 Leute angestellt haben? Sehr wirksam! Riegelt doch nach dem Spiel alles ab und nehmt von allen die Personalien auf! Riesen Aufwand, aber der Internetpranger entfällt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ch am 02.09.2011 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Normaler Bürger

    Der Club soll für seine Krawallleute zahlen. So sieht man wer ein richtiger Fan ist und wer nur Kriminelle taten will.

  • Christine am 21.08.2011 20:21 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig!

    Kann ein 'Fan' demolieren, kann er auch die Verantwortung für sein Tun übernehmen. So einfach ist das. Danach braucht niemand mehr Rücksicht auf ihn zu nehmen, er hat dies ja auch verweigert.

  • Ultras Liberi am 18.08.2011 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Gott...

    ..haben wir hier in der Schweiz Probleme.. Und an jene, die immer sagen man soll nach England/Ausland schauen, schaut doch jetzt mal was dort los ist..

  • marcel finn am 18.08.2011 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Konsequenz

    Wer den Internet-Pranger befürwortet soll sich bitte nicht ab den vielen Vermummten wundern...

    • FCB H.i.E am 24.08.2011 13:15 Report Diesen Beitrag melden

      Word

      Wo er Recht hat, hat er Recht! Und kommt mir jetzt nicht mit: Wenn Mann/Frau nichts macht, dann wird ihm/ihr nichts passieren... blablabla!

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  • zimboo am 18.08.2011 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    wieso erst jetzt?

    am 1. mai passiert und jetzt erst die fotos auf dem portal? sorry, wieso habt ihr so lange gewartet???

    • Marco am 20.08.2011 04:11 Report Diesen Beitrag melden

      Jetzt

      Weil erst jetzt die Bewilligung dazu gegeben wurde, nehme ich an. Das entscheidet die Staatsanwaltschaft.

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