Stadt Zürich

25. Juli 2019 08:02; Akt: 25.07.2019 08:02 Print

Sorgen um Verkehrschaos wegen Velo-Kundgebung

Die weltweite Velo-Bewegung «Critical Mass» findet am Freitag wieder in Zürich statt. Aus Angst vor Chaos hat sich die Polizei mit einem offenen Brief an die Teilnehmer gewandt.

Bildstrecke im Grossformat »
Die Stadtpolizei Zürich appeliert in einem offenen Brief an die Teilnehmer der Velo-Kundgebung «Critical Mass» und teilt diesen auf Twitter. Sie will damit Verkehrsbehinderungen verhindern. Das letzte Mal kam es zu Behinderungen beim Hauptbahnhof. Ein Einsatzfahrzeug konnte nicht weiterfahren. Laut einem Aktivisten blieb man für rund 20 Minuten stehen, weil eine Teilnehmerin von der Polizei aus der Masse rausgenommen worden war. Der Aktivist begrüsst den offenen Brief der Polizei. Er zeige, dass man die Anliegen der Velofahrer ernst nehme und nicht mit Repression vorgehe. Die Velofahrt startet diesen Freitag um 18.45 Uhr beim Bürkliplatz. Gemeinsam fährt man dann durch die Zürcher Innenstadt. Die letzte Demo war gut besucht. Laut der Facebook-Seite der Bewegung waren es im Mai über 600 Teilnehmer. Und es werden immer mehr. Die Aktion ist Teil einer weltweiten Bewegung, die zum Ziel hat, die Position der Velofahrer im Verkehr zu stärken und der Gesellschaft aufzuzeigen, dass es sinnvollere Verkehrsmöglichkeiten als den motorisierten Individualverkehr gibt. Gemäss der Facebook-Page von «Critical Mass» soll man sich an die Verkehrsregeln halten. «Der Verkehr wird nicht absichtlich gestört.» Es gehe nicht um die Verkehrsbehinderung anderer, sondern darum, sich als unmotorisierte Verkehrsteilnehmende ein Stück öffentlichen Lebensraum zurückzuerobern. Im letzten Monat wurden Papierzettel an Velos angetackert, um auf die Bewegung aufmerksam zu machen. «Mit solchen Aktionen wollen wir mehr Leute zur friedlichen Kundgebung anlocken», sagt der Aktivist.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Am Freitagabend findet ab 18.45 Uhr in der Zürcher Innenstadt die Velo-Kundgebung «Critical Mass» statt. Die Aktion ist Teil einer weltweiten Bewegung, die zum Ziel hat, die Position der Velofahrer im Verkehr zu stärken und der Gesellschaft aufzuzeigen, dass es sinnvollere Verkehrsmöglichkeiten als den motorisierten Individualverkehr gibt. In Zürich findet die Kundgebung mit mehreren Hundert Velofahrern jeweils Ende Monat statt und hat auch Einfluss auf die Verkehrssituation in der Stadt.

Umfrage
Werden Sie an der Velo-Kundgebung teilnehmen?

Die Zürcher Stadtpolizei hat deshalb am Mittwoch auf Twitter einen offenen Brief an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der «Critical Mass» geteilt. Damit will sie verhindern, dass es wieder zu kritischen Situationen kommt.


Verkehrsgefährdendes Verhalten soll vermieden werden

«Anlässlich der letzten Durchführungen kam es leider zu langen stehenden Blockierungen von Strassen und Kreuzungen und zu einer Hinderung an der Weiterfahrt eines unserer Einsatzfahrzeuge», schreibt die Polizei.

Die Stadtpolizei Zürich bittet deshalb die Teilnehmer, in Bewegung zu bleiben und Einsatzfahrzeugen jeglicher Art sowie dem öffentlichen Verkehr stets freie Fahrt zu gewähren. Für die kommende Ausgabe erhofft sich die Polizei, dass «verkehrsgefährdendes Verhalten vermieden wird». Die Polizei wird den Einsatz auf ihrem Twitter-Kanal begleiten.

«Keine Demo»

Ein Aktivist der Bewegung, der anonym bleiben möchte, begrüsst die Vorgehensweise der Polizei. «Ich finde es erfreulich, dass die Polizei nicht mit Repression gegen die Velofahrer vorgeht», sagt er zu 20 Minuten. Es zeige, dass die Anliegen der Velofahrer ernst genommen würden. Es handle sich bei der Bewegung aber um keine Demo, da man nicht gegen etwas demonstriere. Sondern: «Wir zelebrieren das gemeinschaftliche Velofahren.»

Solidarität stehe dabei ganz oben. So sei es das letzte Mal zu einer Blockade beim Hauptbahnhof gekommen, weil ein ziviles Polizeiauto eine Velofahrerin aus der Masse herausgenommen habe. «Wir sind dann aus Solidarität für 20 Minuten stehen geblieben, bis die Fahrerin wieder zu uns stossen konnte», sagt der Aktivist. Das sei eine schöne Aktion gewesen.

Immer mehr Teilnehmer

Wie viele Teilnehmer dieses Mal erwartet würden, könne man nicht sagen. Gemäss der Zürcher Facebook-Gruppe der Bewegung haben im Mai über 600 Personen teilgenommen. «Und es werden immer mehr.» Die Teilnehmer werden gebeten, sich an die Verkehrsregeln zu halten. «Der Verkehr wird nicht absichtlich gestört.» Es gehe nicht um die Verkehrsbehinderung anderer, sondern darum, sich als unmotorisierte Verkehrsteilnehmende ein Stück öffentlichen Lebensraum zurückzuerobern.

Wie ein Leser-Reporter schreibt, wurde diesen Monat für die Kundgebung viel Werbung betrieben. Allein in den letzten zwei Wochen hatte er zweimal einen Papierzettel auf seinem Velo, der ihn auf die Demo aufmerksam machte. «Mit solchen Aktionen wollen wir mehr Leute zur friedlichen Kundgebung anlocken», sagt der Aktivist.

(maz/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • schelmi am 25.07.2019 08:33 Report Diesen Beitrag melden

    Dauerblockade

    Was macht das schon für n Unterschied, ob ich Verkehrsgeplant oder Demogequält still stehe??? Diese Stadt ist unertragbar geworden.

    einklappen einklappen
  • Fussgänger am 25.07.2019 08:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genug ist genug

    Jetzt haben aber diese Velofahrer selber kritische Masse überschritten. Das sage ich als Fussgänger der immer wieder vor Velofahrer flüchten muss. Sie fahren überall und rücksichtslos. Trottoir gehört ihnen.., so wie die Strassen.

    einklappen einklappen
  • Legion am 25.07.2019 08:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlechtes Verhalten

    Letztes mal fuhren die durch Oerlikon richtung ETH Höngg, dabei behindereten sie Autofahrer weil sie die ganze Zeit in den Gegenverkehr fuhren und auch noch rumblödelten, die Stapo war vor Ort aber schaute nur zu ?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kurt am 26.07.2019 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Velo

    Ich habe nichts gegen Velofahrer. aber auf der Strasse nicht in der Fussgängerzone! Wäs wäre wenn man ein taglang die Fussgänger auf der Strasse laufenlässt aus protest ! Wer nicht auf der Strasse o Veloweg fahren kann , soll ein Dreirad nehmen , und um den Häuserblock fahren.

  • Glitzerpuups am 26.07.2019 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Es wird ausdrücklich erwähnt, man möge sich an die Verkehrsregeln halten. Bei rot eine Ampel zu überqueren ist zwar bei Velofahrern nichts Neues, dennoch aber ein Verstoss dagegen. Aber was will man auch erwarten? Dieses Verhalten sieht man tagtäglich und warum sollte es in einem "Event", das Velofahrer als ernstzunehmende Verkehrsteilnehmer zeigen soll, auch anders sein. Schade, dass sowas geduldet wird.

  • Martin K. am 26.07.2019 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anstand

    Obwohl Autofahrer bin ich für sicheres Velofahren, doch leider halten sich diese kaum an Verkehrsvorschriften. Warum sollte man diese denn respektieren unf ihr Anliegen unterstützen.

  • Bettina Z. am 26.07.2019 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Denken nur an sich

    Es wäre schön, wenn die sich auch mal für ein echtes Problem einsetzen würden, wie die zunehmende Kriminalität, wie Messerstecher, Schlägertruppen und Einbrecher usw das würde allen etwas helfen und wäre eine gute Tat

    • M. Bakunin am 26.07.2019 11:01 Report Diesen Beitrag melden

      Kenne die Gefahr

      Als wären Messerstecher und Schlägertruppen ein Problem in der Schweiz. Haben sie sollche schon einmal gesehen? Ist es eine Tägliche Gefahr in Ihrem Leben, so wie für die Velofahrer die schlechte Verkehrsplanung? Wie viele Messerstechereien gibt es in der Schweiz pro Jahr? Wissen sie wie viele Velofahrer jedes Jahr sterben, weil sie von Autos "übersehen" werden? Das ist die wahre gefahr für uns Bürger.

    einklappen einklappen
  • Fussgänger Leo am 26.07.2019 02:29 Report Diesen Beitrag melden

    Genug ist genug

    Die Polizei muss sowas verbieten. Kontrolliert an diesem Tag die Velofahrer in der Stadt. Verkehrsregeln und Zustand Velo und Fahrer.