Horgen ZH

15. Juni 2011 23:45; Akt: 15.06.2011 20:18 Print

Polizeibeamte massiv bedrängt

von Attila Szenogrady - Ein junger Autolenker hat auf der Autobahn bei Horgen einen Personenwagen über einen Kilometer weit von hinten massiv bedrängt. Bei den Geschädigten handelt es sich um zwei Zürcher Polizeibeamte.

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Es war am 12. Juni 2009, als zwei Beamte der Kantonspolizei Zürich am Nachmittag in einem zivilen Personenwagen über die Autobahn A3 von Horgen in Richtung Wädenswil fuhren. Kurz vor dem Anschlusswerk Horgen wechselte der fahrende Polizist auf die Überholspur. Bis er plötzlich erschrak. So näherte sich von hinten ein Fahrzeug der Marke Subaru. Dieses kam mit grosser Geschwindigkeit immer näher und fuhr so dicht auf, dass der Geschädigte die Stossstange und die Rücklichter des drängelnden Autos im Rückspiegel nicht mehr sehen konnte.

Wahnsinnig nahe aufgeschlossen

Einer der Polizisten gab später zu Protokoll, dass der beschuldigte Lenker wahnsinnig nahe aufgeschlossen habe. Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis ging von einem Abstand zwischen zwei und fünf Metern aus. Bei einer Geschwindigkeit von rund 125 Stundenkilometern bedeutete dies eine sehr gefährliche Distanz.

Laut Anklage bedrängte der Verkehrssünder seine Opfer über einen Kilometer weit. Wobei ein Mitfahrer des Täters Faxen machte, indem er den Polizeibeamten irgendwelche Handzeichen gab. Auf der Höhe des Werkhofs Neubühl konnte der Ordnungshüter die Spur endlich freigeben und sich die Kontrollschilder des ungeduldigen Verkehrsteilnehmers merken.

Grobes Verkehrsdelikt bestritten

Beim ausfindig gemachten Lenker handelte es sich um einen heute 22-jährigen Zimmermann aus der Ostschweiz. Er gab zu, grundsätzlich gefahren zu sein. Hingegen bestritt er den Vorwurf eines groben Verkehrsdeliktes vehement. So will er zuerst in einem Abstand von rund 60 Metern hinter den Polizeibeamten hergefahren sein. Am Bezirksgericht Horgen krebste er im letzten September zurück und gestand einen Abstand von bis zu 20 Metern ein. Der Verteidiger verlangte im Hauptantrag einen Freispruch. Im schlimmsten Fall sei sein Klient wegen einer einfachen Verletzung von Verkehrsregeln mit 500 Franken zu büssen.

Den Polizeibeamten geglaubt

Bereits in Horgen hatte der Ostschweizer keine Chance. Er wurde wegen eines groben Verkehrsdeliktes zu einer bedingten Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu 100 Franken sowie zu einer Busse von 1 200 Franken verurteilt. Trotz den wenig Erfolgsaussichten ging die Verteidigung in die Berufung und erneuerte am Mittwoch ihre Anträge vor Obergericht. Vergebens, da auch die Oberrichter den glaubhaften Darstellungen der Polizeibeamten einstimmig folgten und das Horgner Urteil umfassend bestätigten. Die Aussagen des Angeklagten stuften sie dagegen als zu widersprüchlich ein. Die Berufungskosten von 3000 Franken soll der erneut unterlegene Verkehrssünder tragen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco camenish am 16.06.2011 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Polizei wird provoziert haben.

    Die Polizeibeamten werden gezielt provoziert haben, ich währe auch schon in die Falle getappt ohne mein Peilgerät. Die Fuhren mit 115 stur Links.(Mit einem Peilgrät werden Funkgeräte der Polizei angezeigt mit Richtung und ca. Distanz) Des weiteren sagt die StVO das man schnellere Verkehrsteilnehmer Passieren lassen muss.

  • Javez Suter am 16.06.2011 07:38 Report Diesen Beitrag melden

    Grober Unfug

    [... fuhr so dicht auf, dass der Geschädigte die Stossstange und die Rücklichter des drängelnden Autos im Rückspiegel nicht mehr sehen konnte] DAS ist ja der pure Wahnsinn. Wer so schnell rückwärts fährt, und das auf der Autobahn, dem sollte sofort das Billet entzogen werden.

  • hans gerber, bern am 16.06.2011 07:21 Report Diesen Beitrag melden

    vorbidliches gerichtsurteil

    gut, sehr gut! endlich ein gericht, welches hinter den polizisten steht. es wurden ja schliesslich alle polizisten vereidigt!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • MiniCooper am 17.06.2011 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts als Feige

    Wie Feige ist dass? Erst auf der Autobahn sich stark und mächtig fühlen und wenn man erwischt wird versuchen, sich mit Lügen aus der Affäre zu ziehen. Selbst mit einem Abstand von 20 Metern ist bei Tempo 120 die Reaktionszeit länger als die Zeit, die benötigt wird, um 20 Meter zurückzulegen. Der Beifahrer hatte noch seinen Spaß dabei. Ihr meint ihr seit stark. Ihr meint, andere müssen euch Platz machen. Das Urteil wurde gesprochen "im Namen des Volkes". Und das ist richtig so. Es wird den Fahrer hart treffen. Und das ist gut so.

  • Autofahrer am 16.06.2011 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Milde Strafe

    Hoffentlich wird diesem unverbesserlichen Verkehrsrowdy der Führerausweis für lange Zeit entzogen. Die Geldstrafe wurde ja leider nur bedingt ausgesprochen.

  • Bruno Ernst am 16.06.2011 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Auffahren

    Das hätte doch der vorhergehende Wagen ein bischen beschleunigen können oder besser Spur wechseln, statt meherere Kilometer sich stressen zu lassen. Mir ist doch egal wie nah der Hintermann bei mir auffährt, da ich bem fahren meisten nach vorne schaue!

  • Marco camenish am 16.06.2011 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Polizei wird provoziert haben.

    Die Polizeibeamten werden gezielt provoziert haben, ich währe auch schon in die Falle getappt ohne mein Peilgerät. Die Fuhren mit 115 stur Links.(Mit einem Peilgrät werden Funkgeräte der Polizei angezeigt mit Richtung und ca. Distanz) Des weiteren sagt die StVO das man schnellere Verkehrsteilnehmer Passieren lassen muss.

  • Javez Suter am 16.06.2011 07:38 Report Diesen Beitrag melden

    Grober Unfug

    [... fuhr so dicht auf, dass der Geschädigte die Stossstange und die Rücklichter des drängelnden Autos im Rückspiegel nicht mehr sehen konnte] DAS ist ja der pure Wahnsinn. Wer so schnell rückwärts fährt, und das auf der Autobahn, dem sollte sofort das Billet entzogen werden.