Aus Zweitem Weltkrieg

04. September 2019 11:00; Akt: 05.09.2019 15:45 Print

Schlachtfliegerbombe sorgt für Knall in Buchs

In Buchs AG musste die Polizei einen Wurf-Sprengkörper entschärfen. Dieser wurde im Zweiten Weltkrieg eingesetzt.

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Grosse Aufregung in Buchs AG: Kurz vor dem Mittag musste das Polizeigebäude und umliegende Häuser evakuiert werden. Sascha Minder (36), der in Buchs arbeitet, sagte zu 20 Minuten: «Wir wussten nicht, was los war. Die Polizei hat uns gesagt, dass unsere Sicherheit im Gebäude nicht gewährleistet ist. Irgendwie gab es Gerüchte, dass es um einen Sprengkörper geht.» Dieser wurde am Mittwochabend entschärft.

Es war eine Schlachtfliegerbombe

Beim Sprengkörper handelt es sich um eine Schlachtfliegerbombe des Typs SD2, die im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde, wie die Kantonspolizei Aargau am Donnerstag mitteilt. Der Sprengkörper ist etwa faustgross und etwas grösser als eine Handgranate. «Es ist uns ein Anliegen, die Bevölkerung zu sensibilisieren», sagt Sprecherin Aline Rey. Solche oder ähnliche Gegenstände sollten nicht berührt oder bewegt werden. Umgehend sei der Fundort zu markieren und den Polizeinotruf oder die Blindgängermeldezentrale zu orientieren.

Betreffend den internen Abläufen und zum Vorgehen der Kantonspolizei kann im Moment keine weiteren Angaben gemacht werden. «Diese Abläufe werden polizeiintern überprüft und abgeklärt», so Rey.

Bombenroboter im Einsatz

Die Bombe wurde am Mittwoch in Buchs AG entschärft: «Wir bauen ein Konstrukt, das den Sprengkörper umhüllt. Dann wird dieser vor Ort entschärft», so die Polizeisprecherin um etwa 14 Uhr. Neben der Polizei war auch das Militär vor Ort.


Im Video hören Sie den Knall bei der Entschärfung.

Um 15.30 Uhr informierte die Feuerwehr das Quartier grossflächig über die Entschärfung: «Bitte bleiben Sie im Gebäude und schliessen Sie alle Türen und Fenster!», dröhnte es durch die Lautsprecheranlagen. Derweil brachte ein Helikopter Material für die Entschärfung. Um 17 Uhr ertönte ein lauter Knall in Buchs, beim Blindgänger stieg Rauch und Staub auf: Die Bombe wurde erfolgreich entschärft. Zum Einsatz kam auch ein Bombenroboter.

Der Wurf-Sprengkörper, der keine Handgranate war, sei nicht explodiert, der Knall sei bei der Entschärfung erwartet worden.

Woher der gefährliche Gegenstand kam, der gemäss aktuellem Wissensstand auf dem Stützpunkt der Kantonspolizei in Aarau gelagert worden sein dürfte, muss nun abgeklärt werden. Er soll vor einiger Zeit dort abgegeben worden sein. Offenbar bemerkten die Polizisten in Aarau nicht, was für eine Gefahr davon ausgeht. Erst beim Transport des Gegenstandes von Aarau nach Buchs stellte sich der Sprengkörper als gefährlich heraus.


Hier ist der Roboter im Einsatz.


Die Feuerwehr ruft dazu auf, alle Fenster und Türen zu schliessen.


Das sagen zwei Männer zur Evakuierung und die Kantonspolizei Aargau zum Sprengkörper.

(jen/tam)