Uitikon und Richterswil

22. Februar 2019 03:22; Akt: 22.02.2019 08:29 Print

Zwei Polizisten sollen Gelder veruntreut haben

Schwere Vorwürfe gegen einen Gemeindepolizisten: Dieser soll während Jahren Bussengelder behalten haben. Seinen Job ist er los.

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Ein zweifacher Familienvater und Dorfpolizist der Gemeinde Uitikon ZH steht laut «Blick» unter Verdacht, über 20 Jahre lang Bussengelder in die eigene Tasche gesteckt zu haben. Dies bestätigt die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft der Zeitung. Um welche Summe es sich dabei handelt, ist nicht bekannt.

Ans Licht kam der Betrug, nachdem sich ein Deutscher wegen einer durch den mutmasslichen Täter ausgestellten Busse 2016 bei der Kantonspolizei gemeldet hatte. Zunächst habe der Polizist 160 Franken verlangt, bei sofortigem Wegfahren aber den Betrag auf 120 Franken reduziert. Da der Deutsche allerdings nur 110 Franken im Portemonnaie gehabt habe, habe sich der Polizist damit begnügt - und ihm aber trotzdem eine Quittung von 120 Franken ausgestellt. Das habe den Mann stutzig gemacht, weshalb er sich an die Behörde richtete.

Sofort entlassen

Später sei herausgekommen, dass es die Quittung im System nicht gebe, obwohl dies der Fall hätte sein müssen - wie mit jeder anderen Quittung auch. Der Deutsche vermutet: «So konnte der Polizist aufschreiben, was er wollte und kassierte ab. Und niemand bekam etwas mit.»

Zwar habe sich der Deutsche bereits vor zwei Jahren bei der Polizei gemeldet, den Namen des mutmasslichen Täters hat er sich gemäss dem «Blick» aber erst im letzten Dezember getraut herauszugeben. «Nicht, dass dan plötzlich Polizeikollegen vor meiner Tür stehen», so der Mann. Der Polizist ist seinen Job inzwischen los. Gegen ihn wurde Strafanzeige eingereicht.

Ex-Polizeichef in Richterswil veruntreute fast 150'000 Franken

Ein ähnlicher Fall wurde am Donnerstagabend in der Zürcher Gemeinde Richterswil bekannt. Der langjährige Chef der Gemeindepolizei soll während vier Jahren fast 150'000 Franken aus der Parkplatzbewirtschaftung veruntreut haben, berichtet die «Zürichsee-Zeitung». Auch in diesem Fall wurde die Staatsanwaltschaft aktiv – der Prozess soll laut der Zeitung im April in Horgen stattfinden. Der Anwalt der 48-jährigen Beschuldigten und der Staatsanwalt hätten sich auf einen Strafantrag geeinigt: 24 Monate für den Ex-Polizeichef mit einer Probezeit von zwei Jahren. Zudem müsse er eine Busse von 1000 Franken bezahlen.

(20 Minuten)