Brandserie in Elgg

23. Dezember 2011 11:43; Akt: 23.12.2011 13:03 Print

Profiler soll der Polizei helfen

Seit Monaten hält eine Serie von Brandstiftungen die Bevölkerung in Elgg in Atem. Am Donnerstagabend wurde auf dem Gelände einer Sägerei eine Bretterbeige angezündet. Es war der zwanzigste Brand seit Februar.

Fehler gesehen?

Eine Anwohnerin hatte am Donnerstag um 20.30 Uhr die brennende Bretterbeige auf dem Gelände der Sägerei im Obermühle-Quartier bemerkt. Die Feuerwehr Eulachtal konnte ein Übergreifen des Feuers auf das angrenzende Sägereigebäude verhindern, wie die Kantonspolizei Zürich am Freitag mitteilte.

Der Sachschaden wird auf einige tausend Franken geschätzt. Experten des Brandermittlungsdienstes gehen davon aus, dass die Holzbeige vorsätzlich angezündet wurde. Die Polizei sucht Personen, die in der Umgebung der Sägerei etwas Verdächtiges beobachtet haben.

Sachschäden über 500 000 Franken

Der jüngste Brand reiht sich ein in eine Serie von Bränden in Elgg und Umgebung in diesem Jahr, von denen die meisten vorsätzlich gelegt wurden. Ob ein Zusammenhang mit den bisher 19 registrierten Brandfällen besteht, ist allerdings noch offen, wie Martin Sorg, Mediensprecher der Kantonspolizei, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Abgesehen hatte es der Feuerteufel bisher vor allem auf Scheiter- und Holzbeigen. Ein Raub der Flammen wurden aber auch eine Jagdhütte, ein Vereinslokal, ein Holzschnitzellager, eine Waldhütte und ein Stall. Verletzt wurde in all diesen Fällen niemand. Der gesamte Sachschaden ist mittlerweile auf über eine halbe Million Franken angewachsen.

Noch nicht genau abgeklärt ist der Brand einer Reithalle vom 18. November. Eine technische Ursache könne in der Zwischenzeit weitgehend ausgeschlossen werden, sagte Polizeisprecher Werner Benz. Als Brandursache stehe damit entweder Fahrlässigkeit oder Brandstiftung im Vordergrund. Beim Brand war ein Sachschaden von einigen 100 000 Franken entstanden.

Profiler eingesetzt

Die Polizei hatte danach eine Belohnung von bis zu 10 000 Franken ausgesetzt. Diese Belohnung habe nicht zu einer Häufung von Hinweisen geführt, sagte Sorg. Bereits vorher hätten sich zahlreiche Personen bei der Polizei gemeldet. Die Bevölkerung von Elgg sei stark an einer möglichst schnellen Aufklärung der Brandserie interessiert.

Die Ermittlungen laufen laut Sorg «auf zwei Schienen». Zum einen sei in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Thurgau die Patrouillentätigkeit in Elgg und Umgebung deutlich hochgefahren worden. Zum andern seien «für die Bevölkerung nicht sichtbare Massnahmen» getroffen worden.

Die sichtbare Präsenz der Polizeipatrouillen sei für das Sicherheitsgefühl der örtlichen Bevölkerung sehr wichtig, erklärte der Polizeisprecher. Sie wolle endlich wieder in Ruhe wohnen können. Die Brandserie sei belastend und habe zu Verunsicherungen geführt.

Um dem Brandstifter auf die Spur zu kommen, hat die Polizei auch einen Profiler beigezogen. Er soll unter anderem Hinweise liefern, ob einer oder mehrere Täter am Werk waren. Die Erkenntnisse des Spezialisten könnten aus taktischen Gründen nicht bekannt gegeben werden, sagte Sorg. Bisher seien mehrere Personen überprüft und teilweise intensiv befragt worden - allerdings ergebnislos.

(sda)