14. März 2007 22:11; Akt: 13.06.2007 17:50 Print

Projekt Rotlicht: Sexboxen und Staatsbordell für Zürich?

Sexboxen, Wohnwagenpuffs und ein staatliches Bordell: Mit dem Projekt Rotlicht will Polizeichefin Esther Maurer beim Strassenstrich aufräumen.

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«Wir haben die Situation nicht im Griff», gesteht Esther Maurer in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» – einen Tag nachdem die Stadtpolizei Zürich den Prostituierten-Rekordstand vermeldete. Die bisherigen Bemühungen sind gescheitert.

Jetzt scheinen Maurer und Sozialvorsteherin Monika Stocker aber mit dem grossen Besen kehren zu wollen und stellen das Projekt Rotlicht vor: «Drogen- und Strassenprostituierte brauchen einen Ort, wo sie geschützt und sicher arbeiten können», wird Stocker zitiert. Ihre Lösungsvorschläge: Ein staatliches Bordell, Wohnwagen, Container und spezielle Parkplätze mit Sexboxen, wie sie bereits in der holländischen Stadt Utrecht anzutreffen sind. «Wie prüfen nun, welche Möglichkeiten umsetzbar sind», sagt Rolf Vieli von Langstrasse Plus, der nun auch das Projekt Rotlicht leitet. Neben verschiedensten städtischen Ämtern seien auch kantonale Stellen und private Organisationen involviert. «Einzigartig» sei das Projekt in der Schweiz.

Auch wenn Stocker und Maurer die Prostitution ein Drecksgeschäft schimpfen, sagt Vieli: «Wir akzeptieren sie heute als soziale Notwendigkeit.» Nun gehe es darum, die Situation der Sexworkerinnen zu verbessern.

Alexandra Roder