Urteil

16. Juli 2014 19:44; Akt: 17.07.2014 11:33 Print

Prostituierte durch Zürich gehetzt – 9 Monate Haft

von Attila Szenogrady - Das Obergericht bestätigte zwar die Schuldsprüche gegen einen Autoraser aus Pfungen, senkte jetzt aber eine erstinstanzliche Strafe um vier Monate auf 30 Monate teilbedingt.

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Hier beim Marriott-Hotel endete die Hetzjagd in der Nacht auf den 5. Juni 2010. (Bild: rom)

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Glück für einen heute 31-jährigen Ingenieur aus Pfungen bei Winterthur. Trotz eines Schuldspruchs wegen mehrfacher Gefährdung des Lebens, Nötigung sowie groben Verkehrsdelikten wurde der Nordafrikaner vom Zürcher Obergericht mit einer verhältnismässig milden und teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt. Neun Monate davon unbedingt.

Das Bezirksgericht Zürich hatte den nur teilgeständigen Beschuldigten zuvor mit 34 Monaten bestraft. Zehn Monate davon sollte er absitzen. Der zuständige Staatsanwalt und Raser-Spezialist Jürg Boll hatte vor Obergericht vergebens eine deutliche Straferhöhung auf 45 Monate unbedingt gefordert.

Hetzjagd im Rotlicht-Milieu

Der Beschuldigte hat im Juni 2010 im Zürcher Rotlicht-Milieu eine Hetzjagd veranstaltet. Dabei verfolgte er mit seinem Personenwagen ein Fahrzeug von zwei ungarischen Zuhältern, die vor ihm zwei Prostituierte in Sicherheit bringen wollten.

Dabei raste der Tunesier mit über 100 km/h durch die Innenstadt, überfuhr ein Rotlicht und rammte das Auto der Ungarn wiederholt – bis die Geschädigten vor dem Hotel Marriot gegen eine Abschrankung geschleudert wurden. Wie durch ein Wunder blieben sie dabei unverletzt. Der Beschuldigte wurde später von der Polizei festgenommen.