Sondersetting

24. Januar 2020 10:30; Akt: 24.01.2020 13:11 Print

Prügelschüler kostet 8000 Franken pro Monat

Ein 14-Jähriger brach seiner Lehrerin bei einer Attacke den Kiefer. Jetzt wurden die Kosten für das Jugendstrafverfahren bekannt.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Seit seinem brutalen Angriff auf eine Lehrerin vom vergangenen Sommer in Möriken-Wildegg AG befindet sich der syrische Realschüler in einem Sondersetting. Dieses kostet rund 8000 Franken pro Monat.

Die monatlichen Kosten für die Tagesstruktur in der Institution «Türöffner» betragen durchschnittlich 4350 Franken, wie die Aargauer Regierung in einer am Freitag veröffentlichten Antwort auf eine grossrätliche Interpellation schreibt. Die Schulkosten belaufen sich auf 3000 Franken und das Mentaltraining kostet rund 570 Franken.

Boxtraining zur Impulskontrolle

Im Rahmen dieses Sondersettings absolvierte der Schüler auch eine Art Boxtraining. Dabei sei es nicht um eine Vorbereitung auf einen Wettkampf, sondern um Selbsterfahrung, Selbstbeherrschung, Impulskontrolle und Fairness gegangen, schreibt die Regierung in ihrer Antwort auf die SVP-Interpellation.

Die Kosten werden über die Jugendanwaltschaft abgerechnet und bilden einen Teil der Ausgaben im Rahmen des Jugendstrafverfahrens. Weitere 15'000 Franken kostet ein forensisch-psychiatrisches Gutachten. Dieses liegt zurzeit noch nicht vor.

Wiedereingliederung verschoben

In dieses Gutachten einfliessen werden auch die Erkenntnisse von diversen Fachstellen, die dem Realschüler gute Chancen auf eine erfolgreiche Wiedereingliederung bescheinigten. Aufgrund dieser Annahme sollte der Jugendliche im Herbst 2019 die Regionalschule Lenzburg besuchen.

Weil der Fall dann aber via «Weltwoche» an die Öffentlichkeit gelangte, wurde die Sache gestoppt. Das nationale Medieninteresse hätte keine geordnete Wiedereingliederung erlaubt, schreibt die Regierung. Stattdessen entschied man sich für ein Sondersetting.

Keine Kosten machte das Opfer geltend. Die Lehrerin lehnte jegliche von der Kreisschulpflege angebotene Unterstützung ab. Sie ging auf Ende 2018/2019 in Pension.

(bla/sda)