Zürich

27. Mai 2011 18:32; Akt: 27.05.2011 18:33 Print

Rabiater FCZ-Fan verurteilt

von Attila Szenogrady - Kurz vor dem Champions-League-Spiel FC Zürich gegen Real Madrid hat ein FCZ-Hooligan einen spanischen Fan angegriffen. Nun wurde der teilgeständige Täter zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt.

Fehler gesehen?

Der heute 26-jährige Fan des FC Zürich wurde am Freitag zwar nur zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten Freiheitsentzug verurteilt. Hingegen wurden drei zum Teil einschlägige, bedingte Vorstrafen allesamt widerrufen. So zwei Geldstrafen von zehn Tagessätzen zu 70 Franken sowie von 30 Tagessätzen zu 110 Franken. Zudem eine Gefängnisstrafe von 90 Tagen, die der langjährige Hooligan nun absitzen muss.

Die Anklage hatte vergeblich eine teilbedingte Freiheitsstrafe von zwölf Monaten gefordert. Die Hälfte davon unbedingt. Ebenso scheiterte der Antrag der Verteidigung, die nicht nur einen Freispruch vom Vorwurf des Angriffs verlangte hatte, sondern auch bezüglich Körperverletzung eine teilbedingte Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 110 Franken. Davon die Hälfte unbedingt.

Schlägerei provoziert

Sicher ist, dass der pikanterweise spanische Stadtzürcher an jenem 15. September 2009 vor dem Letzigrund-Stadion einen Angriff startete, indem er einem Real-Fan eine Perücke vom Kopf schlug und dessen Fotokamera aus der Hand boxte. Danach versetzte er dem Geschädigten mehrere Faustschläge ins Gesicht und gegen die Brust. Kurz darauf griffen mehrere FCZ-Fans an und verletzten drei weitere spanische Real-Fans.

Vor Gericht gab der Angeklagte seine Provokation und die Körperverletzung zu. Einen Angriff stellte er aber in Abrede, da er von der Gegenseite auch Schläge eingesteckt habe.

Voller Schuldspruch

Das Gericht folgte bei der rechtlichen Würdigung der Anklage und kam aufgrund von mehreren glaubhaften Belastungszeugen zu einem vollen Schuldspruch. Die Richterin ging beim Tatmotiv von einer Suche nach Konfrontation aus. Allerdings hielt sie dem Beschuldigten sein positives Nachtatverhalten zugute. So hatte der Angeklagte am Prozess mehrfach versichert, dass er sich heute von der Hooligan- und K-4-Szene distanziert habe und keine Fussball-Spiele mehr besuche. Er habe einen Job als Elektroniker und eine feste Freundin, sagte er.

Das Gericht bemerkte dazu, dass der Verurteilte die Strafe von 90 Tagen auch in Halbgefangenschaft verbüssen könne. Die Probezeit für die bedingte Hauptstrafe von sechs Monaten wurde auf vier Jahre festgesetzt. Der Beschuldigte wurde verpflichtet, dem Opfer einen Schadenersatz von 350 Franken zu.