Filmaufnahmen

30. November 2016 05:48; Akt: 30.11.2016 11:38 Print

Rapper steckt hinter Polizei-Grosseinsatz

Drei maskierte Männer haben am Samstag in Zürich einen Polizeieinsatz ausgelöst. Nun ist klar: Es waren Filmaufnahmen für einen neuen Song des Rappers Okann.

Diesen Überfall stellten die drei Freunde für einen Rap-Clip nach. (Video: Atlaz Films)
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Bewaffnet stürmten drei maskierte Männer am Samstag einen Dönerladen an der Bederstrasse im Zürcher Kreis 2. Einige Passanten beobachteten das Geschehen und riefen die Polizei. Diese rückte mit einem Grossaufgebot aus.

Es stellte sich aber schliesslich heraus, dass die drei jungen Männer einen Clip für den neuen Rap-Song «Pazarlake» von Okann aus Weinfelden TG drehen wollten.

«Die waren schon parat, um auf uns zu schiessen»

«Wir haben gedacht, wenn wir die Szenen in einem Laden drehen, sei das kein Problem», sagt Rapper Okann zu 20 Minuten. Zudem sei das Ganze mit dem Besitzer abgesprochen gewesen. Viele Passanten hätten bei den Aufnahmen zugesehen: «Die meisten wussten, dass es gespielt war. Es hatte ja auch zwei Kameramänner.» Zudem hätten Okann und seine zwei Freunde ihre Skimasken immer wieder abgezogen und den Passanten zugewunken und gelächelt.

«Offenbar haben das einige Passanten nicht gesehen und gedacht, es handle sich tatsächlich um einen Überfall», so Okann. Prompt seien auch schon vier Polizeiwagen vor dem Kebabstand gestanden. «Die Polizisten haben den Laden mit Polizeihunden und in Vollmontur, mit MP-Waffen und Helmen, gestürmt. Die waren schon parat, um auf uns zu schiessen.»

Kollege hatte Imitationswaffe dabei

Alle Leute im Raum hätten sich auf den Boden legen müssen. «Wir haben ihnen zu erklären versucht, dass wir nur lustige Filmaufnahmen für einen Rap-Clip drehen und dafür einen Dürüm klauen wollten», so Okann weiter. Die Polizei habe ihnen schliesslich geglaubt. Jedoch habe ein Kollege von Okann mit der Polizei mitgehen müssen, weil er eine Imitationswaffe bei sich getragen habe. Das ist in der Schweiz verboten.

«Das Ganze tut mir unheimlich leid», sagt Okann. Er habe etwas Kreatives machen wollen für sein erstes Album, das er im Januar veröffentlichen werde. «Es ist schwierig, erfolgreich zu sein, wenn niemand einen unterstützt. Man kämpft aber für den Erfolg und nimmt dafür viel in Kauf», sagt der Rapper.

«Ich will nicht mit Skandalen auffallen, sondern mit meiner Musik»

Trotzdem stellt Okann klar: «Ich will nicht mit Skandalen auffallen, sondern mit meiner Musik.» Und er ist überzeugt, dass sein neues Album in der Schweiz einschlagen wird: «Ich arbeite mit berühmten deutschen Rappern wie Alpha Gun zusammen. Dieser hat jahrelang mit Sido Musik gemacht», so Okann.

Die am Samstag begonnenen Filmaufnahmen werde Okann zusammen mit seinen Freunden am Donnerstag in Zürich fertigstellen. «Die Überfallszenen sind aber schon abgeschlossen», sagt Okann schmunzelnd.

Auflagen bei Dreharbeiten beachten

Die Polizei wies nach dem Vorfall einmal mehr darauf hin, dass Imitationswaffen auch für Sicherheitskräfte auf den ersten Blick kaum von echten Waffen zu unterscheiden sind. Zudem ist das Tragen von Imitationswaffen verboten, weil es dadurch zu folgenschweren, unvorhersehbaren Reaktionen kommen könnte.

Michael Walker von der Stadtpolizei Zürich weist auf folgende Auflagen beim Dreh mit Waffen hin: Wenn auf privatem Grund gedreht wird, muss keine Bewilligung eingeholt werden. Dennoch ist der Bereich abzusperren und gut zu kennzeichnen, dass Dreharbeiten stattfinden. Zudem darf keine scharfe Munition verwendet werden. Die Waffe muss, auch wenn sie eine Attrappe ist, entladen sein.



Rapper Okann mit seinem Song «Tipico».

(jen)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Spaniel am 30.11.2016 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anfänger am Werk

    Meine Güte - was sind das für Anfänger. War doch damit zu rechnen dass so jemand die Polizei ruft. Hoffe dass die den Einsatz auch bezahlen dürfen. Infotafel hätte genügt.

  • Roman am 30.11.2016 06:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratiswerbung?

    Genau so macht man Werbung..aber hoffentlich nicht auf die Kosten der Steuerzahler.

  • Raggii am 30.11.2016 07:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alpha wer?

    Er sagt, er arbeite mit berühmten deutschen Rappern zusammen. Finde es aber interessant, dass er nebst dem Namen seines Kollegen auch noch angeben muss, mit wem dieser bereits gearbeitet hat, da ihn sonst kaum einer kennen würde.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Raggii am 30.11.2016 07:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alpha wer?

    Er sagt, er arbeite mit berühmten deutschen Rappern zusammen. Finde es aber interessant, dass er nebst dem Namen seines Kollegen auch noch angeben muss, mit wem dieser bereits gearbeitet hat, da ihn sonst kaum einer kennen würde.

    • FrankyB am 30.11.2016 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Raggii

      naja ist leider so.. alphagun ist seit dem jahr 2001 im Rap geschehen drinn, also eigentlich fast seit den anfängen des deutschen Raps(er ist nicht gerade der beste).. nur da er nicht mehr viel produziert...und die kids heutzutage mit ca. jg 2000 kennen die anfänge nicht desshalb er ist eine Legende... genau so wie Sido jedoch ist Sido mitlerweile mainstream...

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  • Herr Bünzeliger am 30.11.2016 06:44 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    muss der Rapper nun die Kosten für das Ausrücken der Spezialeinheit und der Staatsanwaltschaft bezahlen

  • Roman am 30.11.2016 06:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratiswerbung?

    Genau so macht man Werbung..aber hoffentlich nicht auf die Kosten der Steuerzahler.

  • Spaniel am 30.11.2016 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anfänger am Werk

    Meine Güte - was sind das für Anfänger. War doch damit zu rechnen dass so jemand die Polizei ruft. Hoffe dass die den Einsatz auch bezahlen dürfen. Infotafel hätte genügt.