Aargau

14. März 2019 13:33; Akt: 15.03.2019 18:50 Print

Regierung entzieht Roth ihr wichtigstes Dossier

Nach Vorwürfen hat der Aargauer Regierungsrat eine Analyse in Auftrag gegeben. Sie soll zeigen, ob an der Kritik an Gesundheitsdirektorin Franziska Roth etwas dran ist.

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Der Aargauer Regierungsrat reagiert auf die Kritik an der Amtsführung von Gesundheitsdirektorin Franziska Roth (SVP). Er hat eine unabhängige, externe Analyse zu Organisation, Führung und Unternehmenskultur in Auftrag gegeben.

Diese werde sich auch mit dem Betriebsklima befassen, teilte die Aargauer Staatskanzlei am Donnerstag mit. Man wolle mit der Analyse sauber abklären lassen, was an der öffentlich geäusserten Kritik dran sei, sagte Landammann Urs Hofmann (SP) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Dies geschehe im eigenen Interesse von Regierungskollegin Roth.

Seit 2017 mit Gegenwind im Amt

Die verschiedenen Vorwürfe seien auch für Roth nicht einfach. Ihr Departement habe schwierige Dossiers. Hofmann wies darauf hin, dass im Regierungsrat ein «sehr gutes kollegiales Verhältnis» bestehe. Erst nach Vorliegen der mit Zustimmung von Roth beschlossenen externen Analyse werde sich zeigen, ob Handlungsbedarf bestehe.

Regierungsrätin Roth ist seit 2017 im Amt. Die frühere Gerichtspräsidentin von Brugg steht seither im Gegenwind, vor allem wegen ihrer wenig kommunikativen Führungskultur. Offensichtlich hat die Quereinsteigerin in ihrem Amt noch nicht Fuss gefasst.

Viele Wechsel bei Führungsleuten

Im Departement Gesundheit und Soziales (DGS) kam es wiederholt zu Abgängen von Führungsleuten. So nimmt Generalsekretär Matthias Laube per sofort den Hut – im «gegenseitigen Einvernehmen aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen über die Zusammenarbeit», wie die Staatskanzlei mitteilte. Laube trat den Posten im Mai 2018 an.

Der Regierungsrat entschied zudem, dass beim geplanten Neubauprojekt des Kantonsspitals Aarau vorerst nicht mehr das Gesundheitsdepartement, sondern das Finanzdepartement das Ruder übernimmt. Es geht um Investitionen von 700 Millionen Franken.

«Mangelndes Vertrauensverhältnis»

Nach Turbulenzen im Departement musste sich Regierungsrätin Roth letzte Woche im Kantonsparlament eine Standpauke anhören. In einer Fraktionserklärung bemängelten FDP, CVP und die Grünen das «mangelnde Vertrauensverhältnis». Sie warfen Roth «Geringschätzung» gegenüber den Politikern vor. Roth wird daher künftig nicht mehr für ihr wichtigstes Dossier, das Kantonsspital Aarau, zuständig sein.

Im Gesundheitswesen stünden dringende Reformen an, sagte FDP-Grossrätin Sabina Freiermuth in der gemeinsamen Fraktionserklärung. Damit diese Reformen gelingen würden, brauche es zwischen den Institutionen Regierungsrat und Grossrat eine «von Offenheit, Vertrauen und Respekt geprägte Zusammenarbeit».

Aussagen im TV verärgern Politiker

Zahlreichen Politikern stiessen vor allem Aussagen der Regierungsrätin in einer Sendung des Regionalfernsehens Tele M1 von Mitte Februar sauer auf. Roth sagte unter anderem, dass Grossrätinnen und Grossräte unnütze und unsinnige Vorstösse einreichten, die dem Bürger nichts brächten.

Die Volksvertreter beschäftigten die Verwaltung unnötig und wollten gleichzeitig Stellen streichen. Auch seien sie intrigant und nicht der Sache verpflichtet, sagte Roth.

SVP führt Gespräche

Die SVP, die bei Sachentscheiden die eigene Regierungsrätin auch schon im Regen stehen liess, wehrte sich im Parlament nicht für Roth. Die Sorgen und die Kritik, die von den Fraktionen geäussert worden seien, seien «nachvollziehbar und berechtigt», sagte SVP-Fraktionschef Jean-Pierre Gallati. Die Parteileitung führt derzeit Gespräche mit ihrer Regierungsrätin.

(vro/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • alfredo am 14.03.2019 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Quote - Gesunder Menschverstand

    0:1 würd ich mal sagen

  • Pendler FF am 14.03.2019 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Untersuchung stört die Amtsführung

    Eine schwierige Situation. Wünsche allen Beteiligen Mut zur Offenheit und Klarheit. Nur so kann eine gerechte Annäherung an die verschiedenen Realitäten erreicht und wirksame Massnahmen aufgegleist werden.

  • Uschle am 14.03.2019 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arme Schweiz

    Zum Teil sind wirklich Unnütze Vorstösse der Politik, genau wie die Grüne den 1.August abschaffen will. Für mich keine Politik für's Volk sondern Wichtigtuerei. Unsre arme Schweiz, wo führt dass hin?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dani am 14.03.2019 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Informationswert in Zürich = 0 

    Was hat diese Aargauerin mit der Region Zürich zu tun?

  • rosalie am 14.03.2019 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    damen

    die Frau gefällt mir, endlich eine die sagt was Sache ist, aber das hören die Damen und Herren nicht gern.

  • M.Furrer am 14.03.2019 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Was denn sonst?

    Klar geht man gegen SVP-Vertreter und Vertreterinnen vor. Und warum? Weil sie (fast) die einzige Partei ist, die sich noch für eine unabhängige freie Schweiz einsetzt.

  • Strichcode am 14.03.2019 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aargau...

    Das sagt schon alles.

  • Uschle am 14.03.2019 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arme Schweiz

    Zum Teil sind wirklich Unnütze Vorstösse der Politik, genau wie die Grüne den 1.August abschaffen will. Für mich keine Politik für's Volk sondern Wichtigtuerei. Unsre arme Schweiz, wo führt dass hin?