Regierungsrat Zürich

06. Mai 2019 08:56; Akt: 06.05.2019 12:28 Print

Ein Grüner übernimmt die Baudirektion

Der neu gewählte Zürcher Regierungsrat verteilt am Montag die Departemente. Martin Neukom übernimmt die Baudirektion, Natalie Rickli die Gesundheitsdirektion.

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Das ist der neue Regierungsrat des Kantons Zürich. Martin Neukom sorgte bei den Wahlen im März für eine Überraschung. Er holte sich den sechsten Platz im Regierungsrat. Nun übernimmt er die Baudirektion, wie am 6. Mai bekannt wurde. Mario Fehr (SP) erhielt bei den Wahlen im März mit Abstand die meisten Stimmen. Er bleibt Sicherheitsdirektor. Natalie Rickli (SVP) musste hingegen bis zum Schluss zittern.Sie übernimmt das Gesundheitsdepartement. Mit der Wahl von Natalie Rickli (SVP) sind vier Frauen im siebenköpfigen Regierungsrat. Am Montag, den 6. Mai 2019, posierte die neue SVP-Gesundheitsdirektorin mit Kantonsrat René Isler. Am Sonntag, 24. März 2019 standen im Kanton Zürich wieder Wahlen an – wie alle vier Jahre. Für den SVP-Politiker Markus Kägi war nach 12 Jahren im Amt Schluss. Der FDP-Politiker Thomas Heiniger wurde 2007 in den Regierungsrat gewählt. Er kandidierte nicht mehr für eine vierte Amtszeit. Ernst Stocker (SVP) kandidierte mit Erfolg nochmals. Er kümmert sich weiterhin um die Finanzen. Jacqueline Fehr (SP) schaffte es 2015 in die Regierung. Nun darf sie eine zweite Amtszeit anhängen und ist wie bisher für die Justizdirektion verantwortlich. Carmen Walker Späh (FDP) dagegen stiess erst 2015 zur Regierung. Die Vorsteherin der Volkswirtschaftsdirektion stellte sich zur Wiederwahl – mit Erfolg. Sie bleibt Vorsteherin der Volkswirtschaftsdirektion. Silvia Steiner (CVP) kandidierte für eine zweite Amtszeit. Auch sie wurde gewählt und bleibt für die Schuldirektion zuständig. Bevor die Ämter im Regierungsrat bekanntgegeben werden, wurde Dieter Kläy (FDP) am Montag zum Kantonsratspräsidenten gewählt. Er ist somit der höchste Zürcher.

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Gespanntes warten am Montagmorgen im Kantonsrat. Der Regierungsrat zog sich kurz zurück und gab dann die Verteilung der Departemente bekannt. Die neu gewählte SVP-Regierungsrätin Natalie Rickli den Bereich Gesundheit, der neu gewählte Grüne Regierungsrat Martin Neukom die Baudirektion. Beide Posten waren frei, da Markus Kägi (SVP) und Thomas Heiniger (FDP) nicht mehr für eine weitere Amtszeit antraten. Die fünf Bisherigen bleiben in ihren Departementen.

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Sollte ein Grüner die Baudirektion übernehmen?

So sieht die neue Verteilung aus:

  • Finanzen: Ernst Stocker (SVP, bisher)

  • Justiz: Jaqueline Fehr (SP, bisher)

  • Sicherheit: Mario Fehr (SP, bisher)

  • Volkswirtschaft: Carmen Walker Späh (FDP, bisher)

  • Bildung: Silvia Steiner (CVP, bisher)

  • Gesundheit: Natalie Rickli (SVP, neu)

  • Bauen: Martin Neukom (Grüne, neu)
  • So reagieren die neu gewählten Regierungsräte

    Wenig Freude bei den Bürgerlichen

    Beide neuen Regierungsräte freuen sich auf ihre Aufgabe: «Ich habe das Departement erhalten, in dem ich am meisten bewirken kann», so Neukom. Es sei eine riesige Direktion, in die er sich erst noch einarbeiten müsse. Den Entscheid nehmen die Grünen «hoch erfreut» zur Kenntnis, wie es in einer Mitteilung heisst. Präsidentin Marionna Schlatter sagt, dass Neukom der richtige Mann für die Baudirektion ist: «Er versteht etwas von Klima.» Es werde aber Zeit brauchen, bis er Akzente setzen könne.


    Auch Rickli ist zufrieden: «Ich habe mich für dieses Departement entschieden, weil die Gesundheit letztlich das wichtigste Gut der Menschen ist.» Der Kanton besitze ein hervorragendes Gesundheitswesen. Sie werde versuchen, den Kranken zu helfen, die Gesunden zur Eigenverantwortung zu motivieren und die Kosten im Griff zu halten.

    Höchster Zürcher gewählt

    Weniger Freude bereitet es den Bürgerlichen, dass ein Grüner die Baudirektion übernimmt. Denn in diesem Departement sind auch viele Fragen mit Bezug zum Umweltschutz zu entscheiden. «Die Grünen müssen nun Verantwortung übernehmen und können nicht nur Forderungen stellen», sagt SVP-Fraktionspräsident Martin Hübscher. Der Regierungsrat sei aber immer noch bürgerlich geprägt.

    Ebenfalls gewählt wurden Carmen Walker Späh als Regierungsratspräsidentin und Dieter Kläy (FDP) als Präsident im Kantonsrat. Der Politiker aus Winterthur erhielt 174 von 175 gültigen Stimmen. Der höchste Zürcher ermahnte die Parlamentarierinnen und Parlamentarier, ihre Verantwortung wahrzunehmen und zwar nicht nur den eigenen Wählern gegenüber, sondern der gesamten Bevölkerung.

    (tam/sda)

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    Die beliebtesten Leser-Kommentare

    • Der Graus am 06.05.2019 11:38 Report Diesen Beitrag melden

      Lieber einen Ort

      im grünen, als einen Grünen im Ort.

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    • Mann mit Schnauz am 06.05.2019 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Baudirektion auf Abwegen

      Da werden die Hauseigentümer wenig zu lachen haben im Kanton Zürich. Seis drum Lieber ein Haus im Grünen als einen einzigen Grünen im Haus.

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    • Jaris am 06.05.2019 11:17 Report Diesen Beitrag melden

      Für meinen Geschmack

      ist Zürich schon genug grün

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    Die neusten Leser-Kommentare

    • B.Eton am 06.05.2019 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Züribau

      Ob das gut kommt wenn ein ehemaliger Elektromonteur die Baudirektion des Kt. Zürich übernimmt?

    • Mann-o-Mann am 06.05.2019 16:19 Report Diesen Beitrag melden

      Ach Du grüne Scheibe!

      Gärtnereien sollten aufrüsten, um all die neuen Verkehrsinseli und anderen Verkehrsberuhigungen begrünen zu können.

    • Elisabeth Kleinschmidt am 06.05.2019 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Gesunder Menschenverstand

      Bei so manchem Kommentar frage ich mich, ob es kein Klima für die "Rechten" gibt - denken sie, die Auswirkungen des Klimawandels werden nur die "Linken" zu spüren kriegen?

    • Chris S. am 06.05.2019 12:54 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Wahl

      "Ich habe mich für dieses Departement entschieden, weil.......". Ich denke eher, N. Rickli musste nehmen, was übrigblieb.

    • Rentner67 am 06.05.2019 12:46 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Supergau

      Ein grüner Regierungsrat ändert nicht alles. Das Parlament, noch immer bügerlich, und das Volk entscheiden nach wie vor über vieles. Somit ist klar, dass es einige Änderungen geben könnte, aber vieles wird bleiben wie es ist.