Amokfahrt auf Zürichsee

23. Juli 2019 09:42; Akt: 23.07.2019 17:21 Print

«Er schrie um Hilfe, dann schlug der andere zu»

Nachdem ein Mann aus dem Zürichsee gerettet wurde, stiess er seinen Helfer von dessen Boot und klaute es. Dann baute er damit mehrere Unfälle.

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Ein 42-jähriger Mann stieg am Montagnachmittag mit seinen Kleidern beim Hafen Rapperswil in den Zürichsee und schwamm weit hinaus. Mehrere Personen bemerkten das seltsame Verhalten des Mannes und wollten ihm helfen. Wie die Kantonspolizei St. Gallen am Dienstagmorgen mitteilte, begab sich schliesslich ein 55-jähriger Mann mit seinem Motorboot zu dem 42-Jährigen und zog ihn aus dem Wasser. Danach fuhr er ihn zurück zum Hafen.

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Während der Anfahrt kam es aus bislang unbekannten Gründen zu einem Gerangel zwischen den Männern und der 42-jährige Mongole stiess seinen Helfer aus dem Boot. Dann fuhr er mit dem Boot weg und liess den 55-jährigen Schweizer im Wasser zurück. Auf der anschliessenden Amokfahrt touchierte der Mongole mindestens ein leeres Pedalo, ein Motorboot und fuhr in ein mit vier Personen besetztes Pedalo.

«Sie prügelten sich mit Fäusten auf dem Boot»

Glace-Verkäufer Guillermo Dato hat die dramatischen Szenen am Montagnachmittag von seinem Stand aus gesehen: «Ein Boot kam auf den Hafen zu. Rund 50 Meter vor dem Hafen sah ich dann, wie sich zwei Männer auf diesem Boot mit Fäusten geprügelt haben.» Einer der Männer sei kurz davor gewesen aus dem Boot zu fallen. «Er schrie um Hilfe, dann schlug der andere Mann nochmals zu und er fiel ins Wasser», so Dato.

Das Boot sei dann ausser Kontrolle gewesen und mit mehreren anderen Booten und Pedalos kollidiert. «Der Mann auf dem Boot konnte es dann unter Kontrolle bringen und fuhr in Richtung Zürich davon – der andere Mann wurde aus dem See gerettet.» Rund zwei Stunden später hat ein Polizist laut Dato das Boot zurück in den Hafen gebracht: «Mehrere Polizisten haben es dann genau unter die Lupe genommen.»

«Ein grosses Glück, dass nicht mehr passiert ist»

Die betroffenen Pedalos gehören dem Schifffahrtsbetrieb Hensa. «Die Kunden auf dem Pedalo versuchten noch auszuweichen und standen anschliessend unter Schock», sagt Geschäftsleiterin Vesna Despot am Dienstagmorgen zu 20 Minuten. Es sei ein grosses Glück, dass es allen Personen den Umständen entsprechend gut gehe und nicht mehr passiert sei. «Es wurde auch ein Kleinboot touchiert, auf dem ein Mitarbeiter von uns anwesend war», sagt Despot. Auch dieser sei unverletzt geblieben. Die betroffenen Pedalos und Boote habe man ausser Betrieb genommen.

Despot lobt zudem die Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei St. Gallen und der Zürcher Seepolizei. Letztere konnte den 42-Jährigen Amokfahrer nämlich auf dem See anhalten und festnehmen. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt.

(wed/maz/lar)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 23.07.2019 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Strafe

    Aus diesem Grund kenne ich einige, die alleine einer Person in Notlage nicht mehr helfen. Wer eine Notsituation vortäuscht oder absichtlich herbeiführt um danach den Retter zu bestehlen, sollte sehr hohe Strafe bekommen. Wahrscheinlich aber bekommt er eine Therapie und mahnende Worte.

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  • pascal am 23.07.2019 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich

    unglaublich...und wenn der 55jährige retter noch ertrunken wäre, dann hätte er noch wegen mordes angeklagt werden können. ich verstehe diese welt einfach nicht mehr! wie kommt man einfach dazu sowas überhaupt zu machen...?

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  • Peter am 23.07.2019 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Ich hoffe nach so einer Aktion bekommt er lebenslänglich und wird nach abgesitzer Strafe vom Land verwiesen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bärti Güller am 27.07.2019 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überbevölkerung

    Jetzt sind wir 8 Millionen in diesem kleinen Land. Gleichviele wie im grossen Österreich leben. Und überall im Land sieht man nur Eines ! Visiere bis zum Abwinken und Grossbaustellen. Wohnblöcke werden en Masse hingeklotzt. Uns ist vor lauter Mammon der Verstand abhanden gekommen.

  • Helvetier am 23.07.2019 23:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logos has

    Importiert Dritte Welt, werden Dritte Welt

  • Yo Boseo am 23.07.2019 21:41 Report Diesen Beitrag melden

    Mongolei => CH

    Hat der Mongole auf der transsibirischen Eisenbahn die Haltestelle verschlafen? Was hat er hier verloren? Es gibt von der Mongolei bis hierher genug andere Staaten, die ihn gerne aufnähmen!

    • andreas am 24.07.2019 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Yo Boseo

      wehe er muss eine busse zahlen dann schaltet sich das europäische gerichtshof ein und Menschenrecht aktivisten.

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  • Putzsportkungfu am 23.07.2019 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe wers will

    Da macht einer sowas und bei der loredana sagt niemand was. Die kann frei rumlaufen und wird noch gefeiert. Komisches volk echt.

  • Ili am 23.07.2019 19:59 Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst alles anhören, erst dann urteilen.

    Bevor ich ein Urteil falle, würde ich gerne die Worte beider betroffenen zum Bootsgerange hören. Es tönt absolut unlogisch, so wie es dargestellt wird ist der Mongole bereits von allen vorverurteilt. Spricht er überhaupt Deutsch oder hat er etwas total missverstanden und wer hat zuerst geschlagen? Nur wenn der gerettete grundlos auf den Retter eingeschlagen hat, dann stimme ich den meisten Meinungen zu.

    • selber genügend vorgestellt am 23.07.2019 21:46 Report Diesen Beitrag melden

      Yo Boseo

      Hallo, was soll das? Er hat ihn aus dem Wasser gezogen. Er hätte dazu NEIN sagen können! Aber auf das Boot steigen, dann prügeln, noch stehlen & alles zusammen fahren...! Beim Gericht braucht es vielleicht noch mehr wie Sie.

    • warum sollte man etwas gutreden? am 25.07.2019 06:54 Report Diesen Beitrag melden

      @Illi, Ihre Wahrnehmung

      Er ging mit Kleidern ins Wasser, rief um Hilfe, der Bootsführer reagiert, half... und der Dank des Geretteten blieb nicht aus. er crashte mehrere im Weg schwimmende Dinge. Da gibt es kein Pardon!

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