Zürich

29. Juni 2010 10:59; Akt: 29.06.2010 20:24 Print

Ritalin erobert die Partyszene

Das leistungssteigernde Medikament Ritalin wird in Zürich immer mehr in der Partyszene entdeckt.

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Das attraktive Freizeit- und Ausgehangebot der Stadt Zürich hat auch problematische Seiten. So ist in der Partyszene ein zunehmender Konsum von leistungssteigernden Medikamenten feststellbar. Insbesondere Ritalin taucht vermehrt als Partydroge auf.

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Die Vermutung liege nahe, dass sich vor allem Jugendliche und junge Erwachsene nicht bewusst seien, welche Folgen ein solcher Konsum haben könne, heisst es am Dienstag in einer Mitteilung der Stadt zum Monitoringbericht «Drogen und Sucht 2010». Der Bericht empfiehlt daher, Grundlagen für eine Präventionsstrategie zu erarbeiten.

Ein weiteres Problemfeld ortet der Bericht in der erhöhten Gewaltbereitschaft von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Zusammenhang mit exzessivem Alkoholkonsum. Dieses Phänomen stehe seit einigen Jahren im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung, heisst es weiter.

Die Stadt Zürich und spezialisierte private Angebote hätten darauf bereits mit Prävention, Intervention und Repression reagiert sowie Massnahmen eingeleitet. Die Situation müsse aber weiter beobachtet und bereits getroffene Massnahmen auf deren Wirksamkeit und Nachhaltigkeit überprüft werden.

Wie im Bereich der illegalen Drogen sei auch hier die interdisziplinäre und interprofessionelle Vernetzung einer der Erfolgsfaktoren. Dieser könne noch verbessert werden.

Der städtische Monitoringbericht ist zum sechsten Mal erschienen. Er dokumentiert die Angebote, welche die Stadt Zürich und private Institutionen im Bereich des problematischen Umgangs mit Drogen und Sucht zur Verfügung stellen. Der Monitoringbericht entsteht im Auftrag der stadträtlichen Delegation für Drogen- und Suchtpolitik.

(sda)