Bezirksgericht Meilen

08. November 2018 15:40; Akt: 08.11.2018 16:51 Print

Rollstuhlfahrer rastet während Buskontrolle aus

Während einer Buskontrolle tickte ein Rollstuhlfahrer aus. Der 64-Jährige beschimpfte die Kontrolleure und griff sie tätlich an. Er musste sich vor dem Bezirksgericht Meilen verantworten.

Bildstrecke im Grossformat »

Fehler gesehen?

Ein Rollstuhlfahrer aus Meilen soll zwei Billettkontrolleure während einer Buskontrolle im September 2017 aufs Übelste beschimpft und tätlich angegriffen haben. Weil er keine Fahrkarte für seinen Hund dabeihatte, forderten die Postautobeamten ihn auf, sich auszuweisen.

Dabei rastete der 64-Jährige, der wegen einer Krankheit an einen elektrischen Rollstuhl gefesselt ist, komplett aus. Begriffe wie «Idioten» und «Penner» seien dabei noch das Harmloseste gewesen. Einem Kontrolleur drohte der Beschuldigte, dass er «seinen Hund auf das Grab von dessen Mutter scheissen» lasse.

Beschuldigter zeigte wenig Einsicht vor Gericht

Doch dabei blieb es nicht. Laut der Staatsanwaltschaft See/Oberland fuhr der IV-Bezüger der Kontrolleurin im Bus und beim Verlassen des Busses auf den Fuss und ihrem Kollegen noch ins Bein. Der 64-Jährige musste sich nun wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte sowie schwerer Drohung und mehrfacher Beschimpfung vor dem Bezirksgericht Meilen verantworten.

Der Beschuldigte zeigte vor Gericht wenig Einsicht und wies die Vorwürfe mehrheitlich als «Bullshit» und Lügen zurück, wie «Zürichsee-Zeitung» schreibt. Er behauptete, dass er noch nie ein Billett für seinen kleinen Hund habe kaufen müssen. Zudem seien die Beamten am Zusammenprall selber schuld. Sie sollen ihm absichtlich den Weg versperrt haben.

IV-Bezüger und nicht haftfähig

Die Richterin sah das anders. Sie verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von 4500 Franken. Zudem verlängerte sie die Probezeit auf drei Jahre. Auf eine Busse und mögliche Freiheitsstrafe verzichtete das Gericht und folgte damit dem Argument des Verteidigers, dass der 64-Jährige als IV-Bezüger in bescheidenen Verhältnissen lebe und nicht haftfähig sei. Die Verfahrenskosten in Höhe von 2300 Franken muss er aber zahlen.

(mon)