Zürich

14. Februar 2011 23:01; Akt: 14.02.2011 20:36 Print

Rot gefärbter Zürichsee gibt Rätsel auf

von Roman Hodel - Rot gefärbtes Wasser sorgt derzeit im unteren Seebecken für Aufregung. Dahinter steckt die Burgunderblutalge.

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So präsentiert sich das Seeufer am Zürichhorn. (Foto: Ronorp)

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Nanu? Verwundert reiben sich Spaziergänger am Zürichhorn derzeit die Augen: Der See ist stellenweise rot gefärbt. «Wir haben in den letzten Tagen vereinzelt Meldungen erhalten», sagt Marco Bisa, Sprecher der Stadtpolizei Zürich. «Doch man braucht sich keine Sorgen zu machen – diese Verfärbung ist natürlich und stellt für Mensch, Tier und Umwelt absolut keine Gefahr dar.»

Verantwortlich für den roten Farbtupfer ist die Burgunderblutalge. Dabei handelt es sich entgegen dem Namen nicht um eine Alge, sondern um ein Bakterium. «Die Rotfärbung entsteht, wenn Millionen von mikroskopisch kleinen Fäden der Alge vom Wind an einer Seeseite oder in einer Bucht zusammengetrieben werden», sagt Wolfgang Bollack, Sprecher des kantonalen Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft. «Das Phänomen tritt mehrmals pro Jahr an verschiedenen Uferstellen auf.» Einzelne rot verfärbte Streifen seien schon bis zu hundert Meter lang gewesen. Laut Bollack ist die Burgunderblutalge «eine Spezialität» des Zürichsees, «seit einigen Jahrzehnten gedeiht sie hier sehr gut».

Dies bereitet Experten Sorgen: Durch die zunehmende Dominanz der Burgunderblutalge sei die Artenvielfalt im Zürichsee bedroht, sagte Gewässerkundler Thomas Posch letztes Jahr an einer Fachtagung. «Und gegen die Verbreitung kann man nichts tun.»