43'000 km zurückgelegt

28. August 2018 10:12; Akt: 28.08.2018 10:31 Print

SBB erhält Schmähpreis wegen Europaallee-Steinen

Die Steine der Europaallee kamen aus einem deutschen Steinbruch, wurden nach China verfrachtet und dann zurück in die Schweiz.

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Die 145 Millionen Franken teuren Naturstein-Platten für die Gebäudeverkleidung wurden aus Deutschland nach China und wieder in die Schweiz geschifft. Gleiches passierte mit den Sonnenstoren. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

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Die SBB hat beim Bau der Zürcher Europaallee in den Augen der Alpen-Initiative Transportunsinn verübt. Weil die Steine für die Fassade mehr als ein Mal um die Erde transportiert wurden, verlieh die Umweltorganisation dem Bahnunternehmen den Schmähpreis «Teufelsstein».

Wie die Alpen-Initiative am Dienstag mitteilte, wurden für die Fassade Steine aus Deutschland verwendet. Diese wurden nach China transportiert, dort verarbeitet und zu Fassadenelementen verbaut. Danach wurden sie per Schiff in die Schweiz befördert.

20-mal mehr CO2 produziert

Die Steine legten nach Angaben der Alpen-Initiative einen Weg von über 43'000 Kilometer zurück. Der Erdumfang beträgt rund 40'000 Kilometer. Durch diesen Transport sei 20-mal mehr CO2 produziert worden als bei einer Produktion der Fassade in der Schweiz, schreibt die Alpen-Initiative.

Öffentlich wurde dieser Fall durch den «Tages-Anzeiger» im August 2017. So wurden aber nicht nur die 145 Millionen Franken teuren Naturstein-Platten für die Gebäudeverkleidung einmal um den Globus geschickt – auch die Sonnenstoren kamen aus Deutschland, wurden mit Schiffen nach China transportiert und wieder nach Zürich verschifft. Zudem wurden 3500 Tonnen Fassadenelemente aus der chinesischen Stadt Shenyang bestellt.

Bergkristall für Luzerner Projekt

Die Alpen-Initiative fand in Sachen Gütertransport aber auch positive Beispiele: Sie zeichnete mit dem Preis «Bergkristall» das Luzerner Projekt «Wasser für Wasser» aus. Dieses setzt sich für die Förderung von Leitungswasser in Restaurants und Firmen ein.

Dieses Projekt helfe nicht nur, Transporte zu vermeiden, sondern unterstütze auch Wasserprojekte in Sambia, teilte die Alpen-Initiative mit. Die Gäste bezahlten in den Restaurants für das Leitungswasser und spendeten damit auch Geld.

Die Alpen-Initiative kürte die Gewinner für den «Teufelsstein» und den «Bergkristall» in einer Online-Abstimmung. An dieser beteiligten sich über 8500 Personen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eckzahn am 28.08.2018 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hirnrissig

    Hirnrissig solche Transporte. Unverantwortlich, wer solche Aufträge vergibt.

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  • Danian am 28.08.2018 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn den man nicht stoppen kann

    Globalisierung und Neoliberalismus sind eben doch nicht effizient. Sie können nur effizient das Kapital vermehren aber dieses wird immer mehr zur Chimäre.

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  • Moni Fischli am 28.08.2018 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SBB halt

    SBB halt.Ja nicht einfach, wenn es kompliziert auch geht!!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fridolin am 28.08.2018 15:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wenn zwei dasselbe tun

    Ja das ist verhältniss blödsinn. Aber wenn Meetsalz in Italien oder Spanien produziert wird und dann nach Südafrika zum Abfüllen, wieder zurück nach Europa in die Läden geht sagt keiner was,oder Wisst ihr das nicht.

  • Rotfuchs am 28.08.2018 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    SBB-Beamte?

    Zur Erinnerung an jene Kommentatoren, in deren Köpfen die SBB-Zeit stehen geblieben ist und noch der "Kondi" mit der Mütze und Ledertasche herumgeistert Die SBB ist seit 1999 eine Aktiengesellschaft und Beamte gibt es dort seit mindestens 15 Jahren keine mehr

  • Navigator am 28.08.2018 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    kleiner Tipp

    die wissen schon, dass es von Deutschland schneller in der schweiz ist, wenn man direkt fährt? Via China ist es ein Umweg ;-)

  • Reflektiert am 28.08.2018 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    Das nennt man unkontrollierte freie Marktwirtschaft. Aber das darf man heute nicht kritisieren. Aber alle wundern sich über die Auswüchse die dies mittlerweile trägt..

  • Mani Motz am 28.08.2018 14:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    versteh ich nicht

    Gerade ein Bundesbetrieb sollte mit gutem Beispiel vorangehen.