Partei akzeptiert Volksentscheid

06. Dezember 2018 23:10; Akt: 07.12.2018 01:08 Print

SP der Stadt Zürich zieht Stadion-Initiative zurück

Die SP akzeptiert den Volksentscheid zum Hardturmstadion. Sie nimmt ihre eigene Initiative zurück.

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FCZ-Präsident Ancillo Canepa (l) und GC-Präsident Stephan Anliker jubeln nach dem Ja zum Fussball-Stadion im Restaurant Metropol in Zürich. Auch HRS-CEO Martin Kull freut sich, dass fast 54 Prozent der Zürcher für das neue Hardturm-Stadion sind. Blick auf das künftige Hardturm-Areal mit den beiden Hochhäusern. Die HRS Investment AG und Immobilienanlagegefässe der Credit Suisse wollen hier ein neues Stadion und zwei Wohn- und Geschäftshochhäuser realisieren. Das Team hat den Investorenwettbewerb mit dem Projekt Ensemble gewonnen. Die Architekten sind Pool Architekten (ZH), Caruso St John Architects (London) und Boltshauser (ZH). Die beiden Hochhäuser werden 137 Meter hoch ... ... und damit elf Meter höher als der 126 Meter hohe Prime Tower – aktuell das höchste Gebäude der Stadt. Aber zurück zum Hardturm-Projekt: Hier eine Visualisierung von der Pfingstweidstrasse her. Der Platz vor dem Stadion als Begegnungszone. Blick unter die (obere) Tribüne ... ... und ins Stadioninnere. In diesen Häusern werden die Genossenschaftswohnungen realisiert – und zwar von der Allgemeinen Baugenossenschaft (ABZ). So sieht die Stadion-Brache heute aus. Im ehemaligen Stadion hängen Ja-Plakate. Gegen das Projekt ist die Stadtzürcher SP. Die beiden Präsidenten Marco Denoth und Liv Mahrer verfolgen sichtlich enttäuscht nach dem Ja am 25. November 2018 die Medienkonferenz. Dafür freuen sich die Stadträte Filippo Leutenegger, André Odermatt, Corine Mauch und Daniel Leupi an diesem Abstimmungssonntag an der Medienkonferenz. Gross ist die Freude auch bei diesen verkleideten GC-Fans. In blauen Ganzkörperanzügen zünden verkleidete GC-Fans Pyros vor der Superleague Fussballpartie zwischen dem Grasshopper Club Zürich und dem FC St. Gallen. Die Wettbewerbsprojekte aller fünf Bieterteams waren vom 13. bis 23. Juli 2016 in den Wettbewerbsräumen des Amts für Hochbauten im Pavillon Werd, Morgartenstrasse 40 in Zürich, ausgestellt. Nun folgen die vier unterlegenen Projekte: Zwei Hochhäuser hatte auch das Projekt Portal Hardturm Team 1, PSP Swiss Property AG mit den Architekten Adrian Streich (ZH), Bob Gysin (ZH) sowie Burkard und Meyer (Baden). Letztere hatten bereits das 2013 abgelehnte Stadion entworfen. Es sieht denn auch bei der Neuauflage ziemlich ähnlich aus. Das Mi-ca-do-Kollektiv (Team 3) begnügte sich mit einem Turm, der dafür 150 Meter hoch geworden wäre. Dahinter stecken die Anlagestiftung Turidomus/Anlagestiftung Adimora vertreten durch Pensimo Management AG mit den Architekten Baumschlager Eberle (ZH), Chabanne (Lyon) und BIG Group aus Dänemark. Weit weniger hoch wäre das Projekt Jalkapallo (Team 4) der Schweizerischen Lebensversicherungsgesellschaft AG geworden. Entworfen hatten dieses die Architekten Theo Hotz Partner (ZH), Burkhalter Sumi (ZH) und Philippe Cabane (BS). Und so hätte dieses Projekt von oben ausgesehen. Schliesslich noch das vierte Projekt, das unterlegen ist. Es heisst Blau Weiss (Team 5) und stammt vom Konsortium Helvetic/Berninvest AG mit den Architekten Huggenbergfries (Limmat-Tower Dietikon), Schwaar + Partner sowie Maier Hess. Im obersten Stockwerk des höchsten Hochhauses war eine Sky-Bar eingezeichnet. Fast so imposant wie die beiden geplanten Hochhäuser beim Zürcher Stadion war der Aufmarsch der Redner anlässlich der Medienkonferenz am 12. Juli 2016, bei der die Stadt das Ergebnis des Investorenwettbewerbs präsentiert hat. Es sprachen Zürichs Finanzvorstand Daniel Leupi (Grüne) ... ... Hochbauvorstand André Odermatt (SP) ... ... Stadtrat Gerold Lauber (CVP) als Schul- und Sportvorsteher ... ... Stadtbaumeister Patrick Gmür ... ... GC-Präsident Stephan Anliker ... ... und FCZ-Geschäftsführer Thomas Schönenberger. An der Urne war das vorherige Stadionprojekt am 22. September 2013 gescheitert. Diese Miniausgabe in Tortenform, am selben Tag vor dem Match GC – Thun im Letzigrund präsentiert, konnte das Nein nicht abwenden. Das waren noch Zeiten: Blick ins Hardturm-Stadion während des spektakulären Meisterschaftsfinales gegen Sion am 8. Juni 1991. 3:2 gewannen die Grasshoppers und konnten damit eine Runde vor dem Meisterschaftsende den Pokal entgegennehmen. Sie wurden damit zum 22. Mal Schweizer Meister. Zwei Hochhäuser sind übrigens auch das Markenzeichen des Luzerner Fussballstadions.

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Die SP der Stadt Zürich zieht ihre Stadion-Initiative zurück. Nach dem Ja zum Projekt «Ensemble» am 25. November sei die Initiative für ein transparent finanziertes Fussballstadion auf dem Hardturm-Areal hinfällig teilte die Partei am Donnerstagabend mit.

Die Partei akzeptiere den Volksentscheid und wolle dem Projekt «Ensemble» keine Steine in den Weg legen. Nun seien dessen Befürworter in der Verantwortung.
Die SP sei im Abstimmungskampf die einzige Partei gewesen, die konsequent für den den Grundsatz von hundert Prozent gemeinnützigem Wohnraum auf städtischem Land gekämpft habe, heisst es in der Mitteilung.


Investitionen belaufen sich auf 570 Millionen Franken

Das Projekt «Ensemble» der Investoren HRS, Immobiliengefässe der Credit Suisse sowie Allgemeine Baugenossenschaft Zürich (ABZ) besteht aus drei Teilen.
Es sieht auf dem rund 55'000 Quadratmeter grossen Areal 174 Genossenschaftswohnungen, ein Stadion für rund 18'000 Zuschauer und zwei 137 Meter hohe Wohn- und Bürotürme mit rund 600 Wohnungen vor. Die gesamten Investitionen belaufen sich auf rund 570 Millionen Franken.

Der Investor will mit den Wohntürmen das Stadion querfinanzieren. Dadurch muss sich die Stadt weder am Bau noch am Betrieb finanziell beteiligen.

(fss/sda)