Quoten-Regelung

14. November 2015 13:06; Akt: 14.11.2015 13:06 Print

SP fordert 35% Männer in Zürcher Kinderkrippen

Dass in Kitas, Tagesschulen oder Eltern-Beratungsstellen fast nur Frauen arbeiten, stört die SP. Sie fordert, dass dort mindestens 35 Prozent Männer arbeiten sollen.

storybild

Das sähe die SP gerne mehr: Männer in so genannt typischen Frauenberufen wie Kinderbetreuerin. (Bild: Colourbox.de)

Fehler gesehen?

Eine Verfechterin der Quote sei sie nicht, sagt die Stadtzürcher SP-Gemeinderätin Christine Seidler: «Aber manchmal kann man eben doch nur mit einer Regulierung etwas bewegen.» Ihr Anliegen: Die typischen Geschlechterrollen im Berufsumfeld aufzubrechen. Dazu gehört für sie nicht nur, dass etwa mehr Frauen Ingenieurinnen oder CEOs werden: «Ich möchte auch, dass Männer häufiger so genannt typische Frauenberufe wie etwa Kindergärtnerin lernen.»

Deshalb hat sie mit ihren Parteikollegen Jean-Daniel Strub, Hans Urs von Matt und Marcel Savarioud zwei Postulate eingereicht. Darin wird der Stadtrat aufgefordert, Massnahmen zu treffen, um den Anteil von männlichem Personal in den städtischen ausserfamiliären Betreuungseinrichtungen wie Krippen, Horte oder Tagesstätten sowie in der Mütter-und Väterberatung zu erhöhen. Ihre Zielvorgabe: Männer und Frauen sollen dort mit je mindestens 35 Prozent vertreten sein.

Umsetzung wird schwierig

Wie man das erreichen will, lassen die SP-Politiker offen, wie Seidler sagt: «Mir ist auch bewusst, dass die Umsetzung schwierig ist.» Aber ihr sei es eben wichtig, eine Diskussion anzuregen: «Viele junge Männer haben Hemmungen, einen typischen Frauenberuf zu lernen – hier könnten etwa die Schulen, aber auch die Branchenverbände mehr Aufklärungsarbeit leisten.»

Doch auch für Eltern selbst sei es ein Gewinn, so Seidler: «Vielleicht geht man als Mann eher in eine Mütter- und Väterberatungsstelle, wenn dort auch männliche Mitarbeiter sitzen.»

«Unsere Löhne und Arbeitsbedingungen könnten sich verbessern»

Bei Kibesuisse, dem Verband Kinderbetreuung Schweiz, freut man sich über das Postulat, wie Geschäftsleiterin Nadine Hoch sagt: «Gemischte Teams wären für unsere Branche super – vielleicht würden sich sogar unsere Löhne und Arbeitsbedingungen verbessern.»

Eine Quote von 35 Prozent sei allerdings ein sehr sportliches Ziel: «Wir machen bereits viel, um mehr Männer zu gewinnen.» Etwa mit gezielten Informationen oder Plätzen für Zivildienstler: «Trotzdem liegt der Anteil an männlichen Lernenden noch immer bei höchstens sieben Prozent.»

(som)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lisa am 14.11.2015 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SP Lebensplanung

    Was soll diese Zwängerei? Alle Bürger sollen frei sein und dort arbeiten wo sie wollen. Wir brauchen keine Lebensplanung, vor allem nicht von der SP.

    einklappen einklappen
  • Mingo am 14.11.2015 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ein weiteres Beispiel dafür

    dass die SP unwählbar ist.

    einklappen einklappen
  • Twin Peak am 14.11.2015 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein!

    Ich bin gegen Frauen und Männerquoten und habe es satt, dass die SP uns erziehen will.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniel Gadient am 15.11.2015 13:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnötige Quoten

    lasst doch jeden das machen was er will, diese Quatsch-Quoten sind doch egal

  • Wellendeller am 15.11.2015 11:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gekifft bei der Sitzung?

    Toll gemacht, SP, mit solchen Forderungen erzeugt ihr noch mehr SVP Wähler.

  • Li So am 15.11.2015 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Sätze Parteien zuordnen?

    Eine bessere Durchmischung von Frauen und Männern hat doch nichts mit einer Partei zu tun. Vom Kinderhüten bis Management. Viele Männer sind offen für einen Job mit Kindern. Hört endlich auf, jeden Satz auf SP oder SVP abzukanzeln. Das ist doch sehr kindlich. Das ist die Chance, dass in Fachrichtungen die hoch qualifizierten Frauen von der Familienarbeit entlastet werden können. Wie es ja umgekehrt auch der Fall ist. Männer sind offen für das, sorry

  • Iron am 15.11.2015 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quote ist falscher Ansatz

    Männerquote in der Krippe, aber wegen der Frauenquote in Führungskadern dann dafür nie befördert werden...

  • Passch am 15.11.2015 08:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frauen zuerst

    Ach, die SP soll zuerst mal Frauen-Quoten bei typischen Männerberufen fordern: Bauarbeiterinnen, Mineurinnen und vorallem Kehrrichtfrauen. Wenn es dort die Quoten gibt, höre ich wieder zu. Davor ist es ja doch immer nur Rosinenpickerei.