Schutz für Prostituierte

24. April 2016 15:42; Akt: 24.04.2016 16:03 Print

SP fordert Staatsbordell in Zürich

Mit einem städtischen Bordell sollen Prostituierte besser vor der Abhängigkeit von Zuhältern geschützt werden.

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Werden aus den Wohnquartieren verdrängt: Prostituierte bieten sich im Zürcher Niederdorf an. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella) (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella)

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Die Sozialdemokraten wollen die Stadt Zürich verpflichten, eine Liegenschaft für ein städtisches Bordell zur Verfügung zu stellen. Dies berichtet die «Schweiz am Sonntag» in ihrer aktuellen Ausgabe. Die SP-Gemeinderätin Christine Seidler hat demnach diese Woche eine entsprechende Motion eingereicht. «Die überwiegende Mehrheit der Sexarbeiterinnen arbeitet freiwillig und selbstbestimmt, dies ist wichtig, wird jedoch mit den jetzt geltenden Reglementierungen immer mehr verhindert», lässt sich Seidler in der Zeitung zitieren.

Da Sexarbeiterinnen zunehmend aus den Stadtzürcher Quartieren verdrängt würden, steige das Risiko, dass sie sich in die Abhängigkeit von Zuhältern begeben müssten. Seidler schwebt ein Bordell vor, das «von den Sexarbeiterinnen selbstverwaltet und im Kollektiv geführt wird».

SVP protestiert

Seidler betont, das Projekt sei realistisch. Bevor sie den Vorstoss einreichte, habe sie mit dem Stadtrat Kontakt aufgenommen. Dieser habe ihr signalisiert, dass die Stadt entsprechende Möglichkeiten habe. Wenig Begeisterung kann die SVP dem Ansinnen entgegenbringen. «Es kann nicht Aufgabe der Stadt sein, mit Steuergeldern ein Puff zu betreiben», sagt SVP-Fraktionschef Martin Götzl laut «Schweiz am Sonntag».

Wie die Zeitung weiter schreibt, ist innerhalb der SP-Fraktion die Frage umstritten, ob man gleichzeitig gegen Prostitution und für ein Staatsbordell sein kann. Seidler betrachtet ihren Vorschlag als pragmatische Lösung, die für Sexarbeiterinnen bessere Arbeitsbedingungen schafft.

(thu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mr. Spock am 24.04.2016 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jetzt hat die Sp

    endgültig einen an der Waffel. Wenn ich mit meinen Steuergeldern denn schon eine Liegenschaft für ein Bordell mitfinanzierean muss will ich zumindest auch ermässigung beim Eintritt.

  • Geissenpeter am 24.04.2016 16:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Staatspuff mit ausländischen Fachkräften

    ein Traum der SP. Dann brauchts noch Steuerberater, Anwälte, Manager, Personaler, Verwaltung... man macht aus einem Puff ein Bundeshaus... oder umgekehrt.

  • Roman M. am 24.04.2016 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ganz richtig

    Die allgemeine Richtung stimmt. Steuergelder zu verwenden finde ich aber nicht gut. Besser wäre Prostitution als Gewerbe zu deklarieren, mit allen Rechten und Pflichten. Steuern erheben, Gewerbekontrollen durchführen und eine harte Null-Toleranz-Politik gegen Zuhälter führen, mit entsprechenden Verschärfungen im Gesetz.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Let it be am 24.04.2016 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NEIN

    Die Idee einen besser geschützten und sicheren Arbeitsplatz für Prostituierte zu schaffen, mag durchaus Sinn machen. Sicher ist es aber nicht die Aufgabe der Stadt mit unseren Steuergeldern auch ein Bordell zu betreiben. Diese SP-Forderung ist an Absurdität kaum noch zu toppen!

  • Ralf Senatore @fb am 24.04.2016 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Prostitution ist bedingungslos

    Entweder komplett verbieten oder eine echte Sicherheit schaffen. Ein Puff vom Staat ist ein Tropfen auf den heissen Stein.

  • René B. am 24.04.2016 18:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Forderungen

    Und ich fordere ein Privatbordell für mich, welches natürlich die SP finanziert.

  • Haakon am 24.04.2016 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SP

    Wann will die SP mal etwas für uns - gewöhnliches Fussvolk und Steuerzahler - machen?

  • Loocka am 24.04.2016 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich...

    Ist das wirklich ernst gemeint?