SP verliert in Zürich

20. Oktober 2019 21:47; Akt: 20.10.2019 22:01 Print

«Wir sind das Opfer der grünen Welle»

Bei den Nationalratswahlen im Kanton Zürich hat die SP zwei Sitze verloren. Man habe die Ökopolitik der SP nicht vermitteln können, sagt der Co-Präsident.

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Eine Wahlfeier hatte die SP im Café Boy in Zürich angekündigt. Doch die Stimmung wurde am Sonntag vom Resultat der Nationalratswahlen getrübt. Die Partei verlor im Kanton Zürich zwei Sitze, gleich viel wie die SVP. Trotzdem bleibt die SP zweitstärkste Kraft hinter der SVP. Je einen Sitz verloren BDP und CVP. Zugelegt haben Grüne und GLP – je drei Sitze.

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Bei der SP ist die Enttäuschung gross: «Diesen deutlichen Verlust haben wir nicht erwartet», sagt Co-Präsident Andreas Daurù nach der Verkündung des Endergebnisses am Abend. Der überraschende Verlust tue weh. Dennoch gebe es auch Grund zur Freude: «Unser Ständerat Daniel Jositsch wurde glanzvoll wiedergewählt.» Zudem habe Linksgrün schweizweit klar gewonnen.

«SP politisiert seit vielen Jahren ökologisch»

Warum der Verlust so hoch ausgefallen sei, müsse man analysieren. «Vermutlich haben wir vor allem an die Grünen und die GLP verloren. Wir sind das Opfer der grünen Welle, obwohl die SP seit vielen Jahren ökologisch politisiert», so Daurù. Das habe man den Wählerinnen und Wählern wohl nicht genügend vermitteln können. Dass der Wirbel der SP um die Abstimmung im letzten Jahr über das Fussballstadion in der Stadt Zürich eine Rolle gespielt hat, könne er sich nicht vorstellen.

«Die Verluste sind im ganzen Kanton etwa gleich hoch.» Auch im Wahlkampf habe man Vollgas gegeben und sich nicht ausgeruht. Daurù gibt sich zuversichtlich: «In den nächsten vier Jahren kommen Themen auf uns zu, bei denen die SP punkten kann.»

Zieht sich Köppel als Ständeratskandidat zurück?

SP-Ständerat Daniel Jositsch hat seine Wiederwahl mit einem Glanzresultat geschafft – entgegen dem Verlust der Zürcher SP bei den Nationalratswahlen. Mit über 216 000 Stimmen übertraf Jositsch das absolute Mehr deutlich. Um seinen Sitz im Ständerat bangen muss Ruedi Noser (FDP). Er erreichte das absolute Mehr nicht, liegt mit 141 700 Stimmen aber vorn. Er ist überzeugt, dass es im zweiten Wahlgang reichen wird.

Auf Platz drei landete «Weltwoche»-Verleger Roger Köppel (SVP) mit 107 500 Stimmen. Er wird vor­aussichtlich am Donnerstag bekannt geben, ob er nochmals antritt. Ein überraschend gutes Resultat erzielte Marionna Schlatter (Grüne). Sie belegt den vierten Platz mit mehr als 95 000 Stimmen, vor Tiana Angelina Moser (GLP) mit über 80 000 Stimmen. Schlatter wird beim zweiten Wahlgang am 17. November nochmals antreten, Moser entscheidet sich bis Dienstag.

(tam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Muss los am 20.10.2019 22:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Funiciello?!

    Tamara Funiciello hats in den NR geschafft... Das Ende naht.. bin dann mal weg

  • Tarallotello am 20.10.2019 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    Sozial oder grün?

    genau das ist das problem liebe SP.Das ihr euch für das klima"und seine steuern einsetzt,statt für den arbeiter.Viele büezer können nicht mehr verstehn wie ihr euch für die grüne enteignungspolitik und segregation des büezers vom zugang der ressourcen durch verteuerung starkmacht ..als sogenannte soziale partei.Verrat! Sozial oder Grün,entscheidet euch.

  • roro am 20.10.2019 21:51 Report Diesen Beitrag melden

    Immer die Anderen

    Und jetzt sind die Grünen schuld. Vielleicht hat man einfach genug von der Willkommenspolitik!!!!!!!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kenobi am 20.10.2019 23:04 Report Diesen Beitrag melden

    Die Zukunft hat gewonnen!

    Die Schweiz hat endlich verstanden, dass das Thema Klimawandel oberste Priorität haben muss. Die ewigen Themen Ausländer, AHV, Pensionskasse, Entwicklungshilfe etc. sind alle zweitrangig! Wenn wir den Klimawandel nicht bremsen, werden die anderen Themen zum Luxusproblem! Die Jugend hat gewählt! Ihr gehört die Zukunft, sie will auf einem gesunden Planeten leben!

  • Yves. am 20.10.2019 22:46 Report Diesen Beitrag melden

    Am Volk vorbei politisieren....

    Das macht die SP seit Jahren so. Deshalb habe auch ich dieses Jahr der SP keine Stimme gegeben. Und ja, das Verhalten der SP Stadt Zürich in Bezug auf das neue Fussballstadion war auch ein Grund, weshalb ich die SP nicht weiter unterstützen kann. Aber das wollen sie ja nicht einsehen.

  • Captain Hindsight am 20.10.2019 22:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir wissen ja, was aus kommt, ...

    ... wenn SP und SVP die grössten Parteien der Schweiz sind. Gut, ändert sich was. Wir wissen noch nicht, ob zum Besseren, aber es ist gut so.

  • Capuns Maluns am 20.10.2019 22:42 Report Diesen Beitrag melden

    Keine grüne Welle bei uns

    SVP Anteil heute 55% ungerade. Samnaun, GR.

  • E.M. am 20.10.2019 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grüne Welle?

    Ja sowas kann passieren ,wenn die Presse fast ein Jahr lang Grünen Wahlkampf Unterstützung betreibt.Dann kommt man eben selber unter die Räder und nicht nur die ach so böse SVP.