Säure-Anschlag in Schaffhausen

15. Juli 2018 16:26; Akt: 15.07.2018 17:39 Print

«Wir sind alle sehr betroffen»

In einem Schaffhauser Wohnquartier ist ein Säure-Anschlag verübt worden. Die Anwohner sind ratlos.

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Im Quartier Emmersberg ist es ruhig an diesem Sonntagmorgen. Doch der Schein trügt. An der Säntisstrasse haben unbekannte Täter am Samstagabend einen Säure-Angriff auf ein Haus verübt, wie die Schaffhauser Polizei schreibt.

Der Vorplatz des hübschen Chalets zeugt auch Stunden danach noch von der Tat. Scherben liegen herum, Flecken auf dem Steinboden sind noch sichtbar und ein widerlicher Geruch zwingt die Anwohner, einen grossen Bogen um das schicke Chalet zu machen.

«Wir sind alle sehr betroffen»

Einige bleiben dennoch stehen und wundern sich: «Wir haben Sirenen am Abend gehört, wussten aber nicht genau, was los ist.» Eine andere Nachbarin berichtet, dass es plötzlich «so ekelhaft und säuerlich» gestunken hätte. «Kurz nach dem Anschlag war der Geruch unerträglich.» Die Anwohner rätseln nun, ob es sich um Buttersäure handeln könnte.

Die meisten Nachbarn halten sich aber mit voreiligen Schlüssen zurück. Ein Nachbar zeigt sich dennoch schockiert: «Wir sind alle sehr betroffen, dass so etwas bei uns passiert ist.» Mehr möchte der Mann zu dem Fall aber nicht sagen.

Die Anwohner sind ratlos

Auch eine Nachbarin will sich nicht dazu äussern: «Wir kennen die Familie nicht gut. Sie wohnen noch nicht so lange hier.»

Im Quartier herrscht jetzt vor allem Ratlosigkeit: «Es ist so eine schöne Gegend. So etwas haben wir noch nie erlebt.» Beunruhigt sei man wegen dem Säure-Anschlag aber nicht: «Das war doch sicher nur ein Lausbubenstreich», meint ein Anwohner.

Polizei sucht Zeugen

Dass es sich um einen Lausbubenstreich handelt, bezweifelt die Schaffhauser Polizei: «So einfach kommt man nicht an Säure ran. Und Jugendliche erst recht nicht», sagt Matthias Bänziger, Einsatzleiter der Polizei auf Anfrage von 20 Minuten. «Die unbekannte Täterschaft wusste, wie man mit der Säure hantiert.» Auch das Ziel des Angriffs sei wahrscheinlich bewusst ausgewählt worden.

Wer hinter dem Anschlag steckt und um was für eine Substanz es sich handelt, sei immer noch unklar, so Bänziger. Spezialisten der Feuerwehr und des Interkantonalen Labors hatten nach ersten Untersuchungen festgestellt, dass es sich um Säure handelt. Die Polizei sucht nun Zeugen.

Anwohner durften ihre Häuser nicht verlassen

Nach dem Anschlag waren rund 30 Personen von Polizei, Feuerwehr, Labor und Sanität im Einsatz. Die Säntisstrasse, an der das betroffene Haus steht, war vorübergehend gesperrt worden und die Anwohner gebeten, in ihren Häusern zu bleiben.

Inzwischen bestehe aber keine Gefahr mehr, wie es in einer Mitteilung der Polizei heisst. Einzig mit Geruchsbelästigung müsse noch gerechnet werden.

(mon/chk)