Gossau ZH

15. Februar 2019 11:35; Akt: 15.02.2019 11:37 Print

Sammelstellen-Mitarbeiter stehlen Kupfer

Eine Gruppe selbst ernannter Privatdetektive hat offenbar ein Kupferkartell aufgedeckt. Mitarbeiter der Gemeinde sollen systematisch Kabel abgezweigt und verkauft haben.

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Das Gossauer Abfallsammelstellen-Team soll sich unrechtmässig an Kupfer bereichert haben: Das wirft der Verein der besorgten Bürger der Gemeinde Gossau in einem anonymen Schreiben an den «Zürcher Oberländer» mehreren Gemeindemitarbeitern vor.

Verschiedene Kunden hätten beobachtet, wie die Betreuerin und Angestellte der Sammelstelle die Kabel kurz nach dem Empfang der Geräte entfernten und die Stecker in die Sperrguttonne warfen. Die selbst ernannten Detektive schickten der Zeitung zudem Fotos der abgetrennten Kabel.

Mehrmals im Jahr würden die Kabel einem dem Verein bekannten Altstoffhändler in der näheren Umgebung geliefert. Den Gewinn steckten sich die Mitarbeiter in die eigene Tasche als Zusatzverdienst, schreiben die anonymen Verfasser. Durch die Machenschaften sollen die Gemeinde Gossau sowie ein Vertragspartner betrogen werden.

Scharfe Verwarnungen

Der Gemeinderat Gossau schreibt der Zeitung, dass die Vorwürfe teilweise zutreffend seien. Es hätten aber noch nicht alle Mitarbeiter befragt werden können. Für die Gemeinde handelt es sich aber nur um einen geringen Verlust. Der Schaden betrage weniger als 100 Franken. Gegen die fehlbaren Personen habe man umgehend disziplinarrechtliche Schritte eingeleitet. Dabei handle es sich nicht um Entlassungen, sondern um scharfe Verwarnungen.

Auch der Vertragspartner will den Vorwurf untersuchen. Den grossen Schaden habe der Recycler, da ihm letztlich das Kupfer fehle, sagt er.


(som)