Dietikon ZH

16. Februar 2011 23:50; Akt: 16.02.2011 17:08 Print

Schläge gegen Hausfrau nicht erwiesen

von Attila Szenogrady - Laut Anklage hat ein Türke aus Dietikon eine ihm bekannte Brasilianerin verprügelt. Aufgrund von zahlreichen Widersprüchen der Geschädigten kam das Gericht zu einem Freispruch.

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Der heute 33-jährige Türke aus Dietikon musste sich am Mittwoch nicht nur wegen Körperverletzung, sondern auch wegen versuchten Diebstahls sowie Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Bei einem Schuldspruch drohten dem arbeitslosen IV-Rentner eine bedingte Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 30 Franken sowie eine Busse von 300 Franken.

Als Drogendealer und Schläger angeklagt

Laut Staatsanwaltschaft hatte der kräftige Beschuldigte am 31. März 2010 eine ihm bekannte Brasilianerin zusammen mit einem Kollegen auf offener Strasse im Kreis 4 brutal attackiert. In der Anklageschrift war von Faustschlägen gegen den Kopf sowie gegen den Rücken die Rede. Zudem versuchte der Angreifer, die Handtasche der heute 47-jährigen Geschädigten zu öffnen.

Die erheblich verletzte Hausfrau begab sich danach ins Spital und erhob Strafanzeige gegen den Dietiker. Dabei führte die Südamerikanerin zudem aus, dass ihr der Angeklagte schon im Dezember 2009 eine unbestimmte Menge an Heroin zum Verkauf angeboten habe.

Weshalb der zuständige Staatsanwalt den Familienvater nicht nur als Drogendealer, sondern auch als Schläger einklagte.

Unschuld beteuert

Vor den Schranken beteuerte der Angeklagte seine Unschuld und sprach von falschen Anschuldigungen einer verlogenen Person. Er habe sie nicht einmal berührt, erklärte er. Im Gegensatz zum Rechtsanwalt der Geschädigten. Er verwies auf die Arztberichte und verlangte ein Schmerzensgeld von 2000 Franken. Den Beschuldigten bezeichnete er als Furcht einflössende und im Milieu bekannte Figur. Eine Kronzeugin des Vorfalls habe gar aus Angst vor ihm jegliche Aussage verweigert, plädierte der Anwalt.

Im Zweifel für den Angeklagten

Das Gericht kam nach einer kurzen Beratung zu einem umfassenden Freispruch. Die Drogenvorwürfe stufte Einzelrichter Ferdinand Hürlimann als zu wenig klar umschrieben ein. Die Körperverletzung sowie der Diebstahlsversuch seien ebenfalls nicht erwiesen. So seien die Aussagen der Geschädigten in der Untersuchung viel zu widersprüchlich ausgefallen, erklärte Hürlimann. So hatte die Frau schon die Lage ihrer Tasche während des Angriffs völlig unterschiedlich geschildert. Zudem sei auch die Rolle des angeblichen Mittäters unklar geblieben. So sei nicht ausgeschlossen, dass dieser zugeschlagen habe, sagte Hürlimann. Er sprach deshalb von unüberwindlichen Zweifeln. Auch im Hinblick auf die Beziehung zwischen dem Angeklagten und dem angeblichen Opfer. Diese war auch nach der Verhandlung unklar geblieben.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Felix am 18.02.2011 00:22 Report Diesen Beitrag melden

    Was? Tätlichkeit?

    Ist der immer noch da? Wieso hat es zur Anklage gereicht wenn das Gericht meint er hätte nichts getan? Bezieht er IV wegen Gedächtnisschwund? 'Mechanisch' ist er ja wohl in Ordnung wenn er schlagen kann.

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  • Noergeler am 17.02.2011 05:35 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber Herr M.M.

    Kann den Betrag von Herr M.M.nicht zustimmen.Zuerst muss die Schuldfrage abgeklärt sein,ob Auslaänder oder Schweizer,und danach ein Urteil.Wenn nicht Beweise da sind so ist es immer zugunsten des Angeklagten.Noch obigem Bericht,hat der Richter das wirklich auch gemacht.Nicht alle immer in die Pfanne hauen.Zuerst richtig Lesen und wissen was ei Rechtsstaat ist.

  • HOKO am 17.02.2011 18:03 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso sind die noch da?

    Sobald jemand Gewalt anwendet in einem Gastland sollte ohne grosses Theater ausgeschafft werden, stellen sich landsleute dagegen, auch abschieben. Wan greift unsere Abstimmung vom letzten Jahr?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Felix am 18.02.2011 00:22 Report Diesen Beitrag melden

    Was? Tätlichkeit?

    Ist der immer noch da? Wieso hat es zur Anklage gereicht wenn das Gericht meint er hätte nichts getan? Bezieht er IV wegen Gedächtnisschwund? 'Mechanisch' ist er ja wohl in Ordnung wenn er schlagen kann.

    • Hans S. am 18.02.2011 13:18 Report Diesen Beitrag melden

      Rechtssystem

      Es würde Ihnen vielleicht helfe, wenn Sie sich mit unserem Rechtssystem ein bisschen mehr auseinandersetzen würden. Der Unterschied zwischen Staatsanwaltschaft und Gericht wäre Ihnen dann vielleicht geläufig.

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  • Emotionsloser Neutralist am 17.02.2011 22:47 Report Diesen Beitrag melden

    Sachlich bleiben

    Jetzt mal langsam: wenn es unserer Polizei und der Staatsanwaltschaft nicht gelingt den Tatbestand zu erstellen und sich die Befragten in Widersprüche verwickeln kommt kein Richter am "in dubio pro reo" vorbei. Die Aussage "milieubekannt etc." ist eine Parteiaussage. Die eingeklafgten Tatbestände waren Körperverletzung und Drogenhandel. Das ist für jedes Gericht verbindlich. Mit Kuscheljustiz hat das nichts zu tun. Liesse man die Volkssele wüten, hätten wir Lynchjustiz.

  • Simon Trachsel am 17.02.2011 19:49 Report Diesen Beitrag melden

    Im Zweifel für den Angeklagten

    Scheinbar ist es der Staatsanwalschaft nicht gelungen, genügend Beweise vorzulegen. Gemäss geltendem Recht gilt nunmal "Im Zweifel für den Angeklagten". Da hat eher die Staatsanwaltschaft ihre Aufgabe nicht gemacht. Und was ist von der Klägerin zu halten ? ...die Aussagen der Geschädigten in der Untersuchung viel zu widersprüchlich ausgefallen!

  • Ursus am 17.02.2011 18:28 Report Diesen Beitrag melden

    IV überdenken

    Solche Leute sind der beweis das unser Sozialsystem von manchen Leuten ausgenutzt wird . Es muss das ganze System überdacht werden speziel sollten Kompetenzzentren nach vorbild des Schweizer Paraplegiker-Zentrum geschaffen werden , und nur diese könnten eine IV-Rente gewähren . Dadurch hätten es solchen " IV Rentner " wie oben beschrieben viel schwieriger eine Rente zu bekommen die ihnen gar nicht zustehet . Die SVP hat schon vor der Abstimmung zur " Sanierung der IV " davor gewarnt das alle Probleme der IV mit Geld ( z.B. aus AHV ) zugeschüttet werden , da hatte sie wohl leider Recht .

  • HOKO am 17.02.2011 18:03 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso sind die noch da?

    Sobald jemand Gewalt anwendet in einem Gastland sollte ohne grosses Theater ausgeschafft werden, stellen sich landsleute dagegen, auch abschieben. Wan greift unsere Abstimmung vom letzten Jahr?