Guggenbühl

17. März 2011 13:00; Akt: 17.03.2011 13:58 Print

Schläger-Prozess gegen Sohn des Gewaltexperten

Ein 23-Jähriger ist angeklagt, einen Taxifahrer übel zugerichtet zu haben. Pikant: Sein Vater ist Jugendpsychologe und Leiter des Instituts für Konfliktmanagement.

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Der Sohn des bekannten Zürcher Jugendpsychologen und Leiter des Instituts für Konfliktmanagement und Mythodrama (IKM) Allan Guggenbühl ist am Donnerstag in Zürich vor Gericht gestanden, weil er 2006 zusammen mit einem Kollegen einen Taxifahrer verprügelt haben soll. Der Prozess wurde vertagt.

Er habe das Opfer weder mit Fäusten geschlagen noch mit Füssen getreten, sagte der 23-jährige Angeklagte im Prozess am Bezirksgericht Zürich. Der mitangeklagte, drei Jahre ältere Kollege blieb dem Prozess entschuldigt fern.

Dem «Blick» hatte Vater Guggenbühl gesagt, sein Sohn sei vom Taxifahrer angegriffen worden. Das Taxi habe seinen Sohn touchiert, worauf dessen Kollege ein Zweifrankenstück gegen den Wagen geschleudert habe. Der Taxifahrer sei daraufhin ausgestiegen und habe dem Sohn das Nasenbein gebrochen.

Möglicherweise IV-Rente für das Opfer

Gemäss Anklage hatten die beiden jungen Männer am 22. Dezember 2006 den Taxichauffeur in der Zürcher Innenstadt nach einer verbalen Auseinandersetzung geschlagen und getreten. Der Mann wurde mit einer Hirnerschütterung, einem Bruch der Schulter sowie Prellungen am Oberschenkel ins Spital gebracht.

Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren zunächst ein. Ein Rekurs des Opfers beim Obergericht hatte jedoch Erfolg und der Prozess vor dem Einzelrichter des Bezirksgerichts wurde am Donnerstag eröffnet. Die Anklage beantragte eine bedingte Geldstrafe wegen Körperverletzung von 180 Tagessätzen à 30 Franken und eine Busse von 300 Franken.

Aufgrund komplexer versicherungstechnischer Fragen sah sich die Verteidigung am Donnerstag nicht in der Lage, Stellung zu nehmen. Der Prozess wurde deshalb auf einen späteren Zeitpunkt vertagt. Der Ausgang des Verfahrens ist für das Opfer wegen einer allfälligen IV-Rente von Bedeutung.

Gegenüber «Tages-Anzeiger» hatte Allan Guggenbühl die Vermutung geäussert, «dass der Taxifahrer sich eine IV-Rente erschwindeln will». Seit dem Vorfall arbeite er gar nicht mehr.

(rub/sda)