Bezirksgericht Meilen

02. Dezember 2008 13:29; Akt: 02.12.2008 13:59 Print

Schlechtes Gewissen: Geschäftsfrau zeigt sich selber an

Wegen mehrfachen Steuerbetrugs und mehrfacher Urkundenfälschung hat das Bezirksgericht Meilen eine 65-jährige Frau zu einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 180 Franken sowie zu einer Busse von 2000 Franken verurteilt.

Fehler gesehen?

Die Geschäftsfrau hatte als Projektleiterin einer Beratungsfirma der Pharmabranche von 1999 bis 2005 den Zürcher und den eidgenössischen Fiskus betrogen. In erster Linie hatte sie mehr als eine halbe Million Franken Skontorückzahlungen an die Firma nicht deklariert, sondern heimlich für sich abgezweigt. Sie sparte damit illegal gut 215 000 Franken Steuern.

Aufgeflogen war der Betrug nicht etwa bei einer Buchprüfung oder dergleichen. Die Frau zeigte sich vielmehr selbst an. Das schlechte Gewissen habe sie geplagt, erklärte sie in der Gerichtsverhandlung Mitte November. Am Dienstag wurde nun das Urteil bekanntgegeben.

Das Gericht rechnete der Angeklagten diese Selbstanzeige, ihre echte Reue und das umfassende Geständnis positiv an. Die Anklage hatte eine bedingte Geldstrafe von 270 Tagessätzen und eine Busse von 5000 Franken gefordert. Die Verteidigung beantragte eine Geldstrafe von 120, maximal aber 180 Tagessätzen und eine 2000-Franken-Busse.

(sda)