Über 60'000 Fr Wert

17. Juli 2018 16:44; Akt: 17.07.2018 16:44 Print

Touristen schmuggeln 3500 Edelzigarren

Deutsche Beamte haben an der Schaffhauser Grenze zwei Reisende aus Asien kontrolliert. Sie hatten nicht verzollte Zigarren im Gepäck. Das kostet sie 45'000 Franken.

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150'000 Zigaretten haben die deutschen Beamten im Oktober 2018 in einem Auto von drei Briten gefunden. Hier weitere Fälle: Die deutschen Zöllner fanden im Juli 2017 bei Touristen aus Asien insgesamt 3500 unverzollte Edelzigarren. Für die Ware im Wert von über 60'000 Franken mussten die Schmuggler den Zöllnern 45'000 Franken bezahlen. Im Mai 2018 wollte ein Schweizer am Grenzübergang in Bietingen (D) ein Segelboot einführen. Ein Mann wollte ebenfalls im Mai 2018 Tabak in die EU schmuggeln – 42 Kilogramm in 840 Kleinverkaufspackungen abgefüllt. Bei einer Kontrolle auf einer Autobahnraststätte im Hegau im März 2018 hatte eine zuvor aus der Schweiz ausgereiste Deutsche zwei nichtangemeldete Uhren im Wert von knapp 20'000 Euro dabei. Beim Grenzübergang Bietingen (D) verhinderten die Beamten im Mai 2018 den Schmuggel einer hochwertigen Armbanduhr im Wert von fast 28'000 Euro. Insgesamt 48 Flaschen Wein im Wert von rund 12'500 Euro und eine Handfeuerwaffe, die griffbereit unter dem Beifahrersitz lag, fanden die Zöllner im März 2018. In den Koffern und Reisetaschen eines Grenzgängers fanden die Beamten im Februar 2018 535 gefälschte Bekleidungsstücke namhafter Modelabels. Im Oktober 2017 fing der deutsche Zoll Oldtimer-Fahrzeuge im Wert von 640'000 Euro ab. Sie sollten über die Grenze geschmuggelt werden. 300 Brillen im Wert von gut 36'000 Euro fanden die Zöllner bei der Kontrolle eines Schweizer Geschäftsmannes im Juli 2017. Deutsche Zöllner stoppten im Juli 2017 einen Autotransporter, der zwei wertvolle Sportwagen aus der Schweiz über die Grenze geschmuggelt hatte. Bei der Kontrolle eines Fernreisebusses fanden die Zöllner im März 2017 gut 200 Gramm Kokain, die der Schmuggler in seiner Unterhose versteckt hatte. Ein Mann schmuggelte im Juni 2016 rund 800 Kilogramm ungekühltes Fleisch über die Grenze. Bei der Verkehrskontrolle gab er an, dass er dieses für eine Feier brauche. Die Zollfahndung Basel deckte im März 2016 einen Schmuggel von über fünf Tonnen indischer Ghee-Butter auf. Der Täter importierte seit drei Jahren illegal im grossen Stil Lebensmittel. Im Februar 2015 hielten Zöllner einen Schweizer auf, der unter dem Rücksitz 320'000 Euro versteckt hatte.

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Zwei Reisende aus Asien, die am vergangenen Mittwoch in einem Mietauto die deutsche Grenze bei Thayngen SH passierten, gaben an, ein paar Zigarren in der Schweiz gekauft zu haben. Sie wollten sich die Mehrwertsteuer zurückerstatten lassen und wurden von den Beamten deshalb zum Schweizer Zoll geschickt – mit dem Hinweis, dass die Waren im Anschluss noch beim deutschen Zoll anzumelden seien.

Nach der Ausfuhrabfertigung beim Schweizer Zoll meldeten sich die beiden Asiaten aber nicht bei den deutschen Kollegen, sondern fuhren direkt auf die Autobahn 81. «Die Beamten im deutschen Ortsteil Bietingen haben das beobachtet und die beiden Reisenden kurze Zeit später gestellt», sagt Mark Eferl, Sprecher des Hauptzollamts Singen.

45'000 Franken bezahlt

Im Gepäck hatten die mutmasslichen Schmuggler 3500 Zigarren von namhaften Herstellern im Wert von über 60'000 Franken. «Einen solchen Zigarrenschmuggel an der Südgrenze hat es schon länger nicht mehr gegeben», so Eferl. Es sei immer wieder erstaunlich, welche Waren die Grenzgänger ohne Anmeldung einführen würden.

Da sich einer der Reisenden zum Schmuggelgut bekannte, wurde gegen ihn ein Strafverfahren eingeleitet. «Er gab zu, dass die Zigarren ihm gehörten», sagt Eferl. Vor der Weiterfahrt musste er als Sicherheitsleistung für die Geldstrafe und die Einfuhrabgaben einen Geldbetrag von über 45'000 Franken hinterlegen.

Neben den Zigarren fanden die Zöllnern auch eine Flasche Whisky im Wert von knapp 49'000 Franken im Auto. Da die Freimenge für Whisky unabhängig vom Wert der Spirituose einen Liter beträgt, mussten die beiden Reisenden wenigstens für den edlen Tropfen keine weiteren Abgaben bezahlen.

(tam)