Zürich

13. Juli 2010 22:53; Akt: 13.07.2010 21:40 Print

Schnäppchen-Portale buhlen um Zürcher

von David Torcasso - Schnäppchen-Plattformen im Internet boomen – und lohnen sich für das lokale Gewerbe. Wirtschaftspsychologe Christian Fichter warnt aber vor den Verlockungen.

storybild

Thomas Offer möchte mit Groupon.ch auch in Zürich erfolgreich sein. (Aebi)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Schnäppchenangebote im Internet sind hoch im Kurs. Bereits buhlen über ein halbes Dutzend solcher Plattformen um Zürcher Kunden. Neuerdings auch das weltweit grösste Portal Groupon. Dort kann man Gutscheine erwerben, um beispiels­weise in Restaurants zum halben Preis zu essen, ein Masshemd für 50 Franken weniger zu kaufen oder günstig Ferrari zu fahren. Groupon-Geschäftsführer Thomas Offner erklärt: «Wir bieten jeden Tag ein neues Angebot an. Der Kunde profitiert von günstigen Preisen, der Anbieter hat keinen zusätzlichen Aufwand.» Marco Stefano, Pächter des Restaurants Du Théâtre in Zürich, hat vor drei Wochen einen Deal platziert: «Innerhalb von
24 Stunden haben wir 85 Gutscheine verkauft.» Durch das Angebot hätten viele Gäste vom Lokal erfahren, die noch nie da gewesen seien.

Wirtschaftspsychologe Christian Fichter von der Fachhochschule Kalaidos warnt aber vor den Verlockungen: «Durch den Zeit- und Gruppendruck sowie die künstliche Verknappung werden die Leute zu Konsum verleitet. Zudem schaffen sie sich mit diesen psychologischen Tricks Produkte an, die sie gar nicht brauchen.» Fichter berichtet auch von Leuten, die süchtig sind und gleich am Morgen die Deals checken – er sagt deshalb: «Wenn man schon darauf eingeht, soll man sich nicht irgend­einen Kugelschreiber mit eingebautem Discolicht kaufen, sondern wenigstens ein Spa-Weekend mit der Liebsten.»