Zürcher Gymnasien

08. Februar 2019 11:26; Akt: 08.02.2019 13:07 Print

Mehr Informatik und weniger Latein für Schüler

Der Kanton Zürich will an Untergymnasien neue Schwerpunkte setzen. Der Anteil der technischen und naturwissenschaftlichen Fächer soll ausgebaut werden.

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Die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) will mit dem Projekt «Gymnasium 2022» die «neuesten Entwicklungen in der Gesellschaft aufnehmen, etwa die Digitalisierung», wie sie am Freitag vor den Medien sagte.

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Sollten es an den Gymnasien mehr Informatik geben?

«Damit wird den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes Rechnung getragen, der nach Fachkräften verlangt.» «Gymnasium 2022» will den MINT-Fächern, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, am Untergymnasium mehr Lektionen geben. Von den bisher im Schnitt 7,5 Lektionen sollen diese Fächer auf 8,5 Lektionen ausgebaut werden. Neu sollen in den Schulen auch Themen wie Robotik oder Laborunterricht Platz finden.

Latein-Obligatorium bleibt vorläufig

Bei welchen Fächern die Gymnasien diesen Ausbau kompensieren, ist noch nicht definiert. «Es ist aber davon auszugehen, dass die meisten Schulen beim Latein kürzen werden», sagte Niklaus Schatzmann, Leiter des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes.

Der Ausbau der MINT-Fächer soll aber «nicht zu einer Schwächung der Sprachen führen», wie Schatzmann weiter sagte. Um die Kürzungen aufzufangen, seien etwa zweisprachige Lektionen denkbar. Das Latein-Obligatorium auf dem Untergymnasium will der Kanton zudem nicht aufgeben – zumindest vorläufig. «Wer die volle Studienfreiheit will, ist mit Latein immer noch gut beraten.»

Bildungsdirektorin Steiner rechnet nicht damit, dass nun viele Latein-Lehrerinnen und -Lehrer arbeitslos werden, weil ihre Lektionenzahl gekürzt wird. Wegen des Bevölkerungswachstums würden schliesslich auch die Gymnasien wachsen. «Ein gewisser Teil der Kürzungen kann so sicher aufgefangen werden.»

Latein-Lehrer sollen auch andere Fächer unterrichten

Steiner hofft aber auch, dass Latein-Lehrer offen sind für andere Fächer, etwa jene im MINT-Bereich. «Wir werden jede Lehrkraft brauchen.» Vor allem Informatik-Lehrer werden künftig mehr benötigt, weil dieses Fach auf dem Obergymnasium Pflicht wird.

Zudem soll auf dem Untergymnasium das Fach «Religionen, Kulturen, Ethik» eingeführt werden, auf dem Obergymnasium das Schwerpunktfach «Philosophie, Pädagogik, Psychologie.» Auch dafür braucht es Lehrer.
Der Kanton sieht vor, dass das Projekt «Gymnasium 2022» bis 2022 abgeschlossen ist und die neuen Fächer ab 2023 angeboten werden. Für die Ausarbeitung des Projektes bewilligte der Regierungsrat 2,88 Millionen Franken.

(som/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chemiker am 08.02.2019 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    Bedürfnisse des Arbeitsmarkts

    Gut so. Ich wünschte mir, meine Schule hätte vernünftige Informatik unterrichtet, anstatt massenhaft unnützer Fächer. Die Digitalisierung schreitet voran und MINT-Kenntnisse werden in Zukunft nicht mehr wegzudenken sein.

  • 90s kid am 08.02.2019 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    wieder mehr auf "harte" Fächer setzen

    auch Mathematik, Physik, Chemie, Biologie sollten alle wieder eigentständige Fächer sein und nicht einfach zusammengefasst. Bei mir war das "NMM" Natur Mensche Mitwelt. Die Sprachen wurden schon bei mir viel zu stark gewichtet, während der MINT bereich zu kurz kam.

  • A.W. am 08.02.2019 13:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schöner aber alter Zopf

    Bitte hört endlich mit dem Latein-Obligatorium auf. Schöne Sprache aber man muss Prioritäten setzen. Für das Medizinstudium hat man es auch nicht mehr als obligatorisch erklärt, weil über 50 % sowieso aus dem Griechischen kommt und leider die Tatsache, dass Englisch wichtiger ist, nicht mehr geleugnet werden kann.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rahel am 10.02.2019 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wozu??

    wozu lernen die Schüler Latein ?? Eine tote Sprache, die kein Mensch mehr spricht?? Dachte, die Schule sei ein Vorbereitungskurs für das Leben?? Bin jetzt 62 und ohne Latein durchs Leben gekommen. !! Zeitverschwendung!!

  • Stef Bühler am 10.02.2019 00:31 Report Diesen Beitrag melden

    Die Gymischüler

    sollten lieber lernen wie man eine Steuererklärung eine Kündigung u d gl schreibt. Die Informatik auf Gymi Stufe ist so was von unterirdisch, da die Leher welche das Fach geben und geben werden schlichtweg zu wenig Ahnung haben. Ein guter IT Fachmann macht sicher nicht noch eine Agogis dazu, da er ja besser Verdient. Also bleiben da noch die schlechten 10% welche sich die zusäzliche Ausbildung anthun.

  • Cil Pen am 08.02.2019 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Entscheid ist zu begrüssen

    Einerseits ist es zu begrüssen, dass die Fächer stärker auf die beruflichen Abforderungen ausgerichtet werden. Andererseits ist das Rumeiern btgl. Lateinlehrer ziemlich scheinheilig. Man kann sich nicht einfach für neue Fächer begeistern, und eine adäquate Um/-Ausbildung wird auch nicht angeboten für die erwähnten Fächer. Letzlich ist es am besten, wenn eine Lehrperson unterrichtet, was er mit Herzblut vertreten kann!

    • marko 34 am 09.02.2019 04:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Cil Pen

      Super

    einklappen einklappen
  • Black am 08.02.2019 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Ach was ?

    In Zeiten der Digitalisierung ist IT wichtiger als eine tote Sprache ?! Unglaublich so etwas, wie in Deutschland die IT zu teuer ist für die Schulen.

    • asdf am 08.02.2019 14:57 Report Diesen Beitrag melden

      im Grossen Kanton

      wird halt das Geld anderswo dringender gebraucht, beim Import und Unterhalt von Kulturbereicherung aus dem Süden und beim Gendern von Ampelfigürchen, damit sie geschlechtsneutral sind und so

    einklappen einklappen
  • 90s kid am 08.02.2019 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    wieder mehr auf "harte" Fächer setzen

    auch Mathematik, Physik, Chemie, Biologie sollten alle wieder eigentständige Fächer sein und nicht einfach zusammengefasst. Bei mir war das "NMM" Natur Mensche Mitwelt. Die Sprachen wurden schon bei mir viel zu stark gewichtet, während der MINT bereich zu kurz kam.