Seuzach ZH

21. Februar 2011 08:00; Akt: 22.02.2011 00:02 Print

Schuldspruch gegen Einbrecher bestätigt

In Seuzach haben zwei Anwohner zwei Georgier bei einem Einbruch ertappt und einen der Täter überwältigt. Ein Rechtsanwalt hat nun vergeblich versucht, einen der Diebe zu entlasten.

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Der in Seuzach verübte Einbruch vom 10. Oktober 2008 sorgte für Schlagzeilen. So kehrte der betroffene Hauseigentümer zufällig in seine Liegenschaft zurück und erwischte dabei prompt zwei Georgier, die im Begriff waren, Schmuck und elektronische Geräte für über 12 000 Franken zu erbeuten. Der 66-jährige Rentner konnte mit der Hilfe eines Anwohners nach einer Prügelei einen der Täter dingfest machen und an einen Laternenpfahl fesseln. Dem zweiten Dieb gelang die Flucht, wurde aber später von der Polizei doch noch erwischt.

Einbruch bestritten

Allerdings stellte der zweite Mann den Einbruch in Abrede und gab zu Protokoll, dass er sich zur Tatzeit in einem Durchgangszentrum für Asylbewerber im Kanton Aargau aufgehalten habe.

Am Bezirksgericht Winterthur vergeblich. Der heute 29-jährige Georgier wurde im Februar 2010 für schuldig befunden und zu einer unbedingten Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu 30 Franken verurteilt. Der Einzelrichter gab eine an einem Einbruchswerkzeug sichergestellte DNA-Spur und das schwankende Aussageverhalten des Angeklagten als Gründe für den Schuldspruch an. Zudem hätten die beiden Anwohner den Mann als Täter identifiziert, stand im Winterthurer Urteil.

Vergeblich Freispruch verlangt

Die Verteidigung legte Berufung ein und verlangte letzte Woche vor Obergericht einen Freispruch. Allerdings in Abwesenheit ihres schon lange wieder ausgereisten Klienten. Der Rechtsanwalt stufte die Beweislage als zu schlecht ein. Ohne Erfolg. So hat das Obergericht in seinem am Montag eröffneten Entscheid das Winterthurer Verdikt umfassend bestätigt. Eine schriftliche Begründung lag noch nicht vor. Die Kosten des Berufungsverfahrens von 3000 Franken wurden dem Angeklagten auferlegt. Die Kosten des amtlichen und erneut unterlegenen Verteidigers wurden auf die Gerichtskasse genommen.