Aargau

19. März 2019 13:34; Akt: 19.03.2019 13:49 Print

Schulwechsel kommt Eltern teuer zu stehen

Weil eine Primarschülerin unter dem Streit mit einem Gschpänli litt, beschlossen die Eltern, sie in die Schule des Nachbardorfs zu schicken. Nun müssen sie die Kosten dafür übernehmen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Eine Auseinandersetzung mit einer Schulkollegin machte einer Aargauer Primarschülerin stark zu schaffen. Die Eltern beschlossen deshalb, das Mädchen an eine Primarschule des Nachbardorfs zu schicken. Dieser Entscheid passte der elterlichen Wohngemeinde ganz und gar nicht. Es entbrannte ein Streit um die Transport- und Verpflegungskosten des Mädchens.

Schliesslich forderte der Gemeinderat, dass die Eltern für die Kosten aufkommen müssten. Der Grund: Die Eltern hätten niemanden über den Schulwechsel informiert und auf eigene Initiative hin gehandelt.

Beschwerde vor Bundesgericht abgewiesen

Wie die «Aargauer Zeitung» berichtet, wandten sich die Eltern an das kantonale Bildungsdepartement, den Regierungsrat sowie das Verwaltungsgericht. Weil sie dort mit ihrer Forderung abblitzten, zogen sie ans Bundesgericht weiter. Doch auch da wurde ihre Beschwerde abgewiesen.

Wie es im Bundesgerichtsurteil heisst, besteht zwar ein Anspruch auf einen unentgeltlichen Grundschulunterricht – aber nur für das Schulhaus, das die Gemeinde der Familie zuweist. Wenn Eltern ihre Kinder auf eigene Initiative hin woanders anmelden, müssen sie die Kosten selbst übernehmen, ausser sie können nachweisen, dass der Besuch des Unterrichts dem Kind nicht zugemutet werden kann.

Keine psychische Ausnahmesituation

Im Fall der Aargauer Primarschülerin waren die Eltern etwas voreilig. Sie hatten trotz einer Abmachung mit der Schulleitung weitere psychologische Abklärungen sowie den definitiven Entscheid abzuwarten, zwischenzeitlich beschlossen, ihre Tochter an eine andere Schule zu schicken.

In dem Bericht, der später doch noch ausgestellt wurde, heisst es, dass der Konflikt für das Mädchen zwar belastend gewesen sei, jedoch keine psychische Ausnahmesituation bestanden und auch kein sofortiges Handeln erfordert habe. Den Behörden könne daher keine pflichtwidrige Untätigkeit vorgeworfen werden.

(mon)