Unfall in Zürich

18. Juni 2019 04:46; Akt: 18.06.2019 04:46 Print

«Es geht jetzt bei meinem Sohn um Leben und Tod»

Ein behinderter Mann, der im Zürcher EPI Wohnwerk wohnt, ist am Freitag aus dem Fenster gefallen und hat sich schwer verletzt. Seine Mutter ist schockiert.

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Seit zwei Jahren lebt der 35-jährige S.M.* im EPI Wohnwerk, einer Wohngemeinschaft der Epilepsie-Stiftung Zürich, wo schwerbehinderte Menschen betreut werden. Am Freitag ist er wie immer nach dem Mittagessen in den Wohnraum gebracht worden, wo er sich für eine Zeit Ruhe gönnte. Doch dann kam es laut seiner Mutter A. M.* zu einem schweren Unfall: «Er ist aus dem Fenster gefallen, drei bis vier Meter in die Tiefe gestürzt und hat sich dabei die Wirbelsäule gebrochen.»

Wie es zum Unfall gekommen ist, ist laut der Mutter noch unklar. «Ich wollte ihn am Freitagabend gerade von der Klinik abholen, als ich hörte, wie sie mehrmals den Namen meines Sohnes riefen», sagt M. Sie sei dann sofort zur Unfallstelle gerannt und habe ihren Sohn am Boden liegen sehen. Zu diesem Zeitpunkt sei er noch ansprechbar gewesen. Zurzeit liegt er aber im künstlichen Koma. «Es geht um Leben und Tod, und durch diesen Vorfall könnte mein Sohn noch mehr eingeschränkt sein», sagt die Mutter.

Am Montagnachmittag war er immer noch nicht ansprechbar, und sein Zustand habe sich zudem verschlechtert. «Ich bin zutiefst bestürzt und emotional am Boden. Ich hoffe so sehr, dass es meinem Sohn bald wieder besser geht», sagt A. M. Für die Mutter ist es unverständlich, dass das Fenster im Zimmer offen war. Zudem vermutet sie, dass das Personal überfordert sei.

«Es ist sehr belastend für unsere Mitarbeiter»

Beim EPI Wohnwerk bedauert man den Vorfall zutiefst. «Wir wissen nicht, wie es dazu gekommen ist. Es sehr belastend für unsere Mitarbeiter», sagt Direktor Erich Oberholzer. Ob es ein technischer Fehler war oder ob jemand das Fenster aus Versehen nicht verschlossen hat, werde nun geprüft. «Normalerweise sind in dieser Spezialabteilung alle Fenster und Eingangstüren verschlossen, um genau solche Fälle zu vermeiden», so Oberholzer.

Die Stadtpolizei Zürich hat Kenntnis von dem Vorfall: «Die Ermittlungen laufen», sagt Marco Cortesi, Medienchef der Stadtpolizei. Weitere Auskünfte könne er zum aktuellen Zeitpunkt nicht geben.

* Namen der Redaktion bekannt

(lar)