Zürcher Unterland

24. August 2017 12:55; Akt: 24.08.2017 14:59 Print

Sechs Bohrgesuche für Atommüll eingereicht

Stadel, Weiach, Glattfelden, Eglisau und Bülach: An diesen Standorten will die Nagra Bohrungen für ein mögliches Atommüll-Tiefenlager durchführen. Die Gesuche werden heute gestellt.

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«Voraussichtlich werden nicht alle Bohrungen durchgeführt», sagte Maurus Alig, Geschäftsleitungsmitglied Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra), am Donnerstag vor den Medien in Stadel. In dieser Gemeinde haben die Verantwortlichen zwei Bohrplätze ausgesucht, in den anderen Gemeinden jeweils einen.

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Das Gebiet, das die Geologen für ein Tiefenlager geeignet halten, befindet sich unter weiten Teilen der Gemeinden Glattfelden und Stadel. Die geplanten Bohrplätze liegen im Kreis darum herum.

Die Sondierbohrungen erlauben den Geologen, präzise Aussagen über den Aufbau und die Eigenschaften der Gesteinsschichten zu machen. Damit soll sich zeigen, ob sich die Schichten eignen, um ein Tiefenlager für Atommüll zu bauen. Vorangegangen war eine Untersuchung der Region Nördlich Lägern mit der 3D-Seismik-Methode. Mittels Schallwellen sucht man dabei nach geeigneten Gebieten.

Im Gebiet Nördlich Lägern soll die Anlage wie in den Gebieten Zürich Nordost und Jura Ost im Opalinuston eingerichtet werden, einer wasserundurchlässigen Schicht. Diese Schicht befindet sich unter Glattfelden und Stadel in einer Tiefe von 800 bis 900 Metern. Die Sondierbohrungen werden voraussichtlich bis in 1400 Meter Tiefe reichen. Die Geologen wollen auch die darunterliegenden Gesteine prüfen.

Bohrungen rund um die Uhr

Die Bohrplätze werden über ein Jahr bestehen: Drei Monate dauern die Vorbereitungsarbeiten, mehrere Monate bis zu einem Jahr wird gebohrt. Die Bohrungen werden rund um die Uhr, sieben Tage in der Woche durchgeführt - die Maschine steht nie still.

Weil die Bohrarbeiten für die Anwohner mit Umtrieben verbunden ist, wird sich die Nagra an den Lärmgrenzen für Industrie- und Gewerbezonen orientieren anstelle der weniger strengen Auflagen für Baustellen.

In den Gemeinden rumort es nicht

An der Medienkonferenz anwesend waren auch Vertreter der Regionalkonferenz und der betroffenen Gemeinden. Von ihnen war kein Widerstand gegen die Pläne der Nagra zu spüren. Ernst Gassmann (FDP), Gemeindepräsident von Glattfelden, sagte: «Wir sind regelmässig informiert worden, das hilft, die Emotionen zu entschärfen.»

Der parteilose Weiacher Gemeindepräsident Stefan Arnold sagte, der Gemeinderat habe für Oktober einen Ausflug für die Weiacher ins Zwischenlager in Würenlingen und in das Felslabor Mont Terri organisiert. Damit sollen die Einwohner an das Thema herangeführt werden.

In Stadel gab es laut Gemeindepräsident Dieter Schaltegger (SVP) bisher keine Kritik aus der Bevölkerung. Der Gemeinderat fragt sich aber, wie die Logistik für ein allfälliges Tiefenlager gelöst werden solle. Nach Stadel führt keine Bahnlinie.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Prof. Dr. Von der Heide. am 24.08.2017 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zermatt, St. Moritz, Verbier

    Das wären die besten Endlagerungs Orte. So hätten auch die Oberschicht etwas vom Giftmüll.

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  • Marco am 24.08.2017 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Märchenstunde

    Dieses Schauspiel ist jämmerlich! Das Zeug zu vergraben ist das dümste was wir machen können siehe Asse in DE. Der Müll muss gut bewacht oberirdisch gelagert werden bis wir in ferner Zukunft wissen was wir damit anstellen sollen. Wir wissen das und die Nagra erstrecht. Das ist eine sinnlose Arbeitsbeschäftigung für Manager und Geologen.

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  • Ignaz am 24.08.2017 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich das Welschland berücksichtigen!

    schliesslich fühlen sich die Welschen immer übergangen und benachteiligt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • DNA am 26.08.2017 15:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch ganz einfach.

    Das perfekte Endlager ist,das Bundeshaus. Viel Platz und es könnte mal Sinnvoll genutzt werden. In Meernschwand existiert auch eine idealemGeologie. Warum da nicht gebohrt wird,,,,,,

  • Beat Biberli aus Niedergösgen am 25.08.2017 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Kernkraftwerk Gösgen

    Ich verstehe die ganzen Widerstände gegen ein Endlager überhaupt nicht: Gefährlich sind diese ganz bestimmt nicht. Atomenergie ist die sauberste, effizienteste und allerbeste Energie, die die Menschheit je erfunden hat! Es gab noch nie (und wenn nun sehr kleine) Unfälle damit! Wohne selber neben einem Meiler und könnte mir keinen schöneren Wohnort vorstellen.

    • Mássimon am 19.10.2017 20:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Beat Biberli aus Niedergösgen

      ist das vielleicht die die strahlung?

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  • Heinz am 25.08.2017 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    AKW Stanorte sollen im eigenen Kt.entsor

    Warum geht niemand auf die Strasse. Die Häuser werden massiv an Wert verlieren. Der Verkehr nimmt enorm zu. Jeder Grüne braucht ein eBike mit Veloanhänger. Sollen all die welche AKWs im Kanton aufgestellt haben und billigen Strom wie Gösgne, Leibstadt usw., beziehen den Müll auch zu sich nehmen. Wir brauchen im Sommer schon mehr Strom als im Winter mit all den Kühlungen. Jeder hat x Geräte zum aufladen Akkus zals Sondermükll zu entsorgen usw. Ja eine der Ursachen ist auch wir haben immer mehr Leute in der Schweiz.

    • Max Bruppbacher am 25.08.2017 16:11 Report Diesen Beitrag melden

      jetzt sind plötzlich die Grünen schuld..

      Jetzt die Schuld für am Atommüll den Grünen zuzuschieben ist ja äusserst skurril.. Das waren über Jahrzehnte die einzigen die davor warnten und dagegen waren!!!

    einklappen einklappen
  • Klaus Wolfgang Frankreich am 24.08.2017 21:39 Report Diesen Beitrag melden

    Da Staunen die Leute !!!!!

    Wird noch viele brauchen !!!!Ihr mit euren Elektro fahrräder, Elektro Autos usw. Elektro Tankstellen kaum zu Glauben das da Niemand an Strom Produktion DENK

    • Justus100 am 25.08.2017 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Klaus Wolfgang Frankreich

      Es geht um den abfall und nicht um die produktion

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  • Justus100 am 24.08.2017 17:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weshalb?

    Kann man den müll nicht wie in den 80er im nordatlantik versenken??