Oberembrach ZH

23. Juni 2011 23:50; Akt: 23.06.2011 21:18 Print

Selbstunfall war kein grobes Verkehrsdelikt

von Attila Szenogrady - Schlappe für den Raser-Schreck Jürg Boll. Der Staatsanwalt hat einen Selbstunfall aus Oberembrach vergeblich als grobes Verkehrsdelikt eingestuft.

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Der spektakuläre Selbstunfall vom 8. April 2009 war grundsätzlich nicht mehr bestritten. Fest steht, dass damals ein heute 22-jähriger Autolenker aus Nürensdorf mit seinem Personenwagen durch Oberembrach fuhr. Ebenso ist sicher, dass der Lenker nach dem Weiler «Sunnenbüel» mit rund 85 km/h zu schnell in eine Linkskurve fuhr. Mit der Folge, dass der unerfahrene Lenker die Herrschaft über das Fahrzeug verlor und im nahen Feld endete. Wobei der Wagen kippte und erst auf dem Dach liegend zum Stillstand kam.

Grob oder nicht?

In der Folge schaltete sich der bekannte Zürcher Raser-Experte Jürg Boll in den Fall ein. Er erhob im August 2010 im Namen der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat Anklage und lastete dem Junglenker ein grobes Verkehrsdelikt an. Der Strafantrag fiel mit einer bedingten Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu 70 Franken recht hoch für einen Ersttäter aus.

Boll warf dem Beschuldigten eine rennsportliche Fahrweise sowie ein krasses Verhalten bei der Geschwindigkeit vor.

Dem widersprach die Verteidigung bereits vor dem Bezirksgericht Bülach im letzten November. Mit Erfolg, da das Bülacher Gericht bloss von einer fahrlässig einfachen Verletzung der Verkehrsregeln ausging und lediglich eine Busse von 600 Franken aussprach.

Boll scharf kritisiert

Boll legte Berufung ein und erneuerte am Donnerstag vor dem Zürcher Obergericht seine Anträge. Der Staatsanwalt zeigte sich überzeugt, dass der Angeklagte eine hohe abstrakte Gefahr einer Frontalkollision geschaffen habe. Anders sah es die Verteidigerin, die den Ankläger scharf kritisierte: «Was hat Herr Boll überhaupt in Bülach zu suchen?», wollte die Rechtsanwältin wissen und rügte Boll, der mit seinem missionarischen Eifer als «Raser-Schreck» rechtsstaatliche Prinzipien aushebeln wolle. Die Anwältin zeigte sich überzeugt, dass Boll für den Bezirk Bülach gar nicht zuständig sei. Sie stellte auch die Zuteilung des Falles an Boll in Frage. Zudem sei ein grobes Verkehrsdelikt schlicht nicht erwiesen.

Bülacher Urteil bestätigt

Nach einer mehrstündigen Verhandlung stand fest, dass vor Obergericht das Bülacher Urteil in Kraft blieb. So zogen zum Schluss beide Parteien auf Anraten des Obergerichts ihre Berufungsanträge zurück. Damit blieb es bei einem einfachen Verkehrsdelikt.

In einem letzten Punkt wollte das Obergericht aber Klarheit schaffen. Es wird das Plädoyer der Verteidigerin an die Oberstaatsanwaltschaft weiterleiten. Diese soll die umstrittene Frage der Zuständigkeit abklären.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nurtejev am 26.06.2011 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Verteidigerin??????

    Was will denn diese Verteidigeriun eigentlich? Raser bleibt Raser, ob nun im "Sunnenbühl" oder auf der Pfingstweidstrasse!Der gute Junge ist erwiesenermassen viel zu schnell gefahren, hat einen schweren Unfall gebaut, bei dem zufälligerweise niemand verletzt wurde. Fazit: Er machte sich eines sehr groben Verkehrsdeliktes schuldig. Schade, dass es nicht mehr Staatsanwälte wie Jürg Boll gibt!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nurtejev am 26.06.2011 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Verteidigerin??????

    Was will denn diese Verteidigeriun eigentlich? Raser bleibt Raser, ob nun im "Sunnenbühl" oder auf der Pfingstweidstrasse!Der gute Junge ist erwiesenermassen viel zu schnell gefahren, hat einen schweren Unfall gebaut, bei dem zufälligerweise niemand verletzt wurde. Fazit: Er machte sich eines sehr groben Verkehrsdeliktes schuldig. Schade, dass es nicht mehr Staatsanwälte wie Jürg Boll gibt!