Spreitenbach AG

07. Februar 2019 05:51; Akt: 10.03.2019 18:47 Print

Sind die Zigis zurück in den Selecta-Automaten?

von Maja Sommerhalder - In einer Autowerkstatt in Spreitenbach steht ein Selecta-Automat. Minderjährige konnten dort problemlos Zigaretten beziehen. Doch nach der Anfrage von 20 Minuten wurde gehandelt.

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Aswin Sritharan ging kürzlich in die Autowerkstatt A.T.U in Spreitenbach. Im Kundenbereich, wo man etwa Pneus kaufen kann, steht ein Selecta-Automat. Aus diesem kann man aber nicht nur Softdrinks oder Schokolade beziehen, sondern auch Zigaretten. Wer Münz reinwirft, kann zwischen vier verschiedenen Marken auswählen, und das ohne Altersbeschränkung, so der 21-Jährige: «Selbst Kinder und Jugendliche können problemlos Zigis kaufen.»

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Zigaretten in einem Selecta-Automat. Geht das?

Eine Altersprüfung durch eine Identitätskarte oder einen Jeton, so wie das bei Zigarettenautomaten in Restaurants gemacht wird, gebe es nicht, sagt der angehende Regisseur: «Auch haben die Angestellten den Automaten nicht direkt im Blick.» Für ihn eine Frechheit: «Selbst wenn die Werkstatt ein privater Raum ist, sollte der Jugendschutz doch oberste Priorität haben.»

Tabakverkauf muss mit Ausweis oder Jeton kontrolliert werden

Das kantonale Amt für Verbraucherschutz bestätigt, dass bei Zigaretten aus Automaten der Jugendschutz mittels Ausweiskontrolle oder Jeton gewährleistet sein muss. Denn: der Tabakverkauf ist im Kanton Aargau an unter 16-Jährige nicht erlaubt, sagt die Amtsleiterin Alda Breitenmoser. «Stellen wir Verstösse fest, gibt es zuerst eine Aufforderung, die Alterskontrolle zu gewährleisten, oder die Zigaretten aus dem Verkauf zu nehmen.» Für diese sogenannte Beanstandung wird eine Gebühr von 100 Franken erhoben. Handelt der Betreiber dann nicht, muss er mit einer Busse von rund 500 Franken rechnen.

Das Amt für Verbraucherschutz sei der Anfrage von 20 Minuten sofort nachgegangen und habe dabei festgestellt, dass über den Automaten keine Zigaretten mehr verkauft würden. Deshalb sei bei Selecta eine Beanstandung nicht nötig, sagt Breitenmoser.

Zigaretten wurden aus Automat entfernt

Tatsächlich hat die Firma, nachdem sie von 20 Minuten kontaktiert worden ist, gemeinsam mit A.T.U beschlossen, den Verkauf sofort einzustellen. Wie es bei A.T.U heisst, war die Filiale Spreitenbach die einzige, die Zigaretten in geringer Zahl aus einem Automaten anbot. Laut der Selecta-Sprecherin Patrizia von Gunten gibt es bereits seit zwölf Jahren in Automaten im öffentlichen Raum keine Zigaretten mehr: «Es gibt aber noch ganz wenige Kunden, die das im Unternehmen ausdrücklich wünschen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Commodore am 07.02.2019 07:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich...

    Schweizer Bünzlitum wie es im Buche steht...

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  • Kikko am 07.02.2019 06:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Theater

    Immer dieset Theater jm den Jugendschutz. Ein Kind geht ja sicher nicht alleine in eine Autowerkstatt.

    einklappen einklappen
  • Reto am 07.02.2019 07:05 Report Diesen Beitrag melden

    Helden

    Danke 20 Minuten, nun ist die Welt gerettet!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Expat am 07.02.2019 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es reicht auch mal

    Warum müssen sich immer Zugewanderte über unsere Angelegenheiten beschweren. Sollen doch mal vor ihrer eigenen Türe kehren. Echt das nervt und macht das Verständnis für fremde Kulturen nicht einfacher.

  • Nicht Wichtig am 07.02.2019 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweiz wird gespalten....

    Also langsam habe ich das gefühl, das die schweiz gespalten wird.... das gegen das, das gegen das, das gegen das, etc... wieso kann selecta nicht einfach eine alterbeschränkung machen? Auf der anderen seite, als ich 15 war kam ich auch leicht an zigaretten, i dem ich ältere gefragt habe.... also auch wenn zigaretten nicht im automazät wären, kommen jugendliche an zigaretten dran, die sind ja schöiesslich nicht dumm.... oder wenn die eltern schlafen 1-2 zigaretten aus der schachtel nehmen.... es gibt viele wege....

  • Expat am 07.02.2019 10:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz schlimm die Sache

    Der angehende Regisseur wird wohl in Zukunft ob in der Schweiz oder im Ausland auf noch viel schlimmere Dinge stossen was den Jugendschutz angeht. Er kann ka dann einen Dokumentarfilm darüber machen. Wieso ist immer alles gleich einen Aufschrei Wert.

  • Vuja am 07.02.2019 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Das waren noch Zeiten ..

    .. als wir uns nach der Schule beim Garagisten im Dorf getroffen haben. War ja der beste Jugendtreff damals.

  • Crank am 07.02.2019 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Scheinheilig

    Aber gut, dass die Kids problemlos an Energie-Trinks rankommen. So können sie 20+ Stück pro Tag reinkippen und erhalten dann die Diagnose ADHS. Die Pharma freut's.